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Bewaldete Hochhäuser sollen Nanjing mit Sauerstoff versorgen

In Mailand steht bereits seit 2014 einer von Stefano Boeris "verticalen Wäldern".
In Mailand steht bereits seit 2014 einer von Stefano Boeris "verticalen Wäldern". (©Vimeo/Stefano Boeri Architetti 2017)

Mitten in der chinesischen Millionenstadt Nanjing entsteht demnächst ein Wald. Der Clou: Das satte Grün wächst nicht auf dem Boden, sondern an zwei Hochhaustürmen, die der italienische Architekt Stefano Boeri designt hat.

Luftverschmutzung und Smog sind in Großstädten ein immer drastischer werdendes Problem. Eine mögliche Lösung ist Architektur, die auf Pflanzenkraft setzt, um die Luft wieder zu reinigen – in diese Richtung geht auch das Konzept des "Bosco Verticale" (zu Deutsch: "vertikaler Wald") des italienischen Architekten Stefano Boeri.

3600 Pflanzen säubern die Stadtluft

Bereits seit 2014 stehen zwei begrünte Hochhäuser mit 111 und 76 Metern Höhe in der italienischen Stadt Mailand, ein weiteres wird ab diesem Jahr im schweizerischen Lausanne gebaut. Nun bringt Boeri seine Idee bis nach China und baut bis 2018 zwei weitere Hochhauswälder in der ostchinesischen 5-Millionen-Metropole Nanjing. Mit 200 und 108 Metern Höhe sind die beiden Türme noch einmal deutlich größer als der Prototyp in Mailand und bieten Platz für jede Menge Grün: 600 große und 500 mittelgroße Bäume aus 23 verschiedenen Spezies sollen laut dem Magazin Inhabitat an der Fassade wachsen, dazu kommen 2500 Rank- und Kletterpflanzen. Pro Jahr soll der Wald 25 Tonnen Kohlenstoffdioxid aufnehmen und etwa 60 Kilogramm Sauerstoff pro Tag produzieren.

Ist die Stadt der Zukunft grün?

Innen bietet das größere "Bosco Verticale"-Hochhaus Platz für Büros, ein Museum, eine Architekturschule und einen Club mit Dachterrasse. Den kleineren Stadtwald bezieht ein Hotel der Luxuskette Hyatt: 247 Zimmer und ein Swimmingpool auf dem Dach sind geplant. Inhabitat zufolge könnten weitere Hochhauswälder in China bald folgen: So soll Boeris' Architekturbüro bereits verschiedene weitere Großstädte des Landes – darunter die 14-Millionen-Einwohner-Stadt Shanghai – für neue grüne Türme ins Auge gefasst haben.

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