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Wie funktioniert Twitter? Der Kurznachrichtendienst einfach erklärt

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wie-funktioniert-twitter-logo Bild: © Twitter 2021

Twitter zählt zu den beliebtesten Social-Media-Plattformen überhaupt und wird aktuell von über 200 Millionen Menschen aktiv genutzt. Aber wie funktioniert Twitter eigentlich? In diesem Ratgeber nehmen wir den Kurznachrichtendienst genauer unter die Lupe, klären die wichtigsten Begriffe und geben Tipps zur Nutzung.

Was ist Twitter? Die Geschichte des Dienstes in Kurzfassung

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So sahen die ersten Notizen und Ideen für Twitter von Mitbegründer Jack Dorsey aus. Bild: © Twitter/Jack Dorsey 2016

Der Microblogging-Dienst Twitter wurde im März 2006 gegründet und war ursprünglich als Kommunikationsplattform auf Basis der SMS geplant. Freunde sollten über kurze Posts in Kontakt bleiben und immer erfahren können, was bei den jeweiligen Personen gerade los ist.

Zunächst wurde Twitter als Entwicklungsprojekt zur internen Kommunikation im Podcast-Unternehmen Odeo verwendet. In dem Projekt steckte jedoch so viel Potenzial, dass Twitter 2007 ausgegründet und ein eigenes Unternehmen wurde.

Interessante Fakten über Twitter
  • Der erste Tweet wurde am 21. März 2006 von Mitbegründer Jack Dorsey mit dem folgenden Inhalt verschickt: "just setting up my twttr."
  • Twitter war zuerst unter dem Namen "twttr" bekannt. Der Name sollte einerseits eine Anspielung auf die kurze Code-Schreibweise in SMS sein. Andererseits war zur Gründung auch die Domain www.twitter.com bereits vergeben.
  • Der blaue Twitter-Vogel hieß ursprünglich "Larry the bird" und sah früher ganz anders aus.
  • Bestimmte Features wie Hashtags, Retweets oder das Tagging mittels @ entsprangen dem Chat-Jargon der Twitter-Community. Sie wurden erst später nativ in den Dienst integriert.

Als der Kurznachrichtendienst für alle Nutzer des Internets verfügbar wurde, explodierten die Nutzerzahlen förmlich. Im April 2010 waren bereits 105 Millionen Menschen bei Twitter registriert. Im selben Jahr veröffentlichte das Unternehmen die offizielle App für Smartphones, was noch einmal zu einer Verdoppelung der Nutzerzahlen innerhalb eines Jahres führte.

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Im ersten Quartal 2019 nutzen 330 Millionen Nutzer Twitter mindestens einmal monatlich. Bild: © Statista 2021

Da Twitter als SMS-basierte Plattform startete, mussten sich Nutzer bei ihren Tweets kurzfassen. Lange Zeit standen ihnen nur 140 Zeichen zur Verfügung. 2017 beschloss das Unternehmen jedoch, das Zeichenlimit auf 280 zu erhöhen. Einer Auswertung von Statista zufolge gab es 2019 rund 330 Millionen Twitter-Nutzer, die mindestens einmal monatlich aktiv waren.

So funktioniert Twitter: Das kleine Twitter-Einmaleins

Im Folgenden wollen wir den Kurznachrichtendienst Twitter näher vorstellen und die wichtigsten Begriffe und Funktionen erklären.

Tweet

Wie bereits erwähnt, können Nutzer auf Twitter Kurznachrichten mit einer Länge von bis zu 280 Zeichen absetzen. Diese werden als Tweets bezeichnet. Ein Tweet muss nicht zwangsläufig aus reinem Text bestehen, sondern kann auch Bilder oder Videos enthalten. Auf der Startseite von Twitter werden Dir die Tweets anderer Nutzer, denen Du folgst, angezeigt. Die eigenen Tweets findest Du in Deinem Profil.

Um einen Tweet auf dem PC zu verfassen, gibst Du ihn einfach in dem Textfeld auf der Startseite ein. Mit einem Klick auf das jeweilige Symbol unter dem Textfeld kannst Du noch bis zu vier Bilder, ein GIF oder ein Video hinzufügen. Nun musst Du nur noch auf den Twittern-Button drücken und Dein Tweet geht online.

