Galaxy S8, LG G6 & Co: Android-Flaggschiffe im Wandel der Zeit

Der Fortschritt des Galaxy S8 gegenüber dem Galaxy S3 ist deutlich zu erkennen.
Der Fortschritt des Galaxy S8 gegenüber dem Galaxy S3 ist deutlich zu erkennen. Bild: © Samsung 2017

Was bieten die heutigen Smartphone-Flaggschiffe im Vergleich zu ihren Vorgängern des Jahres 2012? Wir haben eine Zeitreise gemacht und vergleichen Android-Klassiker wie das Galaxy S3 mit dem Galaxy S8 oder das LG Optimus G mit dem LG G6. Sind Flaggschiffe heute wirklich viel besser als früher?

1. Galaxy S3 vs Galaxy S8

Das Galaxy S3 kam im Mai 2012 auf den Markt und der Hype war damals nicht viel geringer als der für das Galaxy S8 heute. Für damalige Verhältnisse galt das Smartphone mit seinem 4,8 Zoll großen Display mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln als riesig. Das Galaxy S8 misst derweil 5,8 Zoll und erreicht somit Dimensionen, die einst sogenannten "Phablets" vorbehalten waren. Die Displayauflösung ist auf 2960 x 1440 Pixel gestiegen.

TechRadar schrieb damals in einem Test über das einstige Flaggschiff Galaxy S3, es sei "leider ein wenig zu groß für manche Menschen". Immerhin kann man die Verarbeitung der Galaxy S-Serie heute nicht mehr bemängeln. Das Galaxy S3 hatte noch ein Plastikgehäuse, heute geht nichts mehr ohne Metall. Die 8-Megapixel-Kamera konnte Full-HD-Videos aufzeichnen. Die 12-MP-Kamera des Galaxy S8 macht hingegen bereits 4K-Videos.

Der Quad-Core-Chip Exynos 4212 mit einer Taktrate von 1,4 GHz nebst 1 GB Arbeitsspeicher ist im Vergleich zum Octa-Core-Chip Exynos 9 Octa 8895 nebst 4 GB RAM des Galaxy S8 hoffnungslos veraltet. Auch der Arbeitsspeicher des Klassikers ist für das Multitasking und für einige Games zu wenig. Beim Release des Galaxy S3 zeigten sich viele Tester noch von dem schnellen Prozessor begeistert. Ein "extrem leistungsfähiges Gerät" war das Smartphone einst laut The Verge.

2. HTC One X vs HTC U Ultra

Das HTC One X konnte im Jahr 2012 mit einem für damalige Verhältnisse sehr großen Super-LCD-Display mit HD-Auflösung begeistern. 4,7 Zoll waren besonders für Medien- und Spielekonsum optimal – glaubte man jedenfalls. "Es gibt aktuell nur sehr wenige Smartphones, welche die Displayqualität des One X erreichen oder diese gar übertreffen", urteilte GSMArena zum Beispiel damals. Zum Vergleich: Das HTC U Ultra hat einen 5,7 Zoll großen Super-LCD-5-Bildschirm mit einer Auflösung von 2560 x 1440 Pixel und obendrein einen kleinen Zweitbildschirm darüber.

Das Android-Handy HTC One X war noch mit dem Nvidia Tegra 3-Prozessor ausgestattet, wobei Nvidia inzwischen keine Smartphone-Chips mehr entwickelt. Das neue HTC U Ultra setzt derweil auf den Snapdragon 821. "Der Prozessor des One X bietet eine Menge Leistung und Du wirst Dich in naher Zukunft nicht dadurch begrenzt fühlen", so GSMArena vor fünf Jahren. Heute scheitert das One X bereits am mit 1 GB gering ausfallenden Arbeitsspeicher. Immerhin gab es eine Version mit 32 GB internem Speicher, was heute in der Einsteiger- bis Mittelklasse üblich ist und damals nur selten zu finden war.

3. LG Optimus G vs LG G6

Ein 4,7 Zoll großes Display mit HD-Auflösung bot auch das erste Smartphone der LG G-Flaggschiff-Serie, das Ende 2012 auf den Markt kam. Mit 32 GB internem Speicher und 2 GB Arbeitsspeicher ginge das einstige High-End-Smartphone heute als solides Einsteigermodell durch. Die Adreno 320 galt als besonders schneller Grafikchip. Im Gegensatz zum LG G3, zum LG G4 und zum LG G5 war der Akku bei den ersten beiden Smartphones der Serie nicht austauschbar – und mit dem LG G6 kann er erneut nicht gewechselt werden.

