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Sternschnuppen fotografieren: Tipps für Sternenfänger

Beim Fotografieren von Sternschnuppen ist mitunter ordentlich Geduld gefragt – aber es lohnt sich!
Beim Fotografieren von Sternschnuppen ist mitunter ordentlich Geduld gefragt – aber es lohnt sich! (©Thinkstock/iStock/Koonyongyut 2017)

Du möchtest Dein Glück am liebsten festhalten und am Himmel gesichtete Sternschnuppen fotografieren? Dann brauchst Du wahrscheinlich vor allem eins: Geduld. Was Du sonst noch dabeihaben solltest und welche Einstellungen an der Kamera das Naturspektakel bestmöglich auf ein Foto bannen, erfährst Du in unserer Anleitung zum Fotografieren von Sternschnuppen.

1. Sternschnuppen fotografieren: Der richtige Zeitpunkt

Mit etwas Glück kannst Du zu jeder Jahreszeit eine Sternschnuppe sehen. Dann gilt es, sich schnell etwas zu wünschen – fürs Fotografieren ist es dann natürlich längst zu spät. Wer seinen Glücksmoment festhalten und die Sternschnuppe bildlich einfangen möchte, sollte daher gerüstet und bereit sein. Aber wie plant man so etwas?

Der passende Zeitraum kann Dir schon sehr helfen, wenn Du Sternschnuppen fotografieren möchtest. Gehe zum Beispiel zu Zeiten alljährlich wiederkehrender Meteorströme auf Sternschnuppenjagd. Zu den bekanntesten und stärksten Strömen mit der höchsten Sternschnuppendichte zählen die Perseiden, die ihr Aktivitätsmaximum im August erreichen. Dann kannst Du bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zählen – am besten zu erkennen in den frühen Morgenstunden kurz vor der Dämmerung. Idealerweise ist auch noch Neumond, sodass es nachts schön dunkel wird. Außerdem muss das Wetter natürlich passen: Eine sternenklare Nacht sollte es schon sein.

 Wer Sternschnuppen fotografieren will, braucht Glück – und passendes Wetter. fullscreen
Wer Sternschnuppen fotografieren will, braucht Glück – und passendes Wetter. (©Pixabay 2017)

2. Der geeignete Standort

Du merkst schon: Um Sternschnuppen zu sehen, braucht es schon eine gehörige Portion Glück. Wer Sternschnuppen fotografieren möchte, sollte daher alle Faktoren, die keine reine Glückssache sind, für ein schönes Foto optimieren. Dazu zählt auch die Wahl des Standorts. Wichtig ist, dass es richtig schön dunkel ist. Dafür fährst Du am besten aus der Stadt raus in eher dünn besiedelte Gebiete ohne Lichtverschmutzung. Ein Blick auf den Regenradar kann zudem Aufschluss darüber geben, wo Du am ehesten einen wolkenlosen Nachthimmel vorfindest.

 Ein freies Plätzchen in der Natur fernab von großen Städten ist ideal zum Beobachten und Fotografieren von Sternschnuppen. fullscreen
Ein freies Plätzchen in der Natur fernab von großen Städten ist ideal zum Beobachten und Fotografieren von Sternschnuppen. (©Thinkstock/iStock/Andrey_Lavrov 2017)

3. Tipps für die nötige Ausrüstung

Zuallererst benötigst Du natürlich eine geeignete Kamera. Die meisten Smartphone-Kameras dürften generell ausscheiden, wenn Du Fotos in der Dunkelheit machen willst. Ihre Linsen sind zu klein, um ausreichend Licht einzufangen. Besser gehst Du mit einer System- oder Spiegelreflexkamera auf Sternschnuppenjagd. Dann kannst Du auch ein für die Situation passendes Objektiv wählen. Zu empfehlen ist ein Weitwinkelobjektiv mit einer kurzen Brennweite, damit Du möglichst viel Himmel – und mit Glück natürlich auch Sternschnuppen – einfangen kannst. Besondere Effekte lassen sich aber auch mit einem Fisheye-Objektiv erzielen.

Nicht fehlen darf zudem ein Stativ, ohne das Du keine langen Belichtungszeiten in der Nacht verwenden solltest. Zusätzlich verhindert ein Fernauslöser das Verwackeln von Bildern.