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Deinen Tweet kannst Du ganz unkompliziert auf der Startseite eingeben und abschicken. Bild: © Screenshot TURN ON 2021

Auf Mobilgeräten funktioniert das Absetzen eines Tweets ähnlich. Um das Textfeld auf dem Smartphone zu öffnen, musst Du in der Twitter-App allerdings zunächst auf das Plus-Symbol in der unteren rechten Ecke und anschließend auf das Feder-Symbol tippen.

Tipp: Längere Tweets verfassen
Du möchtest einen Tweet mit mehr als 280 Zeichen verfassen? Tippe einfach Deinen Text in das Textfeld ein. Ist der Kreis unter dem Tweet komplett blau, ist das Zeichenlimit erreicht. Drücke nun auf das Plus-Symbol. Das öffnet ein neues Textfeld, in dem Du Deinen längeren Tweet als Thread (Antwort) zu Ende schreiben kannst.

Twitter-Handle und -Name

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Der große Name unter Deinem Accountbild ist Dein editierbarer Anzeigename, darunter befindet sich Dein einzigartiges Twitter-Handle. Bild: © Screenshot TURN ON 2021

Wenn Du auf Twitter unterwegs bist, benötigst Du einen Account mit einer eindeutigen Kennung. Dies ist das sogenannte Twitter-Handle, das immer mit einem @ beginnt. Jedes Twitter-Handle ist einzigartig und kann nicht geändert werden.

Zusätzlich zum Twitter-Handle gibt es auch noch einen Anzeigenamen, der bei Tweets als erstes angezeigt wird. Dieser ist nicht einzigartig und kann auf Wunsch beliebig oft geändert werden. Geht es darum, bestimmte Accounts zu suchen oder in einem Tweet zu taggen, ist das Twitter-Handle die wichtigere Account-Bezeichnung.

Follower

Ein Follower ist eine Person, die einem Twitter-Account folgt. Folgest Du einem Nutzer auf Twitter, erscheinen seine Posts auf Deiner Startseite. Umgekehrt erscheinen alle Deine Tweets auf den Startseiten der Twitter-Accounts, die Dir folgen.

Möchtest Du mit einem Tweet einen bestimmten Twitter-Nutzer ansprechen, erwähnst Du ihn direkt am Anfang des Tweets mit seinem Twitter-Handle. Dann erhält der erwähnte Nutzer eine Benachrichtigung über seine Erwähnung. Gesehen werden kann solch ein Tweet nur von Twitter-Nutzern, die sowohl Dir als auch der erwähnten Person folgen.

Möchtest Du, dass alle Deine Follower einen Tweet von Dir sehen, in dem ein bestimmter Nutzer markiert ist, dann darfst Du seinen Twitter-Handle nicht an den Anfang Deines Tweets setzen. Das kann dann beispielsweise so aussehen: "Wie geht's, @abc?". Soll der erwähnte Nutzer unbedingt an erster Stelle im Tweet stehen, kannst Du Dir mit einem kleinen Trick behelfen. Setze bei der Erwähnung vor dem Twitter-Handle einfach einen Punkt, etwa so: ".@abc, wie geht's?".

Hashtags (#)

Mit sogenannten Hashtags, die durch eine vorangestellte Raute (#) markiert sind, kannst Du Deinem Tweet eine Art Kategorie zuordnen. So lassen sich Tweets zu bestimmten Themen leichter finden und bündeln. Häufig werden besondere Ereignisse wie Fußballspiele, Konzerte oder Fernsehshows von Twitter-Nutzern mit Hashtags versehen, um online darüber zu diskutieren.

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Am 2. Dezember 2021 waren unter anderem #SpotifyWrapped und #Adventskalender in den deutschen Trends. Bild: © Screenshot TURN ON 2021

Wird ein Hashtag besonders häufig in Tweets erwähnt, erscheint er bei Twitter in den Trends. Auf dem PC siehst Du die Trends direkt neben Deiner Startseite, in der Twitter-App auf Smartphones werden sie Dir erst angezeigt, wenn Du auf das Lupen-Symbol für die Suche drückst.

