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Entwarnung: Katzen steigern Risiko für Schizophrenie nicht

Es darf weiter geschmust werden: Katzen steigern das Risiko, psychische Störungen zu entwickeln, offenbar nicht.
Es darf weiter geschmust werden: Katzen steigern das Risiko, psychische Störungen zu entwickeln, offenbar nicht. (©Wavebreakmedia Ltd/ThinkstockPhotos 2017)

Katzenhalter dürfen aufatmen: Die Stubentiger erhöhen die Wahrscheinlichkeit, psychische Erkrankungen zu entwickeln, nicht. Im Falle der verrückten alten Katzenlady geht der Wahnsinn somit nicht von den Tieren aus – auch wenn bisherige Studien darauf hindeuteten.

Bislang nahmen zahlreiche Forscher an, ein bei Katzen verbreiteter Parasit namens Toxoplasma gondii erhöhe die Wahrscheinlichkeit, psychische Erkrankungen wie etwa Schizophrenie zu entwickeln. Doch der Ruf der beliebten Haustiger konnte nun gerettet werden – dank einer neuen Studie, die im Fachblatt Psychological Medicine veröffentlicht wurde. Demnach ergab sich bei der jahrelangen Untersuchung von 5.000 Briten bis zum 18. Lebensjahr, die mit oder ohne Katzen aufwuchsen, keine erkennbare Verbindung zwischen einer mentalen Störung und dem Besitz einer Katze.

Aussage gegen Aussage

Die Forscher der neuen Studie stützen ihre Behauptung auf den Umstand, dass die bisherigen Untersuchungen mit vergleichsweise kleinen Pools von Probanden arbeiteten. Zudem seien die Fragen nicht präzise genug formuliert gewesen. So wurden die Testpersonen in vielen Studien gefragt, ob sie sich daran erinnern könnten, Katzen gehabt zu haben. Kritiker halten nun dagegen, dass psychische Erkrankungen meist in einer späteren Lebensphase diagnostiziert werden. Die neue Studie habe allerdings lediglich Personen bis zum 18. Lebensjahr begleitet, womit die neuen Ergebnisse ebenfalls nur in Teilen aussagekräftig wären.

Benutzen Katzen Gedankenkontrolle?

Abgesehen von dem möglichen Effekt auf Menschen, erfüllt Toxoplasma gondii einen klaren Zweck: Er kann seinem Wirt bei der Jagd helfen. Der Parasit überfällt Mäuse förmlich und nimmt ihnen die Angst vor Katzen, erklärt The Verge. Die kleinen Nagetiere fühlen sich sogar vom Geruch des Katzenurins angezogen – auf diese Weise laufen sie wie ein Lamm zur Schlachtbank. Für den Menschen hingegen habe eine Infektion mit dem Parasiten meist keine direkten Symptome zur Folge. Was jedoch die psychischen Erkrankungen angeht, werden wohl noch einige Studien nötig sein, um auch die letzten Zweifler zu besänftigen. Doch ein erster Katzensprung ist gemacht.

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