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Smart Meter: Das musst Du über die vernetzten Stromzähler wissen

Digitale Stromzähler in Verbindung mit einem Gateway heißen Smart Meter.
Digitale Stromzähler in Verbindung mit einem Gateway heißen Smart Meter. Bild: © pololia/AdobeStock 2019

Smart Meter sind digitale Stromzähler, die Daten über Stromverbrauch erfassen, speichern und versenden. Wie die Technik funktioniert und für wen das vernetzte Messsystem verpflichtend ist, erfährst Du in unserem Ratgeber.

Im Februar 2020 ist der Roll-out der Smart Meter gestartet. Basis ist die Digitalisierung der Energiewende, die gesetzlich festgeschrieben ist und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) vorangetrieben wird.

Was ist ein Smart Meter?

Ein Smart Meter besteht aus zwei Komponenten. Einerseits einem digitalen Stromzähler und andererseits einem Gateway. Letzteres ermöglicht die Kommunikation des Stromzählers mit der Außenwelt und sorgt für die Datenübertragung. Ohne das Kommunikationsmodul ist ein digitaler Stromzähler nicht vernetzt und kann auch nicht über das Internet ausgelesen werden. Ein solcher Zähler wird offiziell als "moderne Messeinrichtung" bezeichnet.

Habe ich einen Smart Meter?

Ob Du einen Smart Meter zu Hause hast, zeigt Dir ein Blick auf den Stromzähler. Ist Dein Stromzähler klein, quadratisch und eine Drehscheibe zu erkennen? Dann handelt es sich um einen klassischen analogen Stromzähler – auch Ferrariszähler genannt. Blickst Du hingegen auf einen kleinen Kasten mit einer digitalen Anzeige ohne Drehscheibe, besitzt Du einen der Bausteine des Smart Meters – den digitalen Stromzähler.

Dieser Zähler alleine ist allerdings nicht "smart". Nur wenn Du in unmittelbarer Nähe das Gateway entdeckst, das optisch einem Mini-Router ähnelt und mit Kontrollleuchten ausgestattet ist, dann hast Du einen Smart Meter.

Gibt es eine Smart-Meter-Pflicht?

Ja, für bestimmte Haushalte ist der Einbau eines Smart Meters verpflichtend. Der Verbraucherzentrale zufolge gilt die Smart-Meter-Pflicht in folgenden Fällen:

  1. Haushalte mit einem hohen Stromverbrauch von mehr als 6.000 kWh pro Jahr
  2. Haushalte mit einer stromerzeugenden Anlage (z.B. Solar) mit einer Nennleistung von mehr als 7 Kilowatt
  3. Haushalte mit einer steuerbaren Verbrauchseinrichtung wie zum Beispiel einer Wärmepumpe oder Nachtspeicherheizung. Allerdings nur falls eine Steuerung mit dem Netzbetreiber vereinbart wurde.
Häuser mit einer Solaranlage mit einer Nennleistung über 7 Kilowatt brauchen mitunter einen Smart Meter. fullscreen
Häuser mit einer Solaranlage mit einer Nennleistung über 7 Kilowatt brauchen mitunter einen Smart Meter. Bild: © CLShebley/AdobeStock 2019

In den Fällen 2 und 3 muss außerdem festgestellt sein, dass es technisch möglich ist, einen Smart Meter einzubauen. Alle anderen Haushalte sollen im Zuge der Energiewende bis 2032 zumindest einen digitalen Stromzähler erhalten. Für den Einbau sind die lokalen Netzbetreiber verantwortlich. Als Mieter musst Du also erst einmal nichts tun.

Wie liest man einen Smart Meter aus?

Smart Meter haben üblicherweise eine Infrarotschnittstelle, die mit einem entsprechenden Lesegerät, einem Computer und der notwendigen Software ausgelesen werden kann. Allerdings ist zusätzlich eine PIN erforderlich, die vom Netzbetreiber gesetzt ist. Mieter stehen solche Informationen in der Regel nicht zur Verfügung – lediglich Hauseigentümern.

Was kostet ein Smart Meter?

Üblicherweise sind die Netzbetreiber für den Einbau von Smart Metern oder digitalen Stromzählern zuständig. Entsprechend landen auch die Kosten bei ihnen. Wenn Du dennoch selbst in die Digitalisierung investieren möchtest, gibt es im Netz verschiedene Anbieter, die entsprechende Geräte anbieten. Der Preis variiert, liegt aber um die 100 Euro.

Achtung! Zum Anschaffungspreis kommt bei allen Anbietern noch eine monatliche Pauschale für den Betrieb dazu. Diese liegt meist zwischen 4 und 10 Euro. Für Privatpersonen lohnt sich die Anschaffung eines Smart Meters aus diesem Grund oft nicht, denn mögliche Kosteneinsparungen durch flexible Stromtarife werden durch die monatliche Gebühr wieder zunichtegemacht. Genaues Durchrechnen empfiehlt sich also vor dem Vertragsabschluss.

Zusammenfassung

  • Im Februar 2020 ist im Zuge der Digitalisierung der Energiewende der Smart-Meter-Roll-out offiziell gestartet.
  • Ein Smart Meter ist eine Kombination aus digitalem Stromzähler und Kommunikationsmodul (Gateway).
  • Einen Smart Meter erkennst Du an der digitalen Anzeige und dem Router-ähnlichen Gateway in unmittelbarer Nähe.
  • Für bestimmte Haushalte gibt es eine Smart-Meter-Pflicht.
  • Einen Smart-Meter liest Du über eine Infrarotschnittstelle aus. Allerdings ist eine PIN vom Netzbetreiber erforderlich.
  • Ein Smart Meter kostet um die 100 Euro. Zusätzlich kommen aber monatliche Betriebskosten hinzu.
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