Interessierst Du Dich für ein bestimmtes Thema, kannst Du einfach auf das jeweilige Hashtag in einem Tweet oder in den Trends klicken und mitdiskutieren. Du kannst aber auch in der Suche nach Hashtags suchen.

Antwort, Retweet, Like, Teilen

Auf den Tweet eines Nutzers kannst Du unterschiedlich reagieren. Dafür stehen Dir vier Symbole mit unterschiedlichen Funktionen zur Verfügung. Drückst Du auf die Sprechblase, kannst Du eine Antwort verfassen. Diese ist für alle Twitter-Nutzer, die auf den Original-Tweet klicken, sichtbar.

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Über "Retweeten" leitest Du einen Tweet im Original an Deine Follower weiter, mit "Tweet zitieren" kannst Du noch etwas zum jeweiligen Tweet sagen. Bild: © Screenshot TURN ON 2021

Möchtest Du einen bestimmten Tweet eines Twitter-Nutzers auch Deinen Followern zeigen, kannst Du einen Retweet nutzen. Dafür klickst Du auf das Symbol mit den zwei Pfeilen. Nun kannst Du zwischen "Retweeten" und "Tweet zitieren" wählen. Beim Retweet wird der Original-Tweet des Nutzers unverändert an Deine Follower ausgespielt. Entscheidest Du Dich für das Zitat, kannst Du selbst noch ein paar Zeilen zum Original verfassen. Möchtest Du einfach nur zeigen, dass Dir ein Tweet gefällt, kannst Du einen Tweet über das Herz-Symbol einen Like geben.

Je nach Plattform befindet sich unter Tweets an vierter Stelle noch ein weiteres Pfeil-Symbol (PC) beziehungsweise ein Symbol mit drei verbundenen Kreisen (Smartphone). Hierüber kannst Du Tweets über weitere Wege teilen. Dafür kannst Du entweder eine Direktnachricht an einen Twitter-Nutzer schicken, den Link zum Tweet kopieren und diesen beispielsweise über einen Messenger weiterleiten oder über die Funktion "Tweet teilen via..." (PC) beziehungsweise "Teilen per" (Smartphone) direkt eine App zum Teilen auswählen. Über das Feature "Lesezeichen" kannst Du außerdem bestimmte Tweets abspeichern und so später leichter wiederfinden.

Direktnachricht (DM)

Möchtest Du Dich auf Twitter privat mit einem anderen Nutzer austauschen, ohne dass Deine ganzen Follower mitlesen, hast Du auch die Möglichkeit, eine Direktnachricht (DM) zu schreiben. Dafür klickst Du einfach auf das Benutzerbild oder den Anzeigenamen des Twitter-Accounts und anschließend auf das Brief-Symbol.

So funktioniert Twitter: Hilfreiche Shortcuts für PC-Nutzer

Nutzt Du Twitter hauptsächlich am PC, kannst Du mit verschiedenen Tastenkombinationen bei der Nutzung des Dienstes jede Menge Zeit sparen. Die wichtigsten Tastenkombinationen haben wir hier für Dich aufgelistet.

Aktionen

  • Neuen Tweet verfassen = N
  • Like geben = Tweet anklicken + L
  • Auf Tweet antworten = Tweet anklicken + R
  • Retweeten = Tweet anklicken + T
  • Menü für DMs öffnen = M
  • Account stummschalten = Account anklicken + U
  • Account blockieren = Account anklicken + X
  • Suche öffnen = Umschalttaste + 7
  • Tweet abschicken: Strg + Enter (PC), Command + Enter (Mac)

Navigation

  • Zum nächsten Tweet springen = J
  • Zum vorherigen Tweet springen = K
  • Komplette Seite nach unten scrollen = Leertaste
  • Neue Tweets laden = . (Punkt)
  • Alle Shortcuts anzeigen = Umschalttaste + ß

Tab-Navigation

  • Zurück zur Startseite: G + H
  • Mitteilungen-Tab: G + N
  • Erwähnungen-Tab: G + R
  • Zum Profil: G +P
  • "Gefällt mir"-Tab: G + L
  • Listen-Tab: G + I
  • Direktnachrichten-Tab: G + M
  • Einstellungen/Datenschutz: G + S
  • Liste mit Nutzer-Accounts aufrufen: G + U

Interessante Twitter-Bots

Auf Twitter tummeln sich nicht nur Privatpersonen, Promis und Firmen, sondern auch Accounts, die von Bots verwaltet werden. Hierbei handelt es sich um Computerprogramme, die kleinere Aufgaben selbstständig erledigen können. Einige dieser Twitter-Bots haben nützliche oder amüsante Funktionen. Ein paar spannende Bots wollen wir Dir an dieser Stelle vorstellen.

