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Fitbit-Studie: Schüler sind demotiviert von Fitness-Trackern

Zumindest auf Jugendliche scheinen Fitbit und Co. eher eine negative Wirkung zu haben.
Zumindest auf Jugendliche scheinen Fitbit und Co. eher eine negative Wirkung zu haben. (©YakobchukOlena/Thinkstock 2017)

Eigentlich sollen Fitness-Tracker wie Fitbit und Co. ihren Nutzern dabei helfen, aktiver, fitter und gesünder zu leben. Ob das wirklich so funktioniert, hat jetzt eine neue Studie mit Jugendlichen untersucht. Mit einem niederschmetternden Ergebnis.

Insgesamt baten die Forscher der Burnel University London und der University of Birmingham 44 Mädchen und 40 Jungen im Alter zwischen 13 und 14 Jahren, acht Wochen lang einen Fitbit-Tracker zu tragen und die zugehörige App zu benutzen. Vor und nach dem Untersuchungszeitraum wurden die Jugendlichen zu ihrem Fitness-Verhalten befragt. Auch den Fitness-Tracker sollten sie bewerten.

Fitbit wirkt eher demotivierend auf Schüler

Mit dem Ergebnis hatten die Forscher so nicht gerechnet. Nach einem anfänglichen Begeisterungsschub ob des neuen Wearables ließ bei allen Studienteilnehmern die Lust auf Fitness rapide nach. Und nicht nur das: Einige Funktionen des Fitbit sorgten bei den Jugendlichen sogar für echte Negativerlebnisse.

So sei etwa das nicht-personalisierte 10.000-Schritte-pro-Tag-Ziel des Fitness-Trackers unter anderem als unfair und negativer Druck gewertet worden. "[Es] löste Schuldgefühle oder Gefühle der eigenen Unzulänglichkeit bei den Nutzern aus und wirkte infolgedessen abschreckend in Bezug auf mehr Sport", zitiert TechCrunch aus der im American Journal of Health Education publizierten Studie.

Konkurrenzvergleich tötet Eigenmotivation

Besonders negativ sei aber die Wirkung des direkten Konkurrenzvergleichs über die in die Fitbit-App integrierte Gruppenstatistik gewesen, so die Forscher. "Unsere Daten legen nahe, dass der Konkurrenzvergleich der zentrale Faktor in der Unterminierung des persönlichen Kompetenzgefühls und der Eigenmotivation gewesen ist. Unsere Versuchsteilnehmer hatten nicht den Wunsch, für sich selbst oder ihre eigenen Ziele oder zum Spaß aktiver zu sein. Es ging nur darum, ihre Kollegen zu schlagen", erklärt Dr. Charlotte Kerner in einem Statement zur Studie.

Trotz der negativen Ergebnisse der Studie sehen die Wissenschaftler Fitbit und Co. übrigens trotzdem als potenziell sinnvolle Fitness-Ergänzung – wenn die Nutzung mit einer entsprechenden Anleitung gekoppelt ist.

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