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iPhone mit USB-C: Zwingt die EU Apple zum Anschlusswechsel?

USB-C statt Lightning: So könnte die Zukunft aussehen.
USB-C statt Lightning: So könnte die Zukunft aussehen. Bild: © weibo/ChargerLAB 2020

Schon im nächsten Monat könnte die EU das Ende für Lightning und Micro-USB besiegeln. Dann könnte auch Apple verpflichtet werden, iPhones in Zukunft mit USB-C-Anschlüssen auszustatten.

Die Europäische Kommission könnte schon im nächsten Monat ein Gesetz  für die Vereinheitlichung  von Ladegeräten für Mobilgeräte und Smartphones abstimmen. Dies berichtet der Nachrichtendienst Reuters (via Yahoo) unter Berufung auf informierte Personen.

Gesetz zur Vereinheitlichung könnte Apple und andere Hersteller treffen

Der Schritt könnte vor allem Apple treffen, da der Hersteller in seinen iPhones immer noch den proprietären Lightning-Anschluss anstelle des Industriestandards USB-C als Ladeanschluss verwendet. Hauptgrund dafür dürften die Lizenzgebühren sein, die Apple von Drittherstellern für den Verkauf von Lightning-Kabeln und -Zubehör kassiert. Betroffen wären aber auch Hersteller, die bislang aus Kostengründen auf USB-C verzichten und ihre Geräte stattdessen mit Micro-USB-Anschlüssen ausstatten.

Weniger Elektroschrott – oder mehr?

Bereits 2020 hatte das Europäische Parlament für die Vereinheitlichung der Ladetechnik in Mobilgeräten gestimmt. Das Ziel ist, das Aufkommen von Elektroschrott durch den Einsatz einheitlicher Technik zu verringern, sodass Haushalte zum Aufladen verschiedener Geräte nicht unterschiedliche Netzteile benötigen. Kritiker warnen jedoch, dass jede Menge neuer Elektroschrott entstehen könnte, wenn Hersteller wie Apple ihre Ladeanschlüsse in Zukunft ändern müssten.

Noch ist allerdings nicht klar, was genau eine Gesetzesvorlage der Europäischen Kommission überhaupt beinhalten würde. Denkbar wäre beispielsweise, dass nur die Vereinheitlichung von Netzteilen für Smartphones, Tablets und Notebooks beschlossen wird, die Kabel und Stecker aber weiterhin unterschiedlich sein dürfen. Ebenso könnte die Kommission aber auch die Vereinheitlichung der Stecker beschließen, wodurch Apple und andere Hersteller gezwungen wären, ihre Anschlüsse bei kommenden Geräten an den neuen Standard anzupassen.

Fast alle alten Netzteile wären weiter nutzbar

In jedem Fall gilt es aber als wahrscheinlich, dass die Gesetzesvorlage der EU eine Übergangsphase beinhalten dürfte, sodass existierende Netzteile nicht sofort zu Elektroschrott würden, sondern noch für einige Zeit weiter nutzbar wären. Fakt ist: Selbst wenn Apple und andere Hersteller die Ladeanschlüsse an kommenden Geräten zu USB-C ändern müssten, wären ältere Netzteile nicht automatisch obsolet. Diese sind ohnehin mit einem USB-Port ausgestattet und könnten mit einem neuen Kabel auch weiterhin zum Aufladen verwendet werden.

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