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Arzt am Arm: Wearables sollen Gesundheitsprobleme erkennen

Fitness-Tracker sind erst der Anfang. Wissenschaftler arbeiten an wesentlich genaueren Methode, um die Gesundheit von Wearabale-Trägern zu tracken.
Fitness-Tracker sind erst der Anfang. Wissenschaftler arbeiten an wesentlich genaueren Methode, um die Gesundheit von Wearabale-Trägern zu tracken. (©TURN ON 2016)

Ein neues Forschungsprojekt wertet Daten aus verschiedenen Wearables aus, um den Gesundheitszustand des Trägers in Echtzeit zu überwachen. Demnächst könnte es die Technik auch in alltägliche Gadgets schaffen.

Unter dem Titel "MD2K" (Abkürzung für "Mobile Sensor Data-to-Knowledge") arbeiten zwölf US-amerikanische Universitäten am Health-Tracking der Zukunft. Das Forschungsprojekt entwickelt Hardware und Software, um mit verschiedenen Körpersensoren Daten zu erheben, anhand derer Gesundheitsprobleme abgelesen und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können.

Wearables erstellen Gesundheitsbild des Trägers

Dazu werden bisher drei präzise arbeitende Wearables genutzt, die über einen Zeitraum von 24 Stunden hochqualitative Daten sammeln können und um ein Vielfaches präziser sind als im Handel erhältliche Fitness-Tracker. Eine Smartwatch namens MotionSense trackt die Armbewegungen und misst Veränderungen des Herzschlags, zwei Körpersensoren namens EasySense und Autosense messen das Lungenvolumen und das Atmungsverhalten und werten ebenfalls den Herzschlag aus. Per WLAN werden die Daten an ein Android-Smartphone übermittelt und dort zu einem Gesamtbild zusammengesetzt, das in Echtzeit Auskunft über die Gesundheit des Trägers und mögliche Risikofaktoren gibt. So sollen beispielsweise Stresslevel akkurat erfasst werden können.

Einsatzmöglichkeiten in der Suchtprävention

Aktuell nutzen die Forscher das System unter anderem, um Rückfälle bei eigentlich abstinenten Rauchern zu analysieren: Die Armbewegungen verraten, ob der Träger gerade zur Zigarette gegriffen hat, Herzschlagsensoren und GPS-Koordinaten geben Aufschluss darüber, ob ein erhöhtes Stresslevel oder bestimmte äußere Reize für den Rückfall verantwortlich sind. In Zukunft soll das Smartphone dem Raucher rechtzeitig ein Warnsignal geben, um ihn so vom Griff zur Zigarette abzuhalten.

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts richten sich momentan in erster Linie an professionelle Gesundheitseinrichtungen. Weil die Ergebnisse Open Source sind und damit jedem Interessierten zur Verfügung stehen, könnte die erarbeitete Technik demnächst aber auch in Wearables für den Alltagsgebrauch landen. Datenschützern dürften die Unmengen von verknüpften Gesundheitsdaten allerdings bereits jetzt Kopfschmerzen bereiten.

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