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Nachhaltige Technik: Dieses Wearable ist in Essig auflösbar

Das neue Wearable ist so leicht und dünn, dass es an einem menschlichen Haar hängen kann.
Das neue Wearable ist so leicht und dünn, dass es an einem menschlichen Haar hängen kann. (©Bao lab 2017)

Ein Wearable muss heute einiges können. Es soll unser Leben einfacher, bequemer und eben insgesamt smarter machen. Gleichzeitig jagt ein Modell das nächste, sodass die pfiffigen Helfer zum Teil auch schnell ausgetauscht werden – und damit zum stetig wachsenden Berg von Elektromüll betragen. Das soll sich jetzt ändern.

Forscher von der Stanford University haben gerade ein Wearable entwickelt, das sich in Essig komplett auflösen lässt. "Das Resultat ist eines der leichtesten, dünnsten elektronischen Geräte, das jemals hergestellt wurde", feiert The Verge die Erfindung. Den Durchbruch brachte dabei wohl ein Molekül, das die Wissenschaftler in Tattoo-Farben gefunden haben.

Wearable besteht zum Teil aus Pflanzenfasern

Dieses Molekül synthetisierten die Forscher zu einem biologisch abbaubaren Halbleiter weiter. Zusätzlich entwickelten sie einen neuen extradünnen Trägerfilm aus Pflanzenfasern, in den die elektronischen Teile des Wearables eingebettet werden. Trotz seiner dünnen Beschaffenheit soll dieser überaus stabil und langlebig sein. Und das ist längst nicht der einzige Clou: Nicht nur der Halbleiter und der Trägerfilm sind biologisch abbaubar, auch die Elektroden aus Aluminium und Eisen lösen sich nach 30 Tagen völlig auf. Dafür muss das Wearable in eine Flüssigkeit gelegt werden, die sogar weniger sauer ist als gewöhnlicher Essig.

"In meiner Gruppe haben wir versucht, die Funktionen der menschlichen Haut nachzustellen, um davon ausgehend zukünftige Techniken entwickeln zu können", erklärt Professor Zhenan Bao zu der neuen Erfindung. "Wir haben es bereits geschafft, [flexible und selbstheilende Technik herzustellen]. Biologische Abbaubarkeit war deshalb die nächste Herausforderung, der wir uns stellen wollten." Ihre Ergebnisse präsentierten die Forscher schließlich im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Sciences.

Vielseitige Einsatzmöglichkeiten

Die Einsatzmöglichkeiten des neuen Wearables sind groß. Von der Nutzung als Speichermedium für sensible Daten bis hin zu Implantattechnik ist vieles möglich. Aber auch und vor allem mit Blick auf die Umwelt ist die neue Technik vielversprechend. Immerhin haben Experten von UN environment für das Jahr 2018 bereits jetzt Schätzungen abgegeben, die von insgesamt 50 Millionen Tonnen Elektromüll sprechen. Ein in kürzester Zeit zu 100 Prozent abbaubares Wearable wäre da ein großer Schritt in die richtige Richtung.

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