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Kochen mit Induktionsgeschirr: Die wichtigsten Fragen beantwortet

Für den Induktionsherd wird das passende Kochgeschirr benötigt.
Für den Induktionsherd wird das passende Kochgeschirr benötigt. Bild: © Adobe Stock/WavebreakMediaMicro 2019

Spätestens wenn der alte Küchenherd den Geist aufgibt, schaffen sich viele Menschen einen neuen mit Induktionsherdplatte an. Kein Wunder, denn diese Technologie bietet einige Vorteile. Hier erfährst Du, wie Induktion funktioniert und welches Geschirr Du für das Kochen damit brauchst.

Mit dem Kauf des passenden Herdes ist es noch nicht getan. Denn die Herdplatte kann nur mit dem richtigen Induktionsgeschirr verwendet werden. Was es hierbei alles zu beachten gibt, erfährst Du in unserem Ratgeber.

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Einfach erklärt: Wie funktioniert Induktion?

Um herauszufinden, welches Geschirr für Induktion geeignet ist, hilft ein Verständnis der Funktionsweise solcher Herde. Was Induktion (abgeleitet von dem lateinischen "inducere" = "hineinführen") bedeutet und wie sie funktioniert, ist schnell erklärt. Zwar sieht ein Induktionskochfeld aus wie die Herdplatte eines normalen Elektroherds mit Ceranfeld ...

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Von außen unterscheidet sich der Induktionsherd kaum von einem regulären Elektroherd mit Glaskeramikplatte. Bild: © Neff 2019

... doch im Gegensatz zu diesem wird es nicht mit Wärmestrahlung betrieben. Stattdessen sitzen bei Induktionsherden unter der Glaskeramikplatte flache Kupferspulen. Fließt Strom durch diese Spulen, wird ein niederfrequentes Magnetfeld erzeugt, das Wirbelströme im Topfboden auslöst. Durch diesen Prozess wird der Kochbehälter aufgeheizt, wie Stiftung Warentest schreibt. Die Platte selbst wird nicht heiß, sondern wird nur durch die Abwärme des Geschirrs aufgeheizt.

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Induktionsgeschirr: Welche Pfannen und Töpfe sind geeignet?

Damit die Induktion funktioniert, musst Du passendes Kochgeschirr benutzen. Das kann mitunter bedeuten, dass nach dem Kauf eines Induktionsherdes neue Kochtöpfe, Pfannen, Espresso- und selbst Wasserkocher angeschafft werden müssen – aber nicht zwangsläufig. Entscheidend dafür, ob Bratpfanne, Kochtopf und Co. für den Einsatz am Induktionsherd geeignet sind, ist nämlich die Beschaffenheit des Bodens. Hat dieser ferromagnetische Eigenschaften (kann magnetisiert werden) kann das Gefäß verwendet werden. Egal, ob es sich um eine Fischpfanne, einen Flötenkessel oder ein anderes Kochgeschirr handelt.

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Nicht jeder Kochtopf ist mit einem Induktionsherd kompatibel. Dieser Schnellkochtopf von WMF ist es aber. Bild: © WMF 2019

Diese magnetischen Fähigkeiten bringen beispielsweise Gusseisen und einige Stähle (auch emailliert) mit. Kochgeschirr aus diesen Materialien kann also für den Induktionsherd verwendet werden. Im Gegensatz dazu ist Geschirr aus Kupfer, Edelstahl und Aluminium nicht geeignet. Doch es gibt Ausnahmen: zum Beispiel speziell für die Induktion hergestellte Edelstahltöpfe.

Für Induktion geeignet Nicht für Induktion geeignet
+ (Guss-)Eisen - Aluminium
+ Stahl (je nach Zusammensetzung) - Kupfer

Was bedeutet das Wendel-Symbol?

Inzwischen werden neue Produkte, die für die Induktion geeignet sind, speziell gekennzeichnet. Dazu dient vor allem das Wendel-Symbol. Es befindet sich als Piktogramm auf Verpackung und/oder dem Boden des Kochgeschirrs und zeigt die stilisierte Drahtwendel einer Spule. Das Zeichen erinnert an mehrere kleingeschriebene "L"s.

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Das Wendel-Symbol markiert für Induktionsherde geeignetes Kochgeschirr – aber nicht alle kompatiblen Gefäße tragen das Symbol. Bild: © AdobeStock/barbulat 2019

Das richtige Material? So machst Du den Test

Bist Du Dir bei Deinem älteren Kochgeschirr nicht sicher, aus welchem Material es besteht und ob es für die Induktion geeignet ist, dann kann ein einfacher Test Aufschluss geben. Halte dazu einen Magneten an den Boden des Topfes. Wird dieser angezogen, ist das Kochgeschirr ferromagnetisch und Du kannst bedenkenlos mit dem Topf kochen. Wer sich fragt, ob spezielles Induktionsgeschirr auch für den normalen Herd geeignet ist, kann übrigens beruhigt sein. Du kannst es zusätzlich für Kochfelder nutzen, die nicht über Induktion betrieben werden.

