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Antioxidantien: Gar nicht so gesund, wie immer behauptet?

Antioxidantien stecken in Form von Vitamin C sowohl in Orangen als auch Vitamintabletten.
Antioxidantien stecken in Form von Vitamin C sowohl in Orangen als auch Vitamintabletten. (©Thinkstock/Heike Rau 2016)

Antioxidantien sind in aller Munde: Als Radikalfänger sollen die chemischen Verbindungen die körpereigenen Zellen vor Schädigung durch reaktive Sauerstoffverbindungen schützen. Doch das ist offenbar gar nicht nötig.

"Vergessen Sie Antioxidantien!" äußert Professor Harald Schmidt von der Universität Maastricht gegenüber Ökotest. Der Experte, der seit Jahren die Radikalfänger erforscht, spricht den chemischen Verbindungen, die zum Beispiel in Beeren und Spinat zu finden sind, ihre Wichtigkeit ab.

Radikale sind nicht nur Abfallprodukte

Die Radikale – genauer: reaktive Sauerstoffverbindungen (RSV) – im Körper seien nämlich per se keine schädlichen Abfallprodukte. Demnach müssen sie auch nicht durch Antioxidantien bekämpft werden. Vielmehr sind RSV auch nützlich und von entscheidender Bedeutung für die "Immunabwehr, Bildung neuer Blutgefäße, den Trainingseffekt nach Ausdauersport, Hormonsynthese und vieles mehr. ", so Schmidt.

Auch wäre es ein Irrglaube, dass der Körper nur ein bestimmtes Maß an RSV vertrage. Das Gegenteil sei der Fall. Große Mengen der reaktiven Sauerstoffverbindungen könnten sogar die Immunabwehr stärken. Ein Indiz für die Richtigkeit dieser Aussagen ist, dass bei Menschen, die durchgehend Antioxidantien zu sich nehmen, vermehrt Tumore auftreten.

Gesunde Ernährung statt Antioxidantien

Deshalb rät der Experte, die Finger von Nahrungsergänzungsmitteln mit Antioxidantien zu lassen. Vor allem auch, da durch die Einnahme und die Wirkung der Radikalfänger neue Endprodukte entstehen. Wer gesund bleiben möchte, sollte stattdessen auf eine gesunde, vielseitige Ernährung setzen. Vor allem die sekundären Pflanzenstoffe in Obst und Gemüse sind wichtig. Als Zusätze zu dieser Ernährung sind nach Meinung von Schmidt nur natürliche Extrakte sinnvoll.

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