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Huawei Mate 9 im Hands-on: Der Smartphone-Porsche?

Das Huawei Mate 9 soll Porsche-Performance unter Smartphones bieten.
Das Huawei Mate 9 soll Porsche-Performance unter Smartphones bieten. Bild: © TURN ON 2016

Bei der Vorstellung des Huawei Mate 9 zeigte sich der chinesische Hersteller selbstbewusst. Im ersten Hands-on konnten wir das selbsternannte Porsche-Smartphone schon mal ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. 

Was haben ein Smartphone und ein Sportwagen gemeinsam? Eigentlich nicht so viel, aber wenn es nach Huawei geht, dann ist das neue Mate 9 so etwas wie der Porsche unter den Smartphones – stylisch, ausdauernd und extrem schnell. Am Donnerstag wurde das neue Edel-Phablet in München vorgestellt und der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen war dabei praktisch allgegenwärtig.

Mit dem Porsche auf die Bühne

Gleich zu Beginn der etwa einstündigen Pressekonferenz rauschte Huawei-Chef Richard Yu mit einem blauen 911er auf die Bühne, um die Welt mit dem Huawei Mate 9 zu beglücken – dem neuen Flaggschiff der Chinesen. Beim Design hat sich im Vergleich zum Vorjahr auf den ersten Blick nur wenig getan. Frontal sieht das Mate 9 aus wie eine dezent verbesserte Version des Mate 8. Erneut gibt es ein riesiges 5,9-Zoll-Display, das in ein sehr schlankes Gehäuse gepackt wurde. Insgesamt ist das Mate 9 damit trotz des Riesen-Bildschirms nicht größer als das iPhone 7 Plus.

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Der Sportwagenhersteller war auf der Präsentation des Mate 9 allgegenwärtig. Bild: © TURN ON 2016

Eine große Veränderung gibt es jedoch auf der Rückseite, denn dort prangt wie beim Huawei P9 eine Dual-Kamera mit Leica-Logo. Diese verfügt über einen Farbsensor mit 12 Megapixeln und einen Monochrom-Sensor mit 20 Megapixeln und soll einen ähnlichen Feature-Umfang haben wie die des P9 – nur besser. Unter der Haube gibt es mit dem Kirin 960 den neuesten High-End-Chip aus Huaweis Prozessorschmiede HiSilicon. Dieser soll zumindest bei der Multicore-Performance alle anderen Smartphone-Chips hinter sich lassen. Oben drauf gibt es 4 GB RAM Arbeitsspeicher und eine nagelneue Mali-GPU, die auch bei Spielen für Porsche-Performance sorgen soll.

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Die Dual-Kamera ermöglicht umfangreiche Unschärfe-Effekte. Bild: © TURN ON 2016

Daydream VR, die neue VR-Plattform von Android, wird übrigens auch unterstützt. Möglich wird dies dank Android 7.0, das bei Huawei in die hauseigene Nutzeroberfläche EMUI 5.0 verpackt wird.

Ein Smartphone, das niemals altert

So richtig schnell soll das Huawei Mate 9 jedoch nicht nur im Neuzustand sein. Auch nach 18 Monaten Nutzung soll das Smartphone nichts von seiner Anfangs-Performance verlieren, wie Richard Yu verspricht. Sicher stellen soll dies ein neues Speichermanagement in Kombination mit einer intelligenten Software für maschinelles Lernen. Beide sollen dafür sorgen, dass das Smartphone mit der Zeit nicht durch Apps, Daten und Updates verlangsamt wird, sondern immer seine anfängliche Performance behält. Rein von der Software-Leistung soll das Mate 9 damit ein Smartphone sein, das niemals altert. Ob das stimmt, wird wohl erst der Langzeittest zeigen.

