PC-Stromverbrauch: Tipps zum Berechnen, Messen & Reduzieren

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Egal ob PC oder Laptop: Du solltest den Stromverbrauch der Geräte kennen. Bild: © mrmohock - stock.adobe.com 2021

Die Strompreise steigen – und damit auch die Belastung für Deinen Geldbeutel. Gerade Computer können Stromfresser sein. Wie Du den Stromverbrauch Deines PCs misst und ihn reduzierst, erfährst Du hier.

PC-Stromverbrauch berechnen: Grundlegendes

Wie hoch der Stromverbrauch Deines Computers ist, hängt davon ab, wofür Du ihn nutzt. Verwendest Du ihn ausschließlich zum Arbeiten (Office, Surfen im Web etc.), ist sein Verbrauch niedriger als bei leistungshungrigen Anwendungen, etwa grafikintensive Spiele oder Bild- und Videobearbeitung.

Das hat zwei Gründe: Zum einen sind Office-Anwendungen nicht so aufwendig darzustellen wie Spiele oder Videos – sie brauchen also generell weniger Leistung. Zum anderen sind PCs, mit denen Du zocken bzw. Bilder und Videos bearbeiten kannst, meist mit stärkerer Hardware ausgestattet, etwa einem schnelleren Prozessor und einer separaten Grafikkarte. Diese Komponenten benötigen zusätzlich eine stärkere Kühlung als das Innenleben eines Standard-PCs. All das lässt den Stromverbrauch in die Höhe schnellen.

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Ein Gaming-PC verbraucht mehr Strom als ein einfacher Office-Rechner. Bild: © Adobe Stock/Gorodenkoff 2022
Strom sparen mit kompakten Geräten
Laptops und Notebooks verbrauchen weniger Energie als große Desktop-PCs. Willst Du Dir also ein neues Gerät anschaffen, greif zu den kompakten Computern, wenn Du Strom sparen willst.

Wir gehen im Folgenden von einem PC aus, mit dem Du Deine anfallenden Arbeiten für Schule, Uni oder Deinen Job erledigst. Er besitzt einen durchschnittlichen Prozessor und eine Onboard-Grafikkarte.

Damit so ein PC ordentlich funktioniert, benötigt er ein Netzteil mit bis zu 300 Watt. Das ist die Obergrenze der Leistung, die Dein PC aufnehmen kann. Da der Rechner aber nicht ständig unter Volllast läuft, liegt der durchschnittliche Stromverbrauch Deines Computers darunter. Wie Du diesen Wert ermittelst, liest Du im Folgenden.

Wie rechne ich den Stromverbrauch meines PCs aus?

Um den durchschnittlichen Stromverbrauch Deines PCs auszurechnen, addiere zuerst den durchschnittlichen Stromverbrauch aller Komponenten Deines PCs. Für den Stromverbrauch am wichtigsten sind:

  • Prozessor
  • Mainboard
  • Kühlung
  • Laufwerke (wenn Du sie häufig nutzt)

Bei Gaming-PCs und Rechnern für Bild- und Videobearbeitung kommt noch die separate (dedizierte) Grafikkarte als einer der Hauptstromverbraucher hinzu.

Den Stromverbrauch dieser PC-Komponenten kannst Du auf den Webseiten der Hersteller oder im PC-Handbuch einsehen. Genaue Informationen zu den Modellen der einzelnen Komponenten findest Du unter Windows zum Beispiel im Geräte-Manager.

Hast Du den Stromverbrauch aller PC-Komponenten addiert, schätzt Du, wie viele Stunden Du täglich mit dem Rechner arbeitest. Dann geht es an die Berechnung des gesamten Stromverbrauchs Deines PCs.

Nehmen wir an, die Komponenten Deines PCs verbrauchen insgesamt 135 Watt pro Stunde und Du arbeitest im Schnitt vier Stunden am Tag. Das wären also 540 Watt pro Tag. Rechnest Du das auf ein Jahr hoch, ergibt das einen durchschnittlichen PC-Stromverbrauch von 197.100 Wattstunden bzw. 197,1 Kilowattstunden (kWh ) pro Jahr.

Die Rechnung im Überblick:

Stromverbrauch aller PC-Komponenten × durchschnittliche Nutzungszeit pro Tag × 365 = Jährlicher Stromverbrauch Deines PCs

Diesen Wert musst Du anschließend mit dem Strompreis pro kWh multiplizieren – und schon hast Du eine Vorstellung davon, wie viel Geld Dich der Strom für Deinen PC im Jahr kostet. Als Beispiel: Im ersten Halbjahr 2022 lag der Strompreis bei etwa 40 Cent pro kWh. Für unseren Beispiel-Rechner heißt das: Er verursacht in einem Jahr Stromkosten in Höhe von knapp 80 Euro.

Gaming-PCs verbrauchen (teils deutlich) mehr Strom, da die Komponenten eine höhere Leistungsaufnahme haben. Ein Energiebedarf von über 350 Watt ist hier keine Seltenheit.

