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DSLR als Webcam nutzen: So geht's

Eine DSLR macht sich auch gut als Webcam.
Eine DSLR macht sich auch gut als Webcam. Bild: © Robert Kneschke - stock.adobe.com 2020

Du kannst Deine DSLR als Webcam für den Rechner einsetzen. So musst Du nicht extra eine Webcam kaufen und bekommst eine tolle Bildqualität – gerade in Zeiten eines Lockdowns. Spiegelreflex und spiegellose Systemkamera funktionieren gleichermaßen. Du brauchst dafür jedoch eine spezielle Software ... und es gibt auch Nachteile.

Das brauchst Du für die DSLR-Nutzung als Webcam

  • Eine Spiegelreflexkamera (DSLR) oder eine spiegellose Systemkamera (DSLM)
  • Eine mit der Kamera kompatible Software
  • Ein USB-Kabel für die Verbindung von Kamera und PC
  • Alternativ beim Einsatz von HDMI-Aufnahmekarten: Ein HDMI-Kabel für die Verbindung von Kamera und Aufnahmekarte
  • Ein separates Mikrofon für den PC

Webcam-Software der DSLR-Hersteller

Einige Kamerahersteller bieten Webcam-Software an. Diese Programme sind jeweils nur mit bestimmten Modellen kompatibel und begnügen sich mit grundlegenden Funktionen. Welche DSLRs und DSLMs kompatibel sind, erfährst Du auf der jeweiligen Herstellerwebsite (siehe Infokasten unten). Bis auf die Nikon-Software sind die Programme gratis.

Um Deine Kamera mit diesen Programmen nutzen zu können, musst Du sie via USB mit dem Computer verbinden. Achte darauf, dass eine Speicherkarte eingelegt ist und dass der Akku geladen wurde. Es werden keine Videos auf der Speicherkarte gesichert, aber sie muss eingelegt sein, damit die Kamera betriebsbereit ist. Die Kamera wird mit dem Akku mit Strom versorgt und leider nicht über das USB-Kabel.

Programme von Drittanbietern: SparkoCam & Elgato Cam Link 4K

Falls Deine DSLR oder DSLM nicht mit der jeweiligen Herstellersoftware kompatibel ist oder Du Dir mehr Funktionen wünscht, lohnt sich ein Blick auf eine kostenpflichtige Drittanbieter-Software. Eine gute Ausstattung bieten SparkoCam und Elgato Cam Link 4K. SparkoCam ist für den Einsatz der DSLR über ein USB-Kabel vorgesehen, Elgato Cam Link 4K umfasst neben der Software eine HDMI-Aufnahmekarte.

SparkoCam: Zahlreiche Features für einen guten Preis

SparkoCam funktioniert mit zahlreichen Kameras von Canon und Nikon. Es lassen sich viele Einstellungen vornehmen wie Farbanpassung, das Einblenden von Bildern und Texten, Green Screening für einen eigenen Hintergrund und einige Gimmicks , etwa eingeblendete Accessoires wie Hüte und Masken. In der Gratis-Testversion lässt sich die Software schon umfassend ausprobieren, über dem Video liegt dann allerdings ein Wasserzeichen und die Nutzungszeit ist eingeschränkt. Die Auflösung ist auf Full HD bei 60 Bildern pro Sekunde (FPS) begrenzt.

Preis: Ab umgerechnet rund 50 Euro inklusive Mehrwertsteuer (kann man u.a. via PayPal oder Kreditkarte zahlen und downloaden)

Link zum Anbieter: SparkoCam

Die Einstellungen der DSLR lassen sich in SparkoCam fernsteuern. fullscreen
Die Einstellungen der DSLR lassen sich in SparkoCam fernsteuern.
Neben vielen nützlichen Optionen gibt es auch einige Gimmicks. fullscreen
Neben vielen nützlichen Optionen gibt es auch einige Gimmicks.
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Du kannst auch via SparkoCam Fotos mit der DSLR aufnehmen. Bild: © TURN ON 2020
Die Einstellungen der DSLR lassen sich in SparkoCam fernsteuern.
Neben vielen nützlichen Optionen gibt es auch einige Gimmicks.
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Elgato Cam Link 4K: Für die HDMI-Aufnahme mit bis zu 4K-Auflösung

Elgato Cam Link 4K funktioniert anders. Hier wird die Kamera nicht via USB am Rechner angeschlossen, sondern via HDMI-Kabel an einen USB-Stick, der wiederum im Computer steckt. Die Software kann auch in 4K-Auflösung bei 30 FPS streamen, was eine hohe Qualität mit entsprechenden Anforderungen an Prozessor und Internetverbindung bedeutet. Die Lösung von Elgato kostet über 100 Euro und richtet sich vor allem an die sogenannten "Content Creator", die nicht nur eine Webcam brauchen, sondern auch professionelle Inhalte wie YouTube-Videos erstellen möchten.

Preis: Um die 120 bis 130 Euro

Link zum Anbieter: Elgato Cam Link 4K (kompatible Kameras)

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Nachteile der DSLR-Nutzung als Webcam

Die Kamera wird beim Webcam-Einsatz leider nicht über das USB-Kabel mit Strom versorgt, sondern setzt auf den Akku. Selbst bei deaktiviertem Kameradisplay saugt die Videoaufzeichnung den Akku schnell leer. Du musst also stets darauf achten, den Akku vor dem Webcam-Einsatz aufzuladen.

DSLRs sind nicht für den dauerhaften Einsatz als Filmkameras ausgelegt. Bei häufigem Einsatz für die Videoaufzeichnung oder als Webcam wird der Sensor stark beansprucht und das kann die Lebensdauer der Kamera reduzieren.

Andererseits: Vielleicht verwendest Du Deine DSLR ansonsten nicht häufig und als Webcam käme sie überhaupt einmal zum Einsatz.

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Zusammenfassung

  1. Der Einsatz der DSLR als Webcam ist grundsätzlich unkompliziert möglich.
  2. Du benötigst eine passende Software, USB- oder HDMI-Kabel und ein PC-Mikrofon.
  3. Die Bildqualität einer DSLR ist viel höher als die einer Webcam.
  4. Der größte Nachteil ist das schnelle Leeren des Kamera-Akkus.
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