Top-Leistung verspricht Huawei auch für den Akku. Dieser soll mit einem Fassungsvermögen von 4000 mAh Saft für zwei Tage liefern. Doch auch das Laden soll blitzschnell gehen – deutlich schneller als bei der Konkurrenz. Das Geheimrezept dafür nennt sich Super-Charge und ist im wesentlichen eine neue Schnellladetechnik von Huawei, die eben noch etwas schneller arbeiten soll als vergleichbare Techniken von Samsung, LG und Co. Super Charge soll auch dafür sorgen, dass sich das Smartphone beim Aufladen nicht zu stark erhitzt – oder gar explodiert. Einen Seitenhieb auf Samsung konnte sich Yu an dieser Stelle natürlich nicht verkneifen.

Apple und Samsung aufgepasst!

Apropos Seitenhieb: Bei nahezu jeder Gelegenheit nutzte Richard Yu am Donnerstag die Chance, sein neues Mate 9 mit den Top-Geräten von Apple oder Samsung zu vergleichen. Ganz egal, ob Performance, Akkuleistung, Kamera oder Software – überall soll das Mate 9 die Nase vorn haben. Schon möglich, dass es sich hier nur um das übliche Marketing-Blabla handelt. Die Beharrlichkeit, mit der man bei den Chinesen mittlerweile den Vergleich mit den großen Platzhirschen sucht, ist dennoch auffällig.

Der eigentliche Star kommt von Porsche

Und obwohl sich das Huawei Mate 9 bei seiner Vorstellung und auch im anschließenden Hands-on durchaus als beeindruckendes Gerät präsentierte, war es dennoch nicht der Star des Tages. Gemeinsam mit Porsche hatten die Chinesen mit dem Porsche Design Mate 9 nämlich noch ein echtes Ass im Ärmel: Eben ein Smartphone, das zumindest rein äußerlich von der renommierten Edel-Designschmiede aus Zell am See konzipiert wurde.

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Das Porsche Design Mate 9 gab es nur im Showroom von Huawei zu sehen. Bild: © TURN ON 2016

Optisch unterscheidet sich das Porsche Design Mate 9 daher auch grundlegend vom "normalen" Mate 9. Statt 5,9 Zoll und Full HD gibt es bei der Edel-Variante nur 5,5 Zoll und dafür eine Quad-HD-Auflösung von 2560 x 1440 Pixeln. Auch ein Edge-Display wie beim Samsung Galaxy S7 Edge ist vorhanden, wenngleich die Bildschirmkrümmung an den Rändern hier nicht so stark ausfällt. Die Rückseite des Smartphones erinnert hingegen stark an das OnePlus 3, wobei natürlich die mittig platzierte Dual-Kamera als Alleinstellungsmerkmal heraussticht. Unter der Haube gibt es beim Porsche-Modell – wie könnte es anders sein – ebenfalls etwas mehr Performance. Satte 6 GB RAM und 256 GB Speicher bietet das Flaggschiff.

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Die Sonderedition ist kleiner als das "normale" Gerät und besitzt ein Edge-Display. Bild: © TURN ON 2016

Zu sehen bekamen wir das Porsche Edition Mate 9 leider nur im Showroom von Huawei. Zeit oder Platz für ein echtes Hands-on war dort natürlich nicht. Wir können jedoch sagen, dass es sich tatsächlich um ein unfassbar edles Stück Smartphone handelt.

1400 Euro für ein Smartphone?

Todschick ist es also und wahrscheinlich auch pfeilschnell. Auf jeden Fall ist das Porsche Design Mate 9 aber limitiert und sehr, sehr teuer. Satte 1395 Euro (UVP) verlangen der Hersteller und sein Design-Partner von Porsche für dieses Schmuckstück und übertrifft damit sogar die Preise von iPhone 7 Plus und Google Pixel XL. Das "normale" Mate 9 wirkt dagegen schon fast günstig, obwohl es mit einem Preis von 699 Euro (UVP) natürlich ebenfalls im High-End-Segment angesiedelt ist.

Nun stellt sich natürlich die Frage, ob das Mate 9 im Smartphone-Bereich tatsächlich das sein kann, was Porsche im Automobilsektor ist. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gut und das Selbstbewusstsein bei Huawei spürbar. Was das Phablet allerdings wirklich kann, wird erst ein Test zeigen – und der ist zum jetzigen Zeitpunkt bereits im Gange.

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