Immerhin war LG mit der G-Serie stets bestrebt, Innovationen zu bieten. Das erste Modell wollte mit High-End-Technik überzeugen, das LG G2 mit dem Home-Button hinten und einer sehr langen Akkulaufzeit, das LG G3 gehörte zu den ersten Smartphones mit QHD-Auflösung, das LG G4 hatte einen Leder-Rücken, das LG G5 ein modulares Design und das LG G6 bietet nun ein mit 18:9 ungewöhnliches Displayformat. Außerdem macht das LG G6 mit dem Support für Dolby Vision und einer Dual-Cam auf sich aufmerksam. Bemerkenswert: Der interne Speicher von 32 GB unterscheidet sich nicht von dem des ersten LG Optimus G. Bei Flaggschiffen trifft man heute eher auf 64 GB internen Speicher wie beim Huawei P10.

LG G6 Dolby Vision fullscreen
Das LG G6 bietet ein 18:9-Display mit Dolby Vision-Support. Bild: © LG 2017

4. Huawei D1 Quad XL vs Huawei P10

Das Huawei D1 Quad XL von Anfang 2012 war einst das Flaggschiff des chinesischen Herstellers. Ein 4,5 Zoll großer HD-Screen, 1 GB Arbeitsspeicher und ein 8 GB großer interner Speicher locken heute keinen mehr vor dem Ofen hervor. Das gilt auch für die Selfie-Cam, die noch eine Auflösung von 1,3 Megapixeln hatte. Die Hauptkamera löste mit 8 Megapixeln auf. Letztlich konnte das Huawei D1 Quad XL den Hype im Vorfeld nicht ganz gerecht werden, auch weil es später als geplant auf den Markt kam.

Beim aktuellen Flaggschiff Huawei P10 hat vor allem die Kamera-Technik hat einen gewaltigen Spruch gemacht: Eine Dual-Cam mit 12 Megapixeln (Farbsensor) beziehungsweise 20 Megapixeln (Monochromsensor) auf der Rückseite wird von einer 8-MP-Selfie-Cam ergänzt. Aber auch ein 64 GB großer interner Speicher nebst 4 GB Arbeitsspeicher spricht für einen deutlichen Fortschritt.

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Das Huawei P10 kann mit anderen Flaggschiffen mithalten. Bild: © Huawei 2017

5. Motorola Razr HD vs Moto Z

Das Motorola Razr HD bot ein 4,7 Zoll großes HD-Display und wie das Huawei D1 Quad XL eine 8-MP-Hauptkamera nebst einer mit 1,3 Megapixeln auflösenden Selfie-Cam. Der interne Speicher betrug immerhin 16 GB. Das Besondere am Motorola Razr HD ist aber wohl das "männliche" Design mit Metallrahmen und Kevlar-Rückseite. Auch den AMOLED-Screen sah man damals nur selten außerhalb der Galaxy S-Reihe – und heute ist er im Grunde noch immer nicht häufig außerhalb der Samsung-Konkurrenz anzutreffen. Im Unterschied zu modernen Edel-Smartphones wie dem Galaxy S7, die gerne auf eine Glasrückseite setzen, war die Kevlar-Rückseite nicht rutschig und so lag das Gerät sicher in der Hand.

Das aktuelle Moto Z ist mit 5,2 Millimetern eines der dünnsten Smartphones. Eine Rückseite kann man sich diesmal optional selbst heraussuchen, ohne Cover besteht sie aus Metall. Eine Besonderheit sind außerdem die Moto Mods, die sich hinten anbringen lassen, darunter ein Kameragriff oder ein Lautsprecher. Das Moto Z bietet ein 5,5 Zoll großes QHD-Display, einen Snapdragon 820, 4 GB Arbeitsspeicher und 32 GB internen Speicher. Die 13-Megapixel-Kamera hinten bietet Features wie Laser-Autofokus und optische Bildstabilisierung. Die Selfie-Cam löst mit 5 Megapixeln auf.

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