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Google Pixel 4 hilft bei der Diagnose von Alzheimer

Die Infrarotkamera des Pixel 4 ist eine wichtige Komponente bei der Diagnose von Alzheimer.
Die Infrarotkamera des Pixel 4 ist eine wichtige Komponente bei der Diagnose von Alzheimer. Bild: © TURN ON 2019

Das Pixel 4 war für Google kein großer Erfolg und blieb hinter den Erwartungen des Unternehmens zurück. Nun feiert das mittlerweile fast drei Jahre alte Smartphone sein Comeback in der Forschung. US-amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, das Pixel 4 zur Diagnose von Alzheimer zu nutzen.

Ein Forschungsteam des DigiHealth Lab an der University of California San Diego nutzt das Google Pixel 4, um Alzheimer frühzeitig bei Patienten zu entdecken und eine schnelle Behandlung zu ermöglichen. So lassen sich die Symptome der neurologischen Krankheit immerhin verlangsamen. Ein Doktorand der UC San Diego erklärte in einem Video-Interview mit The Verge, wie genau das Pixel 4 bei der Diagnose von Alzheimer zum Einsatz kommt.

Die wichtige Rolle der Infrarotkamera

Wie der Doktorand Colin Barry erläutert sind die Augen bei der Erkennung von Alzheimer eine wichtige Metrik.  Insbesondere die Pupillen spielen hier eine große Rolle. Eine Aufnahme der Pupillenreaktion bei verschiedenen Aufgaben, die ein Patient absolviert, erlaubt es den Forschern, kognitive Beeinträchtigungen festzustellen. Dabei hilft die Infrarotkamera des Google Pixel 4, die Google eigentlich für die Gesichtsentsperrung vorgesehen hat.

Wie Barry erklärt, eignet sich eine Infrarotkamera besser als eine gewöhnliche Kamera, um das Verkleinern und Vergrößern der Pupille aufzunehmen. Gerade bei Menschen mit einer dunklen braunen Iris kann eine normale Kamera nur schwer zwischen Iris und Pupille unterscheiden – eine Infrarotkamera ist deutlich präziser.

So funktioniert die Alzheimer-Diagnose mit dem Pixel 4

Für die Diagnose von Alzheimer mit dem Pixel 4 haben die Forscher der UC San Diego eine spezielle App programmiert. Nach dem Start der App müssen Nutzer mit einem Auge durch einen Sichtschutz direkt in die Infrarotkamera des Pixel 4 schauen. Danach müssen sie eine kognitive Aufgabe lösen, im Video muss der The Verge-Redakteur beispielsweise eine Zahlenfolge wiederholen.

Während er die Aufgabe löst, zeichnet die App die Reaktionen der Pupille auf. Die Daten können leider nicht direkt am Smartphone ausgewertet werden, sondern müssen zunächst an das Labor geschickt werden. Das sei zwar etwas umständlich, ist aber im Vergleich zur normalen Diagnose von Alzheimer deutlich praktikabler, erläutert Barry. Normalerweise werde für die Diagnose nämlich ein sogenanntes Pupillometer benötigt, das um die 10.000 Dollar kostet. Der hohe Preis sei für viele Kliniken eine Hürde.

Natürlich kann das Pixel 4 dieses medizinische Messgerät nicht ersetzen, aber es ist eine kostengünstige Alternative. Aktuell prüft das Forschungsteam der UC San Diego noch, ob Messungen mit dem Pixel 4 genau genug sind, um sichere Alzheimerdiagnosen stellen zu können.

Wären die Diagnosen auch mit anderen Smartphones möglich?

Interessanterweise ist das Pixel 4 aktuell das am besten geeignete Smartphone für die Diagnose, da Infrarotkameras in Smartphones nur noch selten zum Einsatz kommen. Google verzichtet seit dem Pixel 5 auf das Feature und auch in Samsung-Geräten kommt die IR-Kamera nicht mehr zum Einsatz.

iPhones sind aktuell die einzigen Smartphones, die regelmäßig mit IR-Kameras ausgestattet werden. Hier ist allerdings iOS ein Problem. Da es sich um ein größtenteils geschlossenes Betriebssystem handelt, wäre es für die Wissenschaftler äußerst umständlich, mit ihrer App Zugriff auf die Infrarotkamera zu bekommen.

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