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Samsung will keine Android Wear-Smartwatches mehr bauen

Für Android Wear ist in Zukunft kein Platz auf Samsung-Smartwatches.
Für Android Wear ist in Zukunft kein Platz auf Samsung-Smartwatches. (©Instagram/ papanosio/ Dennis Miloseki 2015)

Wer nach einer Samsung-Smartwatch mit Android Wear sucht, dürfte wohl so schnell nicht fündig werden. Der südkoreanische Hersteller möchte bei seinen Wearables auch in Zukunft voll und ganz auf Tizen setzen und dürfte vorerst einen großen Bogen um das Google-Betriebssystem machen.

Update vom 25. Mai, 11:18: Samsung ist in einem Statement gegenüber Engadget mittlerweile zurückgerudert. "Samsung hat keine Mitteilung bezüglich Android Wear gemacht und wir werden unser Engagement gegenüber einzelnen Plattformen nicht ändern."

Eine Überraschung ist das nicht wirklich: Samsung plant keine weiteren Smartwatches mit dem Betriebssystem Android Wear, wie ein Sprecher des Unternehmens dem Magazin Fast Company erklärte. Stattdessen werden auch zukünftige Smartwatches des südkoreanischen Herstellers mit der Software-Plattfom Tizen laufen. Das von Samsung selbst entwickelte Betriebssystem dient unter anderem als Grundlage für die aktuelle Gear S2.

Samsung möchte die Kontrolle nicht mit Google teilen

Als Grund für den Fokus auf Tizen nannte der Samsung-Verantwortliche, dass das System deutlich energieeffizienter sei als Android Wear. Tatsächlich dürften aber vor allem strategische Gründe hinter der Entscheidung für Tizen stehen. So versucht Samsung schon seit Längerem, die Abhängigkeit von Google und Android zu verringern und stattdessen eine eigene Software-Plattform mit eigenem App-Store aufzubauen. Eine eigene Plattform bedeutet für den Hersteller auch mehr Kontrolle und im Idealfall mehr Einnahmen.

Tizen findet sich neben Smartwatches auch auf den Smart TVs des südkoreanischen Herstellers und soll in Zukunft als Software-Basis für weitere smarte Geräte dienen. Im Smartphone- und Tablet-Bereich waren Versuche, Tizen als alternatives Betriebssystem zu Android zu positionieren, bislang allerdings gescheitert. Zuletzt hatte Samsung keinerlei Bestrebungen mehr unternommen, Smartphones mit Tizen auf den Markt zu bringen.

Die Tür wird nicht endgültig zugeschlagen

Grundsätzlich ausschließen möchte der Samsung eine weitere Smartwatch mit Android Wear allerdings auch nicht, wie das Unternehmen mitteilte. Dieses Statement dürfte allerdings eher symbolischen Charakter haben. Vermutlich möchte der Konzern diese Tür einfach nicht für immer schließen.

Tizen hat auch Nachteile

Die Konzentration auf ein eigenes Betriebssystem hat für Samsung aber nicht nur Vorteile. So muss der Hersteller hohe Ressourcen in die Weiterentwicklung der Software investieren, die bei Android Wear von Google übernommen wird. Zudem dürfte es Tizen auch dauerhaft schwer haben, ein ähnlich großes App-Angebot zu erlangen wie Android Wear oder Apples watchOS.

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