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QD-OLED: Darum ist die neue TV-Technik noch besser als OLED

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Der Sony X95K ist der erste QD-OLED-Fernseher. Bild: © Sony 2022

Auf der CES 2022 präsentierten Sony und Samsung erste Fernseher mit der neuen QD-OLED-Technologie. Auch Gaming-Monitore von Alienware und Samsung setzen auf die innovative Bildschirmtechnik. Quantum-Dot-OLEDs funktionieren anders als herkömmliche OLEDs und bieten eine Reihe von Vorteilen. Hier erfährst Du, was es mit QD-OLED auf sich hat.

So funktionieren QD-OLED-TVs

Wie herkömmliche OLED-Fernseher setzen auch die QD-OLEDs auf selbstleuchtende organische Pixel. Daher teilen sie sich mit OLEDs die grundlegenden Vorzüge: Perfektes Schwarz, enormer Kontrast und kurze Reaktionszeit. QD-OLEDs kombinieren die OLED-Technologie mit Quantum Dots für eine bessere Farbdarstellung – es gibt aber noch mehr Unterschiede.

Die neuen QD-OLED-Bildschirme haben einen grundlegend anderen Aufbau als herkömmliche OLED-TVs. Sie nutzen blaue OLEDs als Hintergrundbeleuchtung. Diese leuchten durch rote und grüne Quantenpunkte hindurch, wobei jedes OLED-Pixel in die drei Subpixel Rot, Grün und Blau aufgeteilt wird. Diese werden schließlich so kombiniert, dass sie Millionen von Farben erzeugen.

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Aufbau eines QD-OLED-Bildschirms. Bild: © Samsung 2022

Konventionelle OLED-TVs setzen hingegen auf die "WOLED-" alias "White OLED"-Technologie. Rotes, grünes und blaues OLED-Material wird für einen reinen leuchtenden Weißton kombiniert. Ein Farbfilter spaltet diesen in die vier Subpixeln Rot, Grün, Blau und Weiß auf. Ein Problem besteht hier darin, dass der Farbfilter die Helligkeit des weißen Hintergrundlichts deutlich reduziert. Daher sind WOLED-Fernseher wie die bisherigen OLED-TVs von LG und Sony nicht so hell wie die neuen QD-OLED-Geräte, bei denen weniger Helligkeit verloren geht.

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Aufbau eines WOLED-Displays. Bild: © Samsung 2022

Diese Vorteile haben QD-OLED-Fernseher

Samsung Display nannte auf der CES 2022 folgende Vorzüge der QD-OLED-Technologie:

  • Abdeckung des großen HDR-Farbraums Rec.2020: 90 statt 76 Prozent
  • Farbvolumen im DCI-P3-Farbraum für HDR-Filme: 123 statt 94 Prozent
  • Höchste Helligkeit von Weiß: 1.500 statt 1.000 Nits
  • Höchste Helligkeit der Farben Rot / Grün / Blau: 335 / 1.088 / 136 statt 103 / 350 / 45 Nits
  • Blickwinkelstabilität: 81 statt 53 Prozent

QD-OLED-Displays können voraussichtlich also mehr Farben darstellen als herkömmliche OLED-Fernseher, sie sind heller und ihr Bild bleibt auch in einem sehr schrägen Winkel noch farbecht. Von diesen Vorzügen profitiert theoretisch die Darstellung von HDR-Inhalten wie entsprechende Filme und Spiele in HDR10, Dolby Vision und anderen Hochkontrast-Formaten.

Es gibt bislang noch keine objektiven Tests der neuen Bildschirmtechnologie. Auch bleibt unklar, wie groß der Unterschied in der Praxis bei verschiedenen HDR-Inhalten ausfallen wird. Samsung gewährte dem YouTuber Linus einen ersten Blick auf die QD-OLED-Technologie, allerdings für ein gesponsertes Video.

Das Team von Linus konnte ein um 23 Prozent helleres Bild bei Vollbild-Weiß messen. Und das im Vergleich zum LG G1, der bereits ein überdurchschnittliches helles Panel besitzt. In einem 10-Prozent-Fenster konnte der QD-OLED-Fernseher 1.000 Nits hell strahlen, in einem 3 Prozent großen Fenster waren es 1.500 Nits. Und obwohl QD-OLED heller ist, benötigt es weniger Strom als herkömmliche OLEDs.

