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Stiftung Warentest: Viele Kräutertees enthalten Schadstoffe

Vor allem Fenchel- und Pfefferminztee schnitten im Test gut ab, aber auch die meisten anderen Kräuterteesorten können relativ bedenkenlos konsumiert werden.
Vor allem Fenchel- und Pfefferminztee schnitten im Test gut ab, aber auch die meisten anderen Kräuterteesorten können relativ bedenkenlos konsumiert werden. (©Pixabay 2017)

Kräutertees sind extrem beliebt. Kein Wunder: Sie enthalten kein Koffein, wirken aber trotzdem belebend und sollen sogar gesund sein. Doch in einer aktuellen Untersuchung wurden in vielen Tees Schadstoffe gefunden.

Zu den getesteten Kräutertees gehörten Pfefferminze, Fenchel, Kamille und Teemischungen, von denen viele unter anderem Brombeerblätter, Melisse, Rooibos oder Zitronengras enthalten. Insgesamt 64 Proben verschiedener Anbieter wurden gründlich unter die Lupe genommen – mit zum Teil besorgniserregenden Ergebnissen.

Giftige Wildkräuter in Kräutertees gefunden

Besonderen Grund zur Besorgnis liefert dabei die mitunter relativ hohe Belastung durch PA (Pyrrolizidinalkaloiden). Der Stoff schützt Pflanzen in freier Natur vor Fraßfeinden, beim Menschen wirkt er dagegen Leber schädigend und steht in dringendem Verdacht, krebserregend zu sein. Im Test wurde PA vor allem in den untersuchten Kamillentees und Kräutermischungen festgestellt, was Stiftung Warentest auf botanische Ursachen zurückführt. So besteht etwa zwischen den Blüten der Kamille und des Greiskrauts eine starke Ähnlichkeit, sodass die PA-haltigen Wildkräuter versehentlich mitgeerntet werden können.

Stiftung Warentest: Vor allem Fenchel- und Pfefferminztee schneiden gut ab

Auch eine mögliche Belastung durch Pestizide, Anthrachinon, und Nikotin wurde von dem Fachmagazin untersucht, allerdings lagen die Ergebnisse hier meist im grünen Bereich. In Fenchel- und Pfefferminