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Start-Up Nerdalize will Wohnungen gratis mit Server-Wärme heizen

Wer Heizkosten sparen will, kann sich in den Niederlanden vielleicht bald einen Server ins Haus stellen lassen, mit dessen Abwärme das Wasser erhitzt wird.
Wer Heizkosten sparen will, kann sich in den Niederlanden vielleicht bald einen Server ins Haus stellen lassen, mit dessen Abwärme das Wasser erhitzt wird. (©Pixabay 2016)

Wärme zum Heizen kostet Geld, Computer produzieren Wärme als Abfallprodukt– da muss es doch eine clevere Möglichkeit geben, beides zu verbinden! Das Start-Up Nerdalize hat sich dazu was überlegt ...

Das Internet wird längst absolut selbstverständlich und rund um die Uhr genutzt. Da wird leicht vergessen, dass all die Daten auch irgendwo gespeichert werden müssen. Ein Großteil davon lagert in Datenzentren, die riesige Mengen an Server-Rechnern bereitstellen. Die werden aber – wie handelsübliche Computer oder Laptops auch – im Betrieb heiß und müssen teuer gekühlt werden. Dabei ließe sich die Wärme doch auch nutzen!

Kostenlos Heizen mit Computer-Abwärme

Das niederländische Start-Up Nerdalize hat laut einem Bericht von The Verge aus dieser Idee ein Geschäftsmodell entwickelt: Die Server werden dezentral in Privathaushalten installiert und dienen als Heizung. So kann mit ihrer Abwärme etwa Wasser erhitzt werden, das dann aus der Leitung kommt oder durch Heizkörper fließt. Gegen eine Gebühr sollen Haushalte von Nerdalize mit den Servern ausgestattet werden, die eigentliche Wärmeversorgung ist dann kostenlos. Einen Großteil seines Umsatzes macht das Unternehmen dann mit dem Verkauf des Speicherplatzes auf den Servern an Kunden.

Gut für den Geldbeutel, gut für die Umwelt

Nerdalize vermutet, dass sich mit der Server-Heizung jährlich rund 300 Euro an Heizkosten einsparen lassen. Der Speicherplatz auf den Rechnern soll dazu 50 Prozent günstiger sein, als bisher üblich. Auch für die Umwelt könnte sich die Idee lohnen: Der ökologische Fußabdruck jedes ausgestatteten Haushaltes soll um drei Tonnen CO2 kleiner werden. Eine "Win-Win-Win"-Situation also, wie Nerdalize selbst sagt.

Mit einer Crowdfunding-Kampagne soll das Projekt nun weiter finanziert werden. Ab August will Nerdalize 42 niederländische Haushalte testweise mit seinen Server-Heizungen ausstatten. Dann wird sich wohl auch zeigen, ob genug Online-Unternehmen ihre Daten einem Server anvertrauen wollen, der in einem Privathaushalt steht.

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