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Xiaomi 11T Pro im Test: Von 0 auf 100 in 17 Minuten

Das Xiaomi 11T Pro lädt schneller als jedes andere Smartphone, das sich bisher im Test bei uns beweisen musste – viel schneller. Ob es auch sonst zu überzeugen weiß, erfährst Du in unserem Review.

Es ist lange her, dass uns ein Smartphone so ins Staunen versetzen konnte wie das Xiaomi 11T Pro. Das liegt vor allem am 120-Watt-Schnellladen. Doch das Gerät hat tatsächlich noch mehr zu bieten und kann dabei sogar mit einem attraktiven Preis punkten.

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Irgendwo zwischen Mittel- und Oberklasse

Rein äußerlich versprüht das Xiaomi 11T Pro nur zum Teil Premium-Flair. Das 6,67-Zoll-große AMOLED-Display sieht gut aus, bietet natürliche Farben und tolle Kontraste und 120 Hz. Die Auflösung von 2400 x 1080 Pixeln ist vollkommen ausreichend, sodass einzelne Pixel mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Geschützt ist das Panel übrigens durch das sehr stabile Corning Gorilla Glas Victus, das beispielsweise auch in aktuellen Samsung-Flaggschiffen eingesetzt wird.

Die Rückseite des Smartphones besteht allerdings aus Kunststoff, der leider unnötigerweise mit einer Hochglanz-Optik versehen ist, sodass Fingerabdrücke davon ebenso magisch angezogen werden wie von den meisten Glas-Rückseiten. Das markante Kameramodul soll laut Xiaomi optisch einige Parallelen zu einem Camcorder aufweisen und wirkt insgesamt recht schick. Schön ist auch, dass der "Buckel" nicht so hoch ausfällt wie bei vielen anderen Smartphones. Ebenfalls gut gelöst ist der Fingerabdrucksensor im Power-Button. Er ist einfach zu erreichen und reagiert sowohl schnell als auch zuverlässig.

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Die Bildwiederholrate kann auf Wunsch bis zu 120 Hz betragen.

Mit seiner Optik und Haptik versprüht das Xiaomi 11T Pro insgesamt eher den Charme eines Mittelklasse-Smartphones als den eines Flaggschiffs. Außerdem ist es nicht wasserdicht, sondern nach dem Industriestandard IP53 nur gegen Spritzwasser geschützt. Angesichts des konkurrenzfähigen Preises lässt sich dieser Kritikpunkt jedoch leicht verschmerzen.

Technisch auf der Höhe der Zeit

Bei der technischen Ausstattung im Inneren kann das Xiaomi 11T Pro in den wichtigen Bereichen gut mit den Top-Smartphones der letzten Monate mithalten. Als Prozessor kommt hier der Snapdragon 888 von Qualcomm zum Einsatz, der immer noch zu den stärksten Smartphone-SoCs zählt und sowohl Games als auch aufwendige Anwendungen im Bereich Foto- und Bildoptimierung problemlos meistert. Dazu gibt es 8 GB RAM und einen internen Speicher von wahlweise 128 oder 256 GB. Die Möglichkeit zur Speichererweiterung gibt es zwar nicht, dafür schluckt das Xiaomi 11T Pro auf Wunsch zwei SIM-Karten, die auch beide 5G-Empfang unterstützen können.

Der beste Smartphone-Akku der Welt?

Abgerundet wird das Paket von einem großen 5000-mAh-Akku, der genügend Energie für bis zu zwei Tage liefert und selbst Power-User problemlos durch einen ganzen Tag trägt. Noch deutlich beeindruckender als die Größe der Batterie ist allerdings die Ladetechnik, die Xiaomi verbaut. Diese hört auf den Namen HyperCharge und bietet eine Ladeleistung von unglaublichen 120 Watt. Zum Vergleich: Das teure iPhone 13 Pro Max schafft gerade einmal 20 Watt und das nicht viel günstigere Samsung Galaxy S21 Ultra streicht bei 25 Watt die Segel.

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Das 120-Watt-Netzteil ist im Lieferumfang enthalten.

Während die Konkurrenz trotz kleinerer Akkus technisch bedingt immer noch Ladezeiten von deutlich über einer Stunde bis hin zu knapp zwei Stunden bietet, schafft das Xiaomi 11T Pro eine komplette Ladung von 0 auf 100 Prozent in knapp über 17 Minuten.

Akkutechnik am Puls der Zeit

Ermöglicht wird dies durch eine Reihe neuer Technologien. So verwendet Xiaomi einen Zwei-Zellen-Akku, in dem beide Zellen parallel durch zwei Ladepumpen aufgeladen werden. Eine Technologie namens MWT sorgt zusätzlich dafür, dass der interne Widerstand des Akkus reduziert wird und der Strom schneller in die Zellen gepumpt werden kann.

Durch die partielle Verwendung des neuen Materials Graphen soll nicht nur das Laden schneller gehen, sondern auch sicherer werden, weniger Hitze entwickeln und zusätzlich die Lebensdauer des Akkus verbessert werden. So verbaut der Hersteller zahlreiche Sensoren zur Temperaturmessung und verspricht 800 Ladezyklen, bevor die Leistungsfähigkeit des Akkus auf 80 Prozent fällt. Selbst bei täglichem Laden würde es also ungefähr zweieinhalb Jahre dauern, bevor dieser Wert erreicht ist.

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Das 11T Pro lädt schneller als jedes anders Smartphone (Stand: September 2021).

Testen konnte ich das in so kurzer Zeit natürlich nicht. Was ich allerdings bestätigen kann, ist die sehr schnelle Ladezeit von unter 20 Minuten und die Tatsache, dass das Smartphone beim Aufladen nicht wärmer wird als andere Geräte mit deutlich langsamerer Ladetechnik.

Angesichts dieser beeindruckenden Performance ist es auch zu verschmerzen, dass das Xiaomi 11T Pro kein Wireless Charging unterstützt. Denn mal Hand aufs Herz: Wer würde dieses Smartphone allen Ernstes auf ein 5-Watt-Ladepad legen und bis zu drei Stunden warten, wenn das Aufladen per Kabel derart schnell geht?

Eine Kamera für Fotografen?

Stolz ist Xiaomi auch auf seine Kamera, die eine Auflösung von bis zu 108 Megapixel aufbringen kann. Gemeinsam mit einer f/1.8-Blende sorgt der Sensor durchaus für scharfe und natürliche Fotos. Dabei spuckt die Kamera-App im Standard-Modus aber 12-Megapixel-Fotos aus, was bedeutet, dass von der Software die Bild- und Lichtinformationen mehrerer Pixel kombiniert werden – eine Technik, die auch andere Hersteller einsetzen. Über einen gesonderten Modus lassen sich aber dennoch Fotos in der vollen 108-Megapixel-Auflösung knipsen.

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Foto mit der Hauptlinse. Bild: © TURN ON 2021
Standard-Bilder werden allerdings in 12 Megapixeln ausgeliefert. fullscreen
Standard-Bilder werden allerdings in 12 Megapixeln ausgeliefert. Bild: © TURN ON 2021
Der Algorithmus schärft teilweise stark nach. fullscreen
Der Algorithmus schärft teilweise stark nach. Bild: © TURN ON 2021
Foto mit der Hauptlinse.
Standard-Bilder werden allerdings in 12 Megapixeln ausgeliefert.
Der Algorithmus schärft teilweise stark nach.

Zusätzlich gibt es noch eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkel-Linse und ein 5-Megapixel-Zoom-Objektiv. Während beide ziemlich gut auf die Farbbalance des Hauptsensors abgestimmt sind, können sie diesem qualitativ jedoch nicht das Wasser reichen. Speziell die Bilder der Ultraweitwinkellinse wirken eher wie von einem Smartphone der Einsteigerklasse und sind stark verzerrt sowie unscharf.

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Foto mit der Hauptlinse. Bild: © TURN ON 2021
Deutlich unscharfes und verzerrtes Motiv mit der Ultraweitwinkellinse. fullscreen
Deutlich unscharfes und verzerrtes Motiv mit der Ultraweitwinkellinse. Bild: © TURN ON 2021
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Foto mit der Hauptlinse. Bild: © TURN ON 2021
Herangezoomt mit dem zweifachen Zoom. fullscreen
Herangezoomt mit dem zweifachen Zoom. Bild: © TURN ON 2021
Der HDR-Modus wirkt teilweise wie ein Filter, der über das Bild gelegt wurde. fullscreen
Der HDR-Modus wirkt teilweise wie ein Filter, der über das Bild gelegt wurde. Bild: © TURN ON 2021
Herangezoomt mit dem Teleobjektiv. fullscreen
Herangezoomt mit dem Teleobjektiv. Bild: © TURN ON 2021
Foto mit der Hauptlinse.
Deutlich unscharfes und verzerrtes Motiv mit der Ultraweitwinkellinse.
Foto mit der Hauptlinse.
Herangezoomt mit dem zweifachen Zoom.
Der HDR-Modus wirkt teilweise wie ein Filter, der über das Bild gelegt wurde.
Herangezoomt mit dem Teleobjektiv.

Die Zoom-Linse kann Bildinhalte nicht nur vergrößern, sondern dient auch als Makrolinse und macht in dieser Funktion sogar eine außerordentlich gute Figur. Wer kleine Dinge ganz nah heranholen möchte, ist mit dem Xiaomi 11T Pro besser bedient als mit den meisten anderen Smartphones.

Foto mit der Standard-Optik. fullscreen
Foto mit der Standard-Optik. Bild: © TURN ON 2021
Eine Makroaufnahme. fullscreen
Eine Makroaufnahme. Bild: © TURN ON 2021
Kleine Dinge lassen sich mit dem 11T Pro... fullscreen
Kleine Dinge lassen sich mit dem 11T Pro... Bild: © TURN ON 2021
...ganz groß machen. fullscreen
...ganz groß machen. Bild: © TURN ON 2021
Foto mit der Zoom-Linse. fullscreen
Foto mit der Zoom-Linse. Bild: © TURN ON 2021
Eine Makroaufnahme. fullscreen
Eine Makroaufnahme. Bild: © TURN ON 2021
Und noch eine. fullscreen
Und noch eine. Bild: © TURN ON 2021
Der Porträt-Modus kann überzeugen. fullscreen
Der Porträt-Modus kann überzeugen. Bild: © TURN ON 2021
Der Nachtmodus ist ok, aber nicht spektakulär. fullscreen
Der Nachtmodus ist ok, aber nicht spektakulär. Bild: © TURN ON 2021
Auch aus diesem Motiv können andere Smartphones schon mehr herausholen. fullscreen
Auch aus diesem Motiv können andere Smartphones schon mehr herausholen. Bild: © TURN ON 2021
Foto mit der Standard-Optik.
Eine Makroaufnahme.
Kleine Dinge lassen sich mit dem 11T Pro...
...ganz groß machen.
Foto mit der Zoom-Linse.
Eine Makroaufnahme.
Und noch eine.
Der Porträt-Modus kann überzeugen.
Der Nachtmodus ist ok, aber nicht spektakulär.
Auch aus diesem Motiv können andere Smartphones schon mehr herausholen.

Ein paar Schwächen leistete sich die Kamera im Test im HDR-Modus. Der wirkt längst nicht so überzeugend wie bei namhaften Konkurrenten von Apple, Samsung oder Google und sorgte insbesondere bei Nachtaufnahmen mitunter für einen unschönen Grauschleier über dem Bild. Apropos Nachtmodus: Auch der vermag es nicht, so viel aus dunklen Bildern herauszuholen, wie die Nachtmodi der Konkurrenz.

Ein Smartphone für Cineasten

Besonderen Wert legt Xiaomi auf die Videofunktionen des 11T Pro. Wie schon bei den Geräten der Mi-11-Serie spendiert der Hersteller dem Gerät einige Kamera-Effekte, die das cineastische Filmen unterstützen sollen. So lassen sich mit der Software des Smartphones etwa ein Vertigo-Effekt oder ein gespiegeltes Bild erzeugen. Auch das Klonen von Personen in einem Bild oder das Einfrieren von Teilen des Bildes, während andere weiterlaufen, ist möglich.

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Die 108-Megapixel-Kamera kann sehr viele Details einfangen.

Einige Effekte, die normalerweise mithilfe von Programmen wie After Effects am Computer erzeugt werden müssen, baut die Software in Echtzeit in die Aufnahme mit ein. Das funktioniert nicht immer auf Anhieb, liefert oft durchwachsene Ergebnisse und hat auf keinen Fall die Qualität von Kinoeffekten. Es ermöglicht aber einige filmische Spielereien, die bislang mit Smartphones so nicht möglich waren.

Filmen kann das Xiaomi 11T Pro grundsätzlich in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde oder sogar in 8K mit maximal 30 Frames. Grundsätzlich verfügt das Telefon auch über eine gute Bildstabilisierung, die jedoch stellenweise so aggressiv funktioniert, dass dadurch ein leichtes Zittern an den Bildrändern entsteht.

Android mit Update-Garantie

Die Entwicklung, dass sich immer mehr Smartphone-Hersteller von vornherein zu langjährigen Update-Plänen verpflichten, ist definitiv positiv. Das trifft auch auf Xiaomi im Falle des 11T Pro zu. Der Hersteller verspricht neue Android-Versionen für mindestens drei Jahre und Sicherheitsupdates für mindestens vier Jahre.

Xiaomi nutzt auf dem 11T Pro seine eigene Benutzeroberfläche namens MIUI 12.5.4. Die leistet sich einige Eigenheiten im Vergleich zum Stock-Android von Google. Bemerkenswert ist zum Beispiel, dass die Schnelleinstellungen und das Benachrichtigungscenter – also die Menüs, die sich durch Herabwischen vom oberen Bildschirmrand aufrufen lassen – getrennt sind. Wischen vom linken oberen Rand aktiviert das Benachrichtigungscenter, wischen vom rechten oberen Rand die Schnelleinstellungen. Abgesehen davon wirkt MIUI recht zweckmäßig und auch etwas schmucklos. Letzteres ist natürlich Geschmackssache und kein genereller Kritikpunkt.

Fazit: Ein Fenster in die Zukunft

Mit seiner Ausstattung, der Verarbeitung und auch dem Preis platziert sich das Xiaomi 11T Pro als gute Alternative zum Samsung Galaxy S20 FE. Dabei bietet es die etwas modernere Technik zu einem günstigeren Preis, kann jedoch im Software-Bereich nicht mit der gleichen Brillanz und im Kamera-Segment nicht ganz mit der gleichen Qualität punkten.

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Was das Xiaomi 11T Pro allerdings abhebt – und zwar von allen Smartphones, die sich sonst noch auf dem Markt tummeln – ist die fortschrittliche Ladetechnik. Mit der Möglichkeit, das Gerät mit 120 Watt aufzuladen, deklassiert Xiaomi die versammelte Konkurrenz in diesem Bereich.

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Das Xiaomi 11T Pro könnte mit seiner Akkutechnik wegweisend sein.

Ich bin mir sicher, dass wir derart ausgefeilte Ladetechnik in Zukunft auch in anderen Smartphones sehen werden. Wer einmal erlebt hat, wie sich ein Smartphone innerhalb von kürzester Zeit aufladen lässt, wird sich in Zukunft vermutlich nur schwer mit stundenlangen Ladezeiten zufriedengeben. Und wenn der Akku – wie Xiaomi behauptet – dann tatsächlich auch noch langlebiger ist, gibt es kein Argument, was gegen diese Entwicklung spricht.

Das hat uns gut gefallen Das hat uns weniger gefallen
+ Extrem schnelles Laden - HDR-Fotos eher unspektakulär
+ Lange Akkulaufzeit - Nachtmodus schwächelt
+ Tolles Display - Videoeffekte sind durchwachsen
+ Schnelle Performance - Nicht wasserdicht
+ Makrofotos
+ Viele Video-Spielereien

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