 Nachts gehört ein Stativ zu den wichtigsten Utensilien eines Fotografen. fullscreen
Nachts gehört ein Stativ zu den wichtigsten Utensilien eines Fotografen. (© 2017)

4. Die passenden Einstellungen an der Kamera

Sind Kamera, Objektiv und Stativ am Start und der passende Ort gefunden, stehst Du vor der nächsten Herausforderung: die richtigen Einstellungen an der Kamera vornehmen. Mit den Basics solltest Du Dich natürlich schon vorab beschäftigt haben, schließlich ist es auf nächtlichen Fotosafaris dunkel und oft kalt. Mache Dich zuvor daher mit dem manuellen Modus Deiner Kamera vertraut, übe das manuelle Fokussieren und schau Dir an, welchen Einfluss die verschiedenen Belichtungsparameter – ISO, Blende und Belichtungszeit – auf das Ergebnis haben.

 Um möglichst viel von der Umgebung sehen zu können, musst Du die Blende weit öffnen und lange belichten. fullscreen
Um möglichst viel von der Umgebung sehen zu können, musst Du die Blende weit öffnen und lange belichten. (©Pixabay 2017)

Für das Fotografieren von Sternschnuppen bieten sich die folgenden Richtlinien an:

  • niedriger ISO-Wert
  • kleine Blendenzahl
  • lange Belichtungszeit

Bei der ISO-Zahl kannst Du auch höhere Werte als 100, 200 oder 400 testen. Bedenke aber, dass das Bildrauschen zunimmt, je höher Du diesen Wert einstellst. Die Blende solltest Du weit öffnen, indem Du einen niedrigen Wert einstellst – zum Beispiel etwas zwischen f/3.5 und f/4.0. Damit fängst Du viel mehr Licht ein als mit einer geschlossenen Blende. Und auch bei der Belichtungszeit ist Ausprobieren angesagt. Taste Dich mit 10 oder 20 Sekunden heran, Du kannst aber durchaus auch 30 Sekunden oder länger belichten.

Der Fokus der Kamera sollte manuell auf unendlich gestellt werden, schließlich befindet sich Dein Motiv in vielen, vielen Kilometern Entfernung.

5. Der letzte Touch durch Nachbearbeitung

Da hast Du schon einmal so viel Glück gehabt, dass Du eine Sternschnuppe nicht nur erspäht, sondern auch fotografiert hast, und das Ergebnis gefällt Dir noch nicht zu 100 Prozent? Dann hast Du Deine Bilder hoffentlich im RAW-Format geknipst. In diesem Fall hast Du nämlich die meisten Möglichkeiten, nachträglich noch einmal alles aus der Aufnahme herauszukitzeln.

Die Rohdaten lassen Dich mit einer Bildbearbeitungssoftware zum Beispiel Änderungen an Helligkeit, Kontrasten oder Farben vornehmen. Versuche doch einmal, die fotografierte Sternschnuppe noch minimal aufzuhellen oder ihr mit einem Farbfilter ein mysteriöses Glühen zu verleihen. Je nach gewünschtem Realismus hast Du dabei natürlich unterschiedlich große Spielräume.

 Den letzten Schliff bekommen Bilder häufig erst in der Nachbearbeitung am PC. fullscreen
Den letzten Schliff bekommen Bilder häufig erst in der Nachbearbeitung am PC. (©Thinkstock/iStock/diego_cervo 2017)

Zusammenfassung

  1. Die größte Chance auf ein Sternschnuppenfoto hast Du, wenn alljährlich wiederkehrende Meteorströme auf die Erde treffen, zum Beispiel die Perseiden im Juli und August
  2. Wähle einen Standort ohne Luftverschmutzung mit freiem Blick auf den nächtlichen Sternenhimmel
  3. Nimm eine System- oder Spiegelreflexkamera mit Weitwinkelobjektiv und ein Stativ sowie einen Fernauslöser mit
  4. Verwende den manuellen Modus der Kamera, stelle den Fokus auf unendlich, wähle einen niedrigen ISO-Wert, eine kleine Blendenzahl und eine lange Belichtungszeit
  5. Den letzten Feinschliff kannst Du via Nachbearbeitung am PC vornehmen
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