Thread Reader App (@threadreaderapp)

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Längere Tweets mit mehreren Threads stellt Thread Reader App als übersichtliche Blog-Einträge dar. Bild: © Screenshot TURN ON/@threadreaderapp 2021

Wie schon als Tipp erwähnt, können Nutzer mittels Threads auch Nachrichten mit mehr als 280 Zeichen verschicken. Leider lesen sich diese langen Tweets aufgrund der Antworten-Struktur nicht mehr besonders komfortabel. Der Account Thread Reader App verschafft hier Abhilfe.

Antworte auf einen Tweet, der aus mehreren Antworten der gleichen Person besteht einfach mit "@threadreaderapp unroll" und der Twitter-Bot serviert Dir eine leicht lesbare Version des langen Tweets im Blog-Format.

DownloadThisVideo (@this_vid)

Hat ein Twitter-Nutzer ein interessantes Video getweetet, kannst Du dies mithilfe des Twitter-Accounts DownloadThisVideo herunterladen. Markiere dazu unter einem Tweet mit eingebettetem Video den Bot einfach mit "@this_vid" und der Bot schickt Dir nach kurzer Zeit einen Download-Link zum Video.

EveryColor (@everycolorbot)

Möchtest Du ein bisschen mehr Farbe in Dein Leben bringen? Dann brauchst Du einfach nur @everycolorbot folgen. Der Twitter-Bot tweetet stündlich eine zufällige Farbe und den dazugehörigen Hex-Code. Wenn Du demnächst Dein Zimmer streichen willst, verschafft Dir der Twitter-Bot vielleicht ein wenig Inspiration.

Year Progress (@year_progress)

Fragst Du Dich manchmal, wie viel Prozent des Jahres eigentlich schon vorbei sind? Der Twitter-Bot @year_progress verrät es Dir. Der Bot twittert jedes Mal, wenn ein weiteres Prozent des Jahres vergangen ist, einen Ladebalken mit dem aktuellen Stand.

Remind me of this Tweet (@RemindMe_OfThis)

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Der Twitter-Bot "Remind me of this Tweet" eignet sich hervorragend als Gedächtnisstütze für kommende Ereignisse. Bild: © Screenshot TURN ON 2021

Hast Du einen interessanten Tweet gelesen, an den Du zu einem späteren Zeitpunkt erinnert werden möchtest? Dann ist der Twitter-Bot Remind me of this Tweet wie für Dich gemacht. Um Dich an den Tweet einer Person erinnern zu lassen, taggst Du den Bot einfach unter dem jeweiligen Tweet mit "@RemindMe_OfThis". Anschließend schreibst Du noch, wann der Bot Dich an den Tweet erinnern soll. Die Zeitangaben müssen auf Englisch erfolgen und können dann beispielsweise so aussehen: "@RemindMe_OfThis in a year".

Zusammenfassung

  • Twitter ist eine Social-Media-Plattform, auf der Nutzer Kurznachrichten mit einer Länge von 280 Zeichen (Tweets) posten können.
  • Deine Tweets werden Deinen Followern angezeigt und Du siehst Tweets von Nutzern, denen Du auf Twitter folgst.
  • Mit Hashtags werden Tweets einem bestimmten Thema zugeordnet. Sie beginnen immer mit einer Raute (#).
  • Du hast unterschiedliche Möglichkeiten, um auf Tweets zu reagieren. Zur Wahl stehen Antworten, Retweets und Likes.
  • Tweets können auch außerhalb von Twitter geteilt werden.
  • Über Direktnachrichten (DMs) kannst Du Dich auch privat mit Twitter-Nutzern unterhalten, ohne dass Deine Follower mitlesen können.
  • Am PC kannst Du mit Shortcuts auf Twitter viel Zeit sparen.
  • Einige Twitter-Bots bieten interessante und amüsanten Funktionen.
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