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"Elektronischer Zahn" soll frühzeitig vor Krankheiten warnen

Auf den Zahn gefühlt: Ein kleiner Sensor könnte bald frühzeitig Krankheiten erkennen.
Auf den Zahn gefühlt: Ein kleiner Sensor könnte bald frühzeitig Krankheiten erkennen. (©Getty Images/Blend Images 2018)

Nicht nur Blut liefert wichtige Auskünfte über die Körpergesundheit, auch Körperflüssigkeiten wie Speichel können Rückschlüsse auf bestimmte Krankheiten geben. Jetzt wird ein "elektronischer Zahn" entwickelt, der in der Zukunft schon erste Anzeichen bestimmter Erkrankungen erkennen könnte.

Ein Team von der Washington University School of Medicine in St. Louis und der School of Engineering & Applied Science arbeitet an einer "Smart-Zahn-Technologie", wie die Universität in einer Pressemitteilung vermeldet.

Sensoren im Mund messen krankeitsspezifische Faktoren

"Es ist wie ein elektronischer Zahn", beschreibt hier Shantanu Chakrabartty, einer der Mitarbeiter des Forschungsteams, ihre Entwicklung. Doch in Wirklichkeit handelt es sich um einen winzigen Sensor gepaart mit einem elektronischen Chip, die gemeinsam nur ein paar Millimeter dick sind. Sie sollen in den Zahnfleischrand oder als Teil zahntechnischer Vorrichtungen in den Mundraum eingefügt werden. Hier können ihre Bio-Erkennungselemente aus dem Speichel krankheitsspezifische Peptide messen.

Einsatz zur Diabetes-Überwachung möglich

Die Forscher wollen dabei insbesondere ein Augenmerk auf Peptide – also organische Verbindungen – legen, die in Zusammenhang mit Knochenabbau oder der Zahnerkrankung Parodontitis stehen. Ein kabelloses Ultrasound-Device soll dann genutzt werden, um die Peptidlevels abzulesen und mit einer medizinischen Media-Cloud zu verbinden. Die Forscher sehen großes Potenzial für den breiten Einsatz ihrer Erfindung, unter anderem auch zur Diabetes-Überwachung.

"Wirklich alles, was man sich vorstellen kann, dass sie in der Mundhöhle tracken möchten, ist möglich. Wir entwickeln sowohl die Plattform als auch die spezifische Anwendung", schließt Erica Lynn Scheller, Professorin für Medizin und Zellbiologie- und physiologie an der School of Medicine.

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