menu

Mitglied der Jailbreak-Community arbeitete als Doppelagent für Apple

ios-14-concept
Den großen iOS-14-Leak im März 2020 konnte Apple mithilfe eines Doppelagenten aufklären. Bild: © YouTube/ vinceDesign. 2019

Es klingt nach einer Geschichte aus einem Spionagefilm: Ein Mitglied der iPhone-Leaks- und Jailbreak-Community war jahrelang als Doppelagent für Apple tätig. Bevor das Mitglied die Seiten wechselte, kümmerte es sich um die Verbreitung geheimer Apple-Dokumente und gestohlener Geräte.

Wie die Webseite Motherboard berichtet, handelt es sich bei Andrey Shumeyko, der in der Leak- und Jailbreak-Community auch unter den Nicknames JVHResearch und YRH04E bekannt war, um einen Spion für Apple. Das Community-Mitglied organisierte anfangs den Vertrieb von internen Apple-Dokumenten und den Verkauf gestohlener Apple-Geräte auf Plattformen wie Twitter oder Discord.

2017 stellte Shumeyko dann erstmal Kontakt mit Apples Global Security Team her, das zum Teil aus ehemaligen NSA- und Militär-Personal besteht, und undichte Stellen im Unternehmen untersucht.

Shumeyko hilft bei Aufklärung des iOS-14-Leaks

2017 berichtet Shumeyko Apple zunächst von einer potenziellen Phishing-Kampagne, die speziell auf Apple-Mitarbeiter abzielt. Im Mai 2020 half er dann dabei, den riesigen iOS-14-Leak aufzuklären. Eigentlich sollte iOS 14 erst auf der WWDC im Juni offiziell angekündigt werden Über den Verkauf eines gestohlenen iPhone 11, auf dem eine Pre-Release-Version des Betriebssystems installiert war, sickerten allerdings schon viele Infos vor der Vorstellung durch.

Shumeyko lieferte Apples Global Security Team Informationen zum Käufer des gestohlenem iPhone 11, zu Sicherheitsforschern, denen Kopien von iOS 14 zugespielt wurden, und zu einer Gruppe Personen aus China, die gestohlene Prototypen verkaufen.

Im Sommer 2020 lieferte der Maulwurf außerdem die Spur zu einem deutschen Apple-Mitarbeiter, der einen Login zu einem internen Apple-Account verkaufen wollte. Der Account hätte Käufern Zugang zu E-Mails des Unternehmens und Daten aus Apples Intranet gegeben. Apple reagierte und feuerte den deutschen Mitarbeiter.

Shumeyko wollte sein Gewissen reinwaschen, aber auch Geld verdienen

Gegenüber Motherboard verriet Shumeyko, dass er mit seiner Rolle als Apple-Doppelagent sein Gewissen reinwaschen wollte. Er habe allerdings auch die Hoffnung gehabt, für die Weitergabe von Infos aus Leaker-Kreisen finanziell entlohnt zu werden. Apple habe ihn aber nie für seine Leistungen kompensiert, so Shumeyko. Das habe ihm das Gefühl gegeben, dass das Unternehmen ihn ausnutze.

Apple scheint mittlerweile nicht mehr an der Zusammenarbeit mit Shumeyko interessiert zu sein. Der letzte Kontakt mit dem Security Team soll am 15. Juli gewesen sein, so der Ex-Leaker.

Kommentar schreiben
Relevante Themen:

Neueste Artikel zum Thema Apple

close
Bitte Suchbegriff eingeben