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Schon nach einem Tag hängt KI Menschen im Poker ab

Beim Pokern gegen Künstliche Intelligenz braucht die Menschheit ein ziemlich gutes Blatt.
Beim Pokern gegen Künstliche Intelligenz braucht die Menschheit ein ziemlich gutes Blatt. (©Getty Images/iStockphoto 2017)

Beim Pokerturnier "Brains vs. AI" treten vier internationale Poker-Profis gegen einen Computer an. Das Turnier in Pittsburgh, Pennsylvania läuft seit einem Tag und es sieht schon nicht gut aus für die Menschheit.

Bei Strategiespielen ziehen Computer die Menschheit schon seit Längerem ab: 1996 machte der Computer Deep Blue Schlagzeilen, als er Schachweltmeister Garri Kasparow besiegte. Letztes Jahr gewann eine künstliche Intelligenz erstmals eine Runde des komplexen Spiels Go gegen einen Menschen. Nun meistert die KI offenbar auch Spiele wie Poker, bei denen eine gute Portion Glück vonnöten ist. In den USA steckt eine Künstliche Intelligenz ihre Gegner beim Texas Hold'Em jedenfalls gerade in die Tasche.

KI Libratus entscheidet erste Runde für sich

Nach einem Tag konnte das Computerprogramm Libratus 81.716 US-Dollar vom 200.000 US-Dollar hohen Preisgeld einstreichen, während die vier Poker-Profis, die als menschliche Gegner der Maschine antreten, mit mickrigen 7.228 US-Dollar nach Hause gingen. Das berichtet das Magazin The Verge. Zwar läuft das Turnier noch weitere 19 Tage und es ist noch nichts entschieden. Der Computer macht bei den Menschen aber schon mächtig Eindruck: So soll er unberechenbarer vorgehen als die KI Claudico, die im letzten Turnier gegen das menschliche Team gescheitert war. Außerdem nutzt Libratus seine überlegene Rechenleistung für Strategien, die Menschen kaum fehlerfrei ausführen könnten.

Künstliche Intelligenz denkt abseits der Norm

Spannend ist, dass die künstliche Intelligenz offenbar auch Nutzen aus Zügen zieht, die von professionellen Poker-Spielern eigentlich als schlecht angesehen werden. Professor Tuomas Sandholm, der Libratus an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh entwickelt hat, erklärte in einem Interview gegenüber The Verge: "Die KI zeigt menschlichen Spielern, dass auch unkonventionelle Strategien funktionieren können. Sie widerspricht dem volkstümlichen Wissen darüber, wie das Spiel gespielt werden muss. Und sie findet das ganz allein heraus, wir geben ihr keine Daten von menschlichen Spielern. Diese Programme spielen wie Marsmenschen, sie entwickeln ihre ganz eigene Strategie."

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