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Ist der Schleim dieses Frosches die Lösung für die Grippe?

Ein indischer Frosch der Gattung Hydrophylax könnte dabei helfen, die Grippe zu bekämpfen.
Ein indischer Frosch der Gattung Hydrophylax könnte dabei helfen, die Grippe zu bekämpfen. (©CC: Wikimedia/David V. Raju 2017)

Wenn einen die Grippe plagt, sind Hilfsmittel gefragt, die die fiese Infektion bekämpfen. Und diese könnten von ganz unerwarteter Seite kommen: Der Schleim eines indischen Frosches sagt den Viren den Kampf an.

Bei der Untersuchung des Schleimes auf der Haut des indischen Frosches Hydrophylax bahuvistara entdeckten Forscher des Emory Vaccine Centers und Rajiv Gandhi Centers, dass er Influenza-Viren des Stammes H1 töten kann.

Antibakterielle Peptide im Froschschleim

Um an die Schleimprobe zu gelangen, wurden Exemplare des Hydrophylax bahuvistara eingesammelt und leicht elektronisch stimuliert. Der abgesonderte Schleim kam nun unter das Horoskop. Dass die Haut von Fröschen Peptide absondert, um sich gegen Bakterien zu schützen, war bekannt. Einige dieser antibakteriellen Peptide greifen die körpereigenen Zellmembranen an. Anders war das bei dem Peptid, das die Forscher rund um Joshy Jacob Urumin nannten. Es wurde passend zur Herkunft des Frosches nach einem peitschenähnlichen Schwert benannt, das vor Jahrhunderten in Südindien verwendet wurde.

Peptid Urumin greift nur den Grippevirus an

Unter dem Mikroskop wurde deutlich, dass Urumin nur die Intaktheit des Grippevirus stört, was selbst für die Forscher erstaunlich war. "Ich fiel fast vom Stuhl", gibt Jacob in einer Pressemitteilung der Emory University seinem Erstaunen Ausdruck. "Am Anfang dachte ich, wenn Du Arzneimittelforschung betreibst, musst Du durch Tausende von Medikamentenkandidaten, sogar eine Million gehen, bevor Du ein bis zwei Treffer hast", befürchtete der Forscher. Doch nach der Untersuchung von nur 32 Peptiden hatten die Wissenschaftler schon vier Treffer. Während drei von ihnen auch menschliche Zellen angriffen, ging Urumin nur gegen den Grippevirus vor. Allerdings nicht in jeder Form: Während der H1-Stamm keine Chance gegen das Urumin hatte, blieb der Einsatz des Peptids gegen andere Stämme wie das H3N2-Virus wirkungslos.

Nun versuchen die Wissenschaftler, aus dem Peptid ein wirkungsvolles Medikament zu entwickeln. Die bisherigen Ergebnisse ihrer Forschung wurden in der Fachzeitschrift Immunity veröffentlicht.

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