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Stromsparen schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Bild: © dpa 2015

Stromverbrauch des Computers mit Programmen auslesen: Sinnvoll?

Microsoft hat vor mehreren Jahren ein Tool zum Auslesen des Strombedarfs verschiedener PC-Komponenten herausgebracht: das Microsoft Joulemeter. Die Weiterentwicklung des Tools wurde allerdings eingestellt. Wir empfehlen daher, es nicht mehr zu verwenden.

Mittlerweile hat Microsoft den Task-Manager um eine Funktion erweitert, die den Stromverbrauch von einzelnen Apps und Programmen anzeigt. Allerdings gibt das Programm die Werte nur mit sehr allgemeinen Begriffen an, etwa "Niedrig" oder "Hoch". Eine genaue Messung des Stromverbrauchs kannst Du hiermit also nicht durchführen. Die Angaben helfen aber zumindest dabei, Stromfresser zu erkennen und ggf. zu schließen.

PC-Stromverbrauch auslesen: Auswertung an der Steckdose

Willst Du den Stromverbrauch Deines PCs genau messen, kannst Du Dir ein Strommessgerät für die Steckdose zulegen. Vergiss allerdings nicht, dass auch die Peripherie Deines Computers (also Monitor, Drucker etc.) Strom verbraucht. Für eine möglichst genaue Berechnung des Stromverbrauchs solltest Du diese Komponenten in die Berechnung einfließen lassen.

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Den Stromverbrauch des PCs verringern: So geht‘s

Du hast mehrere Möglichkeiten, um den Stromverbrauch Deines PCs zu reduzieren:

Unter Windows kannst Du verschiedene Energiesparpläne auswählen. Dort stellst Du beispielsweise ein, dass Dein PC den Bildschirm bei Inaktivität früher ausschaltet. Du kannst auch die Zeit definieren, nach der der Energiesparmodus aktiviert wird. Damit kannst Du vor allem Strom sparen, wenn Du Deinen PC nur sporadisch nutzt.

Egal, ob Windows, macOS oder Linux – mit dieser Maßnahme sparst Du garantiert Strom: Schalte Deinen PC und alle damit verbundenen Geräte aus, wenn Du sie nicht nutzt. Ziehe also den Stecker. Besonders einfach machst Du es Dir mit einer Mehrfachsteckdose mit Ein-/Ausschalter: Schließe dort alle Geräte an und schalte die Leiste aus, wenn Du den PC nicht nutzt. So verhinderst Du auch, dass die Geräte im Stand-by unnötig Strom verbrauchen.

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Die Kennzeichnung "80Plus" hilft Dir, energieeffiziente Netzteile zu erkennen. Bild: © LC-Power 2017

Zusätzlich solltest Du auf die Energieeffizienz Deines PC-Netzteils achten, genauer gesagt auf den Wirkungsgrad. Er wird in Prozent angegeben. Generell gilt: Je höher der Wirkungsgrad, umso besser die Energieeffizienz des Netzteils.

Die Kennzeichnung "80Plus" hilft Dir bei der Wahl eines effizienten Netzteils. Sie unterteilt sich in mehrere Stufen:

  • "80Plus Bronze": Wirkungsgrad von mindestens 80 Prozent
  • "80Plus Silber": Wirkungsgrad zwischen 85 und 90 Prozent
  • "80Plus Gold": Wirkungsgrad zwischen 90 und 92 Prozent
  • "80 Plus Platin": Wirkungsgrad zwischen 90 und 94 Prozent
  • "80Plus Titanium": Wirkungsgrad zwischen 90 und 96 Prozent

Je höher der Wirkungsgrad des Netzteils, umso mehr Strom kannst Du mit Deinem PC sparen.

Auch mit den richtigen Speichermedien kannst Du den Stromverbrauch Deines PCs reduzieren. SSDs sind durch ihre Konstruktion zum Beispiel weniger anfällig für Störungen und haben eine deutlich längere Lebenszeit als HDDs (Festplatten). Außerdem ist der Stromverbrauch von SSDs geringer als der von HDDs.

Zusammenfassung

  • Ein Office-PC verbraucht weniger Strom als ein Gaming-PC, da die Komponenten des Gaming-Computers mehr Leistung benötigen.
  • Laptops und andere mobile Geräte verbrauchen weniger Strom als Desktop-Computer.
  • Den durchschnittlichen Stromverbrauch Deines PCs kannst Du mit einer einfachen Formel ausrechnen.
  • Der Task-Manager zeigt den Energieverbrauch einzelner Apps und Programme an. So identifizierst Du Stromfresser und kannst sie abschalten.
  • Mit einem Strommessgerät für die Steckdose misst Du den Stromverbrauch Deines PCs. Allerdings müssen auch Peripherie-Geräte in die Berechnung einfließen.
  • Um den Stromverbrauch Deines PCs zu senken, kannst Du unter Windows die Energiesparpläne nutzen.
  • Außerdem empfiehlt es sich, Geräte komplett vom Strom trennen, wenn Du sie nicht nutzt, ein effizientes Netzteil zu verwenden und mit SSDs statt HDDs zu arbeiten.
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