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Linux-Backup: So sicherst Du Deinen Linux-Rechner

Ubuntu-Design
In Linux-Systemen (hier Ubuntu) kannst Du auf verschiedene Art ein Backup anlegen. Bild: © YouTube / Tips On Linux 2017

Die Sicherung von Computerdaten kann in Linux manuell oder automatisch erfolgen. Wir zeigen Dir zwei gängige Methoden, um ein Linux-Backup zu erstellen.

Von André Gabriel

Egal welches System Du nutzt, eine regelmäßige Datensicherung ist wichtig. Das betrifft vor allem die persönlichen Dateien wie Bilder, die bei Linux im Home-Verzeichnis liegen. Auch der Ordner "/etc" freut sich über ein Linux-Backup, denn er enthält alle globalen Konfigurationsdateien wie die Netzwerkeinstellungen.

Manuelles Linux-Backup mit Rsync

Es gibt verschiedene Backup-Lösungen für Linux. Eine davon heißt Rsync. Die Methode eignet sich für lokale Systeme, auf die keine anderen Systeme im Netzwerk aktiv zugreifen. Mit ihr erstellst Du ein vollständiges Backup, um das gesamte Linux-System sinnvoll zu sichern – sofern Rsync installiert ist. Im Vergleich zu anderen gilt die Variante als besonders schnell und einfach. So geht’s:

  1.  Lege eine externe Festplatte ein oder verbinde einen USB-Stick.
  2. Finde das entsprechende Laufwerk mit dem Befehl "fdisk -l".
  3. Mounte das Laufwerk im beliebigen Ordner – zum Beispiel unter "/mnt".
  4. Öffne das Terminal – unter Ubuntu beispielsweise mit "[Strg] + [Alt] + [T]".
  5. Führe als Root-Benutzer folgenden Befehl aus: $ sudo rsync -aAXv / --exclude={"/dev/*","/proc/*","/sys/*","/tmp/*","/run/*","/mnt/*","/media/*","/lost+found"} /mnt

Der Befehl beruht auf dem Beispiel, dass Du im dritten Schritt "/mnt" gewählt hast. Danach hast Du ein Linux-Backup ohne die nachstehenden Verzeichnisse erstellt: /dev, /proc, /sys, /tmp, /run, /mnt, /media, /lost+found. Das ist wichtig, um eine Endlosschleife zu verhindern.

Der Befehl "-aAXv" stellt sicher, dass die Dateien im Archiv-Modus übertragen werden, um symbolische Links, Devices, Berechtigungen, Eigentumsrechte, Änderungszeiten, ACLs und erweiterte Attribute zu sichern.

Linux-Backup per Tool: Back In Time

Es gibt Programme, die automatische Linux-Backups ermöglichen. Zu den bekannten gehören Déjà Dup und Back In Time – die Oberflächen und Funktionsweisen ähneln sich. Wir skizzieren die Datensicherung am Beispiel von Back In Time. Auch hier bieten sich ein USB-Stick oder eine externe Festplatte als Speicherort des Linux-Systems an.

Das Programm unterstützt Gnome sowie KDE und harmoniert daher beispielsweise gut mit Ubuntu. Xfce und andere Desktop-Umgebungen stellen ebenfalls kein Problem dar. Weitere Vorteile von Back In Time: Veraltete Backups werden automatisch gelöscht und es lassen sich auch einzelne Dateiversionen wiederherstellen.

Um ein Linux-Backup mit der Software – hier "Schnappschuss" genannt – zu erstellen, musst Du sie installieren. Dafür gibst Du im Terminal den Befehl "sudo apt-get install backintime-qt4" ein. Nachdem Du Back In Time installiert hast, findest Du das Linux-Backup-Tool im Startmenü in diesen Ausführungen:

  • Standard
  • root-Version

Zur Sicherung von Systemdateien, wie sie beispielsweise im Verzeichnis "/etc" liegen, musst Du die root-Version nutzen. Temporäre Dateien, eingebundene Netzwerkordner, den Papierkorb und Arbeitskopien solltest Du nicht mit ins Linux-Backup einbeziehen.

So erstellst Du ein Linux-Backup mit Back In Time:

  1. Starte das Programm.
  2. Klicke auf den Tab "Allgemein".
  3. Bestimme den Speicherort.
  4. Definiere den "Zeitplan" – wir empfehlen "Wiederholend (anacron)".
  5. Klicke auf den Tab "Einbeziehen".
  6. Lege die zu sichernden Dateien über "Datei hinzufügen" fest.
  7. Nutze "Ordner hinzufügen", um komplette Ordner zu ergänzen.
  8. Klicke auf den Tab "Ausschließen".
  9. Belasse die Liste so, wie sie ist, oder füge weitere Dateien etc. über die Plus-Symbole hinzu – zum Beispiel Netzwerkfreigaben im Ordner Backup_HDD.
  10. Klicke auf den Tab "Automatisch entfernen".
  11. Aktiviere bei Bedarf "intelligentes Löschen" und passe die Einstellungen an.
  12. Prüfe die Einstellungen im Tab "Optionen" und passe sie gegebenenfalls an.
  13. Prüfe die Einstellungen im Tab "Einstellungen für Experten" und passe sie bei Bedarf an.
  14. Beende die Konfiguration, indem Du auf "OK" klickst.
  15. Erstelle einen Schnappschuss.

Automatische Backups erfolgen bei laufendem Computer. Wenn Du im vierten Schritt "Wiederholend (anacron)" auswählst, holt das System das Linux-Backup nach, sobald der Rechner (wieder) aktiv ist. Nutzt Du einen Laptop? Dann setze im Tab "Optionen" gegebenenfalls ein Häkchen bei "Schnappschüsse im Akkubetrieb deaktivieren".

Sobald ein Backup vorhanden ist, siehst Du es im Hauptmenü links. Wählst Du dort einen Schnappschuss aus, kannst Du Dateien, Ordner oder ein vollständiges Backup im rechten Fenster wiederherstellen. Führe dafür auf einer Datei einen Rechtsklick aus und klicke auf "Wiederherstellen".

Standardmäßig legt Back In Time die Sicherungen im Hauptprofil ab. Du kannst aber auch weitere Profile anlegen. Um eine vom Programm vordefinierte Komplettsicherung zu nutzen, klickst Du im Profilmenü auf "Für vollständige Systemsicherung verändern" und bestimmst den Zeitplan.

Zusammenfassung

  1. Auch für Linux-Nutzer empfehlen sich regelmäßige Daten-Backups.
  2. Besonders wichtig ist die Sicherung des Home-Verzeichnisses.
  3. Ein sehr schnelles manuelles Linux-Backup erstellst Du mit Rsync.
  4. Back In Time ist ein Tool für automatische Linux-Sicherungen.
  5. Eine vergleichbare Alternative für automatische Backups heißt Déjà Dup.
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