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Dieser Roboter unterstützt schwache Herzen beim Pumpen

Forscher an der Harvard-Universität haben ein Herz für Roboter – und entwickelten einen Roboter fürs Herz!
Forscher an der Harvard-Universität haben ein Herz für Roboter – und entwickelten einen Roboter fürs Herz! (©Getty Images/iStockphoto 2017)

Ein Roboter könnte Menschen bei einem Herzstillstand demnächst das Leben retten. Wie eine Hülle umschließt er das Organ und fängt bei Bedarf an zu pumpen.

Wissenschaftler an der US-amerikanischen Harvard-Universität arbeiten an einer Maschine, die herzkranken Menschen Hoffnung machen dürfte: ein Roboter, der Herzen wieder zum Schlagen bringt. Dieser sieht aus wie eine Plastikhülle fürs Herz und funktioniert wie ein künstlicher Muskel.

Silikonhülle fürs Herz mit kräftigem Eigenleben

Das Gerät besteht aus weichem Silikon und wird um den Herzmuskel herumgelegt. An der Außenseite laufen Schläuche entlang, die wie Muskelstränge wirken: Wenn Pressluft hinein- oder hinausgepumpt wird, zieht sich die Herz-Hülle zusammen oder auseinander. Das umschlossene Herz wird dadurch in seiner Pumpbewegung unterstützt und kann bei einem Herzstillstand sogar weiter in Bewegung gehalten werden. Wie das Magazin The Verge berichtet, soll sich der Roboter beim Pumpen an den Rhythmus des jeweiligen Herzens anpassen und sogar einzelne Stellen des Herzens besonders stark berücksichtigen können.

Prototyp an Schweinen erfolgreich getestet

Bisher ist der Roboter noch ein Prototyp, den die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitung Science Translational Magazine vorstellen. Erste Tests mit lebenden Schweinen verliefen demnach bereits erfolgreich. Die Forscher implantierten den Tieren einen Herzroboter und führten anschließend mit Medikamenten einen Herzstillstand herbei. Die Maschine konnte den Blutfluss wieder in Gang und das Schweineherz wieder zum Schlagen bringen.

Risiken und Nebenwirkungen

Gegenüber herkömmlichen Kunstherzen, die aktuell Menschen mit Herzinsuffizienz eingepflanzt werden, hat der Roboter einige Vorteile: So umschließt die Maschine das Herz von außen und kommt daher nicht in Kontakt mit Blut. Die Notwendigkeit, ein Leben lang Blutverdünner zu nehmen, könnte damit für Kunstherzpatienten entfallen. Allerdings verursachte der Roboter bei vielen Versuchen Entzündungen am Herzen. Bis das Gerät einsatzbereit ist, vergeht also wohl leider noch eine Weile.

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