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Glutenfreie Ernährung nicht immer gut für die Gesundheit

Viele Brotsorten enthalten Gluten, das bei Menschen mit Glutenunverträglichkeit für Probleme sorgt. Eine neue Studie zeigt: Ersatzprodukte haben teilweise andere schädliche Inhalte.
Viele Brotsorten enthalten Gluten, das bei Menschen mit Glutenunverträglichkeit für Probleme sorgt. Eine neue Studie zeigt: Ersatzprodukte haben teilweise andere schädliche Inhalte. (©Pexels )

Glutenfreie Ernährung gilt als gesund und liegt auch bei vielen Menschen im Trend, die gar nicht aus gesundheitlichen Gründen auf das Klebereiweiß verzichten müssten. Eine neue Studie zeigt nun, dass der Verzicht auf Gluten auch seine Nachteile haben kann, wenn das Protein durch bestimmte Stoffe ersetzt wird.

Wer unter der Glutenunverträglichkeit Zöliakie leidet, reagiert hochgradig empfindlich auf das in vielen Getreideprodukten enthaltene Klebereiweiß Gluten und muss oft eine strenge glutenfreie Ernährung durchhalten. Mittlerweile hat Gluten aber auch bei vielen gesunden Essern einen schlechten Ruf, obwohl generelle negative Auswirkungen des Proteins nicht wissenschaftlich erwiesen sind. Trotzdem boomt das Geschäft mit glutenfreien Produkten, die bei weitem nicht nur von Zöliakie-Erkrankten gekauft werden. Vor einigen dieser Lebensmittel davon warnen Forscher nun.

Produkte auf Reisbasis enthalten mehr schädliche Stoffe

Eine neue Studie von der US-amerikanischen University of Illinois, die in der Fachzeitschrift "Epidemology" veröffentlicht wurde, verglich Urin- und Blutproben von 73 Probanden, die auf glutenfreie Ernährung achteten, mit denen von 7000 weiteren Teilnehmern. Dabei stellten die Wissenschaftler fest, dass die Werte der schädlichen Stoffe Arsen und Quecksilber bei den Gluten-Verzichtern deutlich erhöht waren. Der Grund: Viele glutenfreie Produkte ersetzen das Klebereiweiß durch Reismehl – und Reis weist oft eine erhöhte Konzentration von Arsen und Quecksilber auf. Wie gesundheitsschädlich diese Werte tatsächlich sind, müssen den Forschern zufolge aber weitere Untersuchungen zeigen. In der EU ist der Arsengehalt in Lebensmitteln laut der an der Studie beteiligten Epidemologin Maria Argos streng reguliert.

Zahlreiche Alternativen für Zöliakie-Erkrankte

Die Wissenschaftler stellen in der Studie außerdem klar, dass es sich bei den Ergebnissen lediglich um unerwünschte Begleiterscheinungen einer glutenfreien Diät handle, die nicht primär mit dem Verzicht auf Gluten, sondern mit dem Ausweichen auf den Ersatzstoff Reis zusammenhängen. An Zöliakie leidende Menschen könnten die Ergebnisse aber zum Anlass nehmen, sich nach Alternativen zu Reisprodukten umzuschauen – laut der Zeitung Die Welt zum Beispiel Mais, Hirse, Buchweizen, Amarant oder Quinoa. Für die meisten Gluten-Verzichter, die ohne eine tatsächliche Zöliakie einem vermeintlich gesunden Ernährungstrend folgen, könnte das Eiweiß ohnehin eigentlich unproblematisch sein: Laut der Süddeutschen Zeitung, die sich auf das Deutsche Ärzteblatt beruft, ist in den Industrieländern nur etwa ein Prozent der Bevölkerung tatsächlich von der Unverträglichkeit betroffen.

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