Außerdem sollen Farben viel intensiver wirken, insbesondere Rot und Gold. Insgesamt schätzt Linus QD-OLED auf bis zu 15 bis 25 Prozent besser ein als die WOLEDs, die heute zum Einsatz kommen. Samsungs QD-OLED-TVs können außerdem bis zu 144 Bilder pro Sekunde darstellen, was andere 2022-Flaggschiff-TVs allerdings auch schaffen.

Eine Stufe skeptischer gibt sich Vincent Teoh von HDTVTest, ein ehemaliger Profi-Kalibrierer und TV-Experte. Samsung zeigte auf der CES 2022 einen Vergleich zwischen einem QD-OLED-Panel mit dem LG G1, einer der besten erhältlichen OLED-TVs, und einem Samsung Q90N. Die beiden Konkurrenten stammen von 2021. Leider waren alle drei TVs unkalibriert und operierten im übersättigten Vivid-Modus. Das erschwert die Einschätzung. Auch wurden die Demoinhalte so ausgewählt, dass der QD-OLED besonders gut rüberkam.

Trotzdem bestätigt HDTVTest, dass der QD-OLED stärker gesättigte Farben bei höherer Helligkeit darstellen kann als die Konkurrenten. Auch die bessere Blickwinkelstabilität kann er bestätigen. Schließlich spiegelte der QD-OLED-Bildschirm weniger als der LG G1.

Welche Fernseher und Monitore mit QD-OLED-Displays wurden angekündigt?

Die QD-OLED-Panels, also die grundlegenden Bildschirm-Bauteile, stellt Samsung Display her. Das ist ein Subunternehmen von Samsung, das auch für andere Anbieter wie Sony arbeitet. Samsungs TV-Sparte hat noch keinen eigenen QD-OLED-Fernseher angekündigt, also kein konkretes Modell für die Kunden. Hier ist ihnen Sony zuvorgekommen.

Der Sony A95K dürfte der erste QD-OLED-Fernseher sein, der auf dem Markt erhältlich sein wird. Und er nutzt nicht nur Quantum Dots, sondern obendrein einen Kühlkörper, um ein noch helleres Bild erzeugen zu können. Damit verlieren LCD-TVs allmählich ihren großen Vorzug, dass sie für hell beleuchtete Räume besser geeignet sind. Neben zwei HDMI 2.0-Anschlüssen bietet der Sony A95K zwei HDMI 2.1-Ports – und das mit voller 48-Gbit/s-Bandbreite. PC-Gamer sowie die Nutzer von PS5 und Xbox Series X können so Spiele in 4K-Auflösung bei 120 Hertz, HDR und VRR (Variable Refresh Rate) auf dem Bildschirm zocken.

Der Fernseher nutzt die von früheren Sony-OLEDs bekannte "Acoustic Surface Audio+"-Technologie, um das Display in Vibrationen zu versetzen, sodass es als Lautsprecher funktioniert. Der Sony A95K wird in den Größen 55 und 65 Zoll auf den Markt kommen.

Schließlich wurden zwei 34-Zoll-Gaming-Monitore mit QD-OLED-Displays angekündigt: Der Samsung Odyssey G8QNB und der Dell Alienware AW3423DW. Die Monitore nutzen offenbar dasselbe Samsung-Panel und teilen sich ihre technischen Eigenschaften.

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Alienware AW3423DW Bild: © Dell / Alienware 2022

Die Monitore haben eine Bildwiederholrate von 175 Hertz via DisplayPort 1.4, sind im Radius von 1,8 Metern gebogen und lösen mit 3.440 x 1.440 Pixeln auf. Das bedeutet ein 21:9-Seitenverhältnis. Die Monitore können bis zu 100 Hertz über ihre HDMI 2.0-Ports anzeigen, was Konsolenspielern nützt. Die Reaktionszeit von 0,1 Millisekunden ist rekordverdächtig. Trotz einer Spitzenhelligkeit von 1.000 Nits reicht es aber nur für eine DisplayHDR 400-Zertifizierung.

Wann erscheinen die QD-OLEDs und wieviel kosten sie?

Sony möchte die Preise der beiden A95K-Modelle im Frühjahr bekanntgeben. Sie dürften noch im Jahr 2022 auf den Markt kommen, aber hierzu gibt es keine offiziellen Informationen. Samsungs QD-OLED-TVs in 55 und 65 Zoll erhielten zwar den CES Innovation Award, aber noch fehlen detailliertere Infos zu den Fernsehern. Der Alienware-Monitor soll am 5. April auf den Markt kommen, zum Samsung-Monitor fehlen noch die Release-Infos.

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