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Hauchdünnes Wearable sammelt Daten zur Gesundheit über die Haut

Wie eine zweite Haut soll dieses Wearable auf dem Körper des Trägers aufliegen.
Wie eine zweite Haut soll dieses Wearable auf dem Körper des Trägers aufliegen. (©Someya-Sekitani Group 2017)

Ein neues Wearable erinnert an ein goldenes Klebe-Tattoo, dabei ist es weit mehr als nur eine simple Körperbemalung. Die feinen goldenen Linien wurden von einem Team von Wissenschaftlern entwickelt, um in der Medizin lästige Sensoren samt Kabeln bei der langfristigen Gesundheitskontrolle abzulösen.

Das glänzende Wearable birgt klare Vorteile. Anstelle von luft- und schweiß-undurchlässigen Plastik-Elektroden sollen die Patienten künftig mittels einer neu entwickelten Methode Gold-Fasern direkt auf die Haut aufgetragen bekommen. Es soll die Vitalzeichen des Trägers stetig kontrollieren und elektrische Impulse übertragen können. Anders als die bisherigen Plastik-Sensoren soll das neue Wearable die Nutzer dabei nicht in ihren Bewegungen einschränken. Erste Tester gaben sogar an, sie hätten vollkommen vergessen, dass sie das hauchdünne Monitoring-Gerät tragen.

So landet das Wearable auf der Haut

Wie genau ihre Erfindung funktioniert, erklärten die Wearable-Entwickler laut The Verge jüngst im Fachjournal Nature Nanotechnology. Demnach sind die leitenden Goldfasern zunächst von einem wasserlöslichen Stoff namens Polyvinylalkohol umschlossen. Klebt der Nutzer, das pflasterähnliche Wearable auf seine Hand und besprüht es mit Wasser, verschwindet der Polyvinylalkohol und nur das goldene Netz bleibt auf der Haut zurück.

 Über die goldenen Stränge können auch elektrische Impulse geleitet werden. fullscreen
Über die goldenen Stränge können auch elektrische Impulse geleitet werden. (©Someya-Sekitani Group 2017)

Erste Tests verliefen erfolgreich

Die Versuchspersonen im Test trugen die Fasern nach dem Auftragen rund eine Woche auf ihrem Körper, ohne unter allergischen Reaktionen oder Hautirritationen zu leiden. Dabei nutzten die Wissenschaftler die goldenen Stränge unter anderem, um mittels einer flexiblen Batterie ein LED-Licht am jeweils anderen Ende der Linien zum Leuchten zu bringen oder Daten an einen Laptop zu übermitteln. Welches Potenzial die innovative Methode darüber hinaus für die Medizin birgt, muss nun in weiteren Tests ermittelt werden.

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