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Durch einen Stahlkern in ihrem Inneren sind diese Töpfe von Silit auch für den Induktionsherd geeignet. Bild: © VIS/WMF 2019

Ebenso wichtig wie das richtige Material ist ein ebener Boden. So mag ein alter Gusseisentopf prinzipiell gut für die Induktion geeignet sein. Wenn der Boden jedoch nicht ganz eben ist und er damit nicht richtig auf dem Ceranfeld aufliegt, können laut dem Bundesamt für Strahlenschutz vermehrt Streufelder in der Umgebung des Herdes entstehen. Ihr Auftreten ist bei der Nutzung von Induktionsherden normal und innerhalb der Grenzwerte unbedenklich. Du solltest ihr Vorkommen jedoch nicht durch die Benutzung unpassenden Kochgeschirrs unnötig erhöhen. Ein weiterer unerwünschter Nebeneffekt bei der Nutzung unebener Töpfe: Es können Störgeräusche während des Kochens auftreten.

Im Turbogang: Was ist beim Kochen mit Induktion zu beachten?

Besitzer eines Induktionsherdes dürfen sich freuen, dass dieser schneller kocht als die Konkurrenz. Das Kochfeld reagiert beim Einschalten so direkt wie ein Gaskocher, erhitzt Speisen aber sehr viel flotter als dieser oder ein Elektroherd. Laut Stiftung Warentest benötigt ein Induktionsfeld nur fünf bis acht Minuten, um eineinhalb Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Induktionsgeräte mit einer Boosterfunktion schaffen das sogar noch schneller. Zum Vergleich: Ein normaler Herd mit Strahlungsheizung braucht für diese Aufgabe circa neun Minuten.

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Wer mehrere Gerichte gleichzeitig kocht, muss sich beim Kochen mit dem Induktionsherd sputen. Bild: © Electrolux 2019

Dass sich durch Induktion die Kochzeiten verkürzen, dürften die meisten begrüßen. Doch die Zeitersparnis hat auch Einfluss auf den Kochvorgang. Nebenbei noch Gemüse schnippeln, während das Öl in der Pfanne warm wird, ist wenig ratsam. Da sich das Kochgeschirr so schnell erwärmt, ist Eile geboten. Die Zutaten sollten daher möglichst fertig geschnitten bereitstehen, sobald die Herdplatte angeschaltet wird.

Das kann zu Beginn eine Umstellung bedeuten. Und diese macht sich zudem positiv auf der Stromrechnung bemerkbar, wenn auch nicht allzu üppig. Das Induktionsfeld spart laut Stiftung Warentest im Vergleich zu Elektroherdplatten etwa ein Fünftel an Stromkosten ein.

Flexible Kochfelder machen das Kochen intuitiver

Induktionsherde sind jedoch nicht nur schnell, sondern auch flexibel. So bieten Geräte mit Flächeninduktion die Möglichkeit, mehrere Kochzonen gleichzeitig zu nutzen. Sensoren in der Mitte der Spulen erkennen nämlich die Größe von Töpfen, Brätern und Co. und aktivieren passend große Gebiete auf dem Kochfeld. Miele bietet sogar Kochherde mit Vollflächeninduktion an, bei denen das Kochgeschirr ganz beliebig auf dem Ceranfeld platziert werden kann.

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Bei Vollflächeninduktion spielt die Position des Geschirrs auf dem Herd keine Rolle. Bild: © Miele 2019

Doch selbst, wenn der Induktionsherd noch klassisch nach Kochfeldern aufgeteilt ist, bietet er Vorteile. So reicht es durch seine innovative Technologie auch, wenn Töpfe nur zwei Drittel der Kochzone bedecken, ohne dass Energieverlust droht. Diese Zonen können übrigens ebenso rechteckig ausfallen, was praktisch für den Einsatz von Brätern und anderem Großgeschirr auf der Induktionsherdplatte ist.

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Keine verbrannten Hände: Das Induktionsfeld ist (fast) sofort kühl

Auch in puncto Sicherheit ist das Kochen mit Induktion von Vorteil. Da sich nur das Kochgeschirr erwärmt, ist die Herdplatte fast sofort wieder kalt, sobald es von dieser entfernt wird. Lediglich etwas Restwärme, die vom Topf an die Platte abgegeben wurde, bleibt zurück. Im Gegensatz dazu strahlt eine herkömmliche Herdplatte noch bis zu 20 Minuten verbliebene Wärme aus.

Dieser Umstand kann maßgeblich zur Sicherheit im Haushalt beitragen. Auch wenn Du mal vergessen hast, den Induktionsherd auszuschalten: Solange kein Topf auf dem Herd steht, wird keine Hitze abgegeben. Es ist recht unwahrscheinlich, dass sich etwa Kleinkinder an dem Kochfeld ihre Hände verbrennen. Die meisten Induktionskochfelder geben zudem ein Warnsignal ab, wenn sich auf der eingeschalteten Platte kein Kochgeschirr befindet.

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Zusammenfassung

  • Bei Induktion werden Magnetfelder erzeugt, die Wirbelströme im Topfboden auslösen und ihn so erwärmen.
  • Die Technik ist nur mit Kochgeschirr mit einem magnetisierbaren Boden nutzbar.
  • Töpfe aus (Guss-)Eisen und bestimmte Stähle sind in der Regel geeignet.
  • Aluminium, Edelstahl und Kupfer nicht.
  • Induktionsgeeignetes Geschirr erkennst Du am Wendel-Symbol, aber auch ferromagnetisches Geschirr ohne das Symbol lässt sich nutzen.
  • Selbsttest: Wenn sich Topfboden und ein Magnet anziehen, ist der Topf für die Induktion geeignet.
  • Induktionsherde kochen schneller als Gas- und Elektroherde.
  • Sie sparen Stromkosten.
  • Durch flexible Kochfelder ist der Induktionsherd individuell einsetzbar.
  • Er bietet Sicherheit, da nur der Topf, nicht aber das Kochfeld heiß wird.
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