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Geiz ist geil? Viele Deutsche lecken Teller ab, um zu sparen

Nicht nur Kinder lecken in Deutschland ihre Teller sauber.
Nicht nur Kinder lecken in Deutschland ihre Teller sauber. (©Thinkstock/oneblink-cj 2016)

Deutsche gelten im internationalen Vergleich als sehr sparsam. Welche Auswüchse diese vermeintliche Tugend jedoch tatsächlich annimmt, bringt jetzt eine Studie zutage. Denn im Haushalt geht es vielen Verbrauchern um jeden eingesparten Tropfen.

93 Prozent der Deutschen sind aktiv darum bemüht, im Haushalt nicht unnötig Wasser oder Strom zu verbrauchen. Das brachte eine Studie im Auftrag von Retailmenot in Zusammenarbeit mit Goldmedia zutage. Das klingt so weit gut und vernünftig. Für die meisten der 1330 Befragten ist die Motivation für den Sparkurs jedoch fast allein mit Geldeinsparung begründet. Und die bildet teils seltsame Auswüchse.

In der Dunkelheit zur Toilette

So gaben 45 Prozent der Befragten an, dass sie nachts im Dunkeln auf die Toilette gehen, um Strom zu sparen. Knapp ein Drittel der Teilnehmer nutzt abends nach eigenen Angaben Kerzen und Teelichter – und das nicht nur für die Stimmung. Auch hier soll Strom und damit Geld eingespart werden. Mit einem erwachten Umweltbewusstsein haben diese Maßnahmen hingegen selten zu tun. Nur 32 Prozent geben an, der Umwelt zuliebe den Verbrauch von Wasser, Strom und Heizkosten zu reduzieren. Wohingegen 68 Prozent einfach ihren Geldbeutel schonen möchten.

Teller ablecken, um Wasser zu sparen

Während die meisten Maßnahmen nicht weiter überraschen – wie zum Beispiel während des Zähneputzens das Wasser nicht laufen zu lassen – sind andere als direkt kreativ zu werten. So geben tatsächlich neun Prozent der befragten Verbraucher an, ihre Teller nach dem Essen abzulecken, um beim Spülen weniger Wasser zu benötigen. Bei der Toilettenspülung sind die Deutschen offenbar ganz einfallsreich. Jeweils neun Prozent der Studienteilnehmer legen einen Ziegelstein in den WC-Spülkasten, um Wasser einzusparen und nutzen das Wasser der Waschmaschine für die Toilettenspülung.

Kein Verständnis für Verschwender

All die Mühen werden jedoch nicht nur mit einem vollen Portemonnaie belohnt. 92 Prozent sagen: "Ich bin stolz, wenn sich meine Sparmethoden positiv auf die Nebenkostenabrechnung auswirken." Selbst wenn ihr Gehalt höher wäre, würden nur 15 Prozent weniger im Haushalt sparen. Für Menschen, die nicht im Haushalt sparen, haben knapp drei Viertel der Befragten kein Verständnis.

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