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Amazon will in Mordfall keine Alexa-Daten freigeben

Der Echo-Lautsprecher von Amazon kann per Sprachbefehl gesteuert werden.
Der Echo-Lautsprecher von Amazon kann per Sprachbefehl gesteuert werden. (©Amazon 2017)

Der Schutz der Privatsphäre steht an erster Stelle: Amazon weigert sich in einem Mordfall, eventuell erfolgte Aufzeichnungen seiner Sprachassistentin Alexa herauszugeben – und beruft sich dabei auf die amerikanische Verfassung.

Anfang Januar 2017 ging die Nachricht durch die Medien, dass die Sprachassistentin vom Amazon Echo, Alexa, in einem Mordfall in Arkansas in den USA als eine Art Zeuge "vor Gericht aussagen" soll. Dem schiebt der Versandhausriese nun einen Riegel vor: Das Unternehmen will keine eventuellen Daten an die Behörden weiterreichen, berichtet Forbes.

Gibt es eine Sprachaufzeichnung aus der Mordnacht?

Was war passiert? Einem Mann wird vorgeworfen, im November 2015 einen Freund ermordet zu haben. Am Tatort stießen die Ermittler auf einen Echo-Lautsprecher von Amazon, der über die hauseigene Sprachsteuerung verfügt und womöglich in der Mordnacht Aufzeichnungen gemacht haben könnte.

Ob es überhaupt Daten gibt, ist unklar. Doch selbst wenn: Die Datenschutzpolitik von Amazon verbietet es, Aufzeichnungen generell herauszugeben. Man wolle keinen Präzedenzfall schaffen, heißt es. Dabei bringt das Unternehmen den ersten Zusatzartikel der Verfassung der USA ins Spiel, das sogenannte "First Amendment". Dieses garantiert den Bürgern unter anderem das Recht auf freie Rede. Nach Meinung von Amazon unterliegen Suchanfragen einer solchen freien Rede. Und: Der Artikel garantiere, dass Suchanfragen anonym bleiben müssen.

"Amazon wird keine Kundendaten freigeben, ohne dass eine gültige und verbindliche Rechtsforderung ordnungsgemäß bei uns eingegangen ist", sagte das Unternehmen nun laut der Nachrichtenagentur AP in einer Erklärung.

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