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Schräge Studie: Betrunkene Krebse torkeln für die Wissenschaft

US-Forscher machten zu Studienzwecken Krebse betrunken.
US-Forscher machten zu Studienzwecken Krebse betrunken. (©Alexis Exum und Jens Herberholz/University of Maryland 2017)

Wer Alkohol konsumiert, sucht mit steigendem Pegel häufig die Nähe anderer Menschen, er wird gesellig. Aber bedeutet das auch, dass Geselligkeit die Empfänglichkeit für Alkohol beeinflusst? Genau das wollten nun einige Wissenschaftler herausfinden – anhand betrunkener Krebse.

Ein Team der University of Maryland setzte es sich zum Ziel, die Wechselwirkung von Geselligkeit und Alkohol auf biologischer Ebene zu untersuchen. Ausgerechnet mithilfe betrunkener Krebse wollten die Forscher herausfinden, welche molekularen Mechanismen dazu führen, dass Alkohol das Verhalten eines Individuums verändert. Zu diesem Zweck dokumentierten die Wissenschaftler mithilfe von zwei Versuchsgruppen die Sensibilität der Tiere gegenüber Alkohol und veröffentlichten ihre Ergebnisse im Fachblatt Experimental Biology.

So sehen betrunkene Krebse aus

Für ihre Studie beobachteten die Forscher 102 Krustentiere, die für sieben bis zehn Tage in Gruppen gehalten wurden. 63 weitere Krebse wurden hingegen für denselben Zeitraum isoliert gehalten. Anschließend setzten die Wissenschaftler jedes Tier einzeln für mehrere Stunden in ein Becken, dessen Wasser mit einer Alkohollösung vermischt war. Das Verhalten der Tiere im Wasser wurde dabei jeweils auf einem Video festgehalten. Wenig überraschend: Die Tiere in den Becken mit dem hochprozentigsten Wasser (5,8 Volumenprozent) reagierten am schnellsten und stärksten auf den Alkohol. Sie begannen, anders zu laufen, zuckten mit dem Schwanz, schlugen Purzelbäume in der Flüssigkeit und drehten sich auf den Rücken. Weniger Ethanol führte zu schwächeren Reaktionen.

Ergebnis der Studie

Was den Wissenschaftlern allerdings besonders ins Auge stach, war der Unterschied zwischen den zuvor in Gesellschaft gehaltenen Krebsen und den Einzelgängern. Ungeachtet des Alkoholgehalts im Wasser wurden die in sozialen Gruppen lebenden Tiere um 25 Prozent schneller alkoholisiert als diejenigen, die allein lebten. Das Ergebnis der Untersuchung lautete somit: Gesellige Krebse werden schneller betrunken. Dies führt zu der Annahme, dass diese Tiere durch die Gesellschaft mehr Rezeptormoleküle entwickelt haben, die mit dem Ethanol interagieren.

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