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Das Smart Home als Spion?

Kann Dein Smart Home vor Gericht gegen Dich verwendet werden?
Kann Dein Smart Home vor Gericht gegen Dich verwendet werden? (©thinkstock.com/Brian A. Jackson 2015)

Immer mehr Menschen setzen aus Bequemlichkeit oder zum Selbstschutz auf Gadgets, mit denen sie ihr Zuhause in ein Smart Home verwandeln. Doch was zeichnen die Geräte wirklich alles auf?

Fakt ist: Die technischen Geräte, die ein normales Haus zum Smart Home machen, kommen in der Regel ausgerüstet mit Kameras und Mikrofonen daher – das müssen sie sogar, um den ihnen zugeschriebenen Zweck erfüllen zu können. Eigentlich sollen Alexa, Google Home und Co. nur auf bestimmte Schlüsselworte reagieren, doch um diese überhaupt auffangen zu können, müssen die Geräte mehr oder weniger dauerhaft "lauschen". Was genau via Internet dann bei den Herstellern landet, ist bisher relativ unklar.

Das Smart Home als Zeuge vor Gericht

Das wurde vor allem im Zuge eines mysteriösen Mordfalls deutlich, der im vergangenen Dezember dadurch für Aufsehen sorgte, dass die zuständigen US-Behörden den Sprachassistenten Echo des Hauptverdächtigen als Beweismaterial auswerten wollten. Amazon weigerte sich anfangs hartnäckig, die gespeicherten Daten des Nutzers offenzulegen und berief sich auf den Schutz des ersten Zusatzartikels der Verfassung, namentlich auf den Schutz der Redefreiheit und Privatsphäre. Erst, nachdem der verdächtigte Nutzer sein OK gab, wurden die Daten an die Behörden weitergeleitet.

Was dürfen Hersteller alles speichern?

Der Fall schlug hohe Wellen, weil auf einen Schlag deutlich wurde, wie gläsern sich Nutzer durch ihr Smart Home potenziell machen könnten. Wie viel Privatsphäre kann tatsächlich noch als sicher vorausgesetzt werden, wenn verschiedenste Geräte faktisch ständig mithören und beobachten? "Aus gesetzlicher Sicht ist das ein ungeklärtes Problem, das uns mit am meisten Sorgen an der ganzen Sache macht", stellte "American Civil Liberties Union"-Senior Analyst Jay Stanley dazu im Gespräch mit TechCrunch fest. "Ich denke, die meisten Menschen rechnen nicht damit, dass Teile ihrer Gespräche versehentlich mitgehört werden könnten. [Smart Assistants] hören hin und wieder Triggerworte, wenn diese gar nicht beabsichtigt waren."

Zwar schließen Hersteller wie Amazon und Co. eine Datenspeicherung und -übertragung, die über das absolut Notwendigste hinausgeht, in ihren AGBs von vornherein aus, doch die technische Möglichkeit dazu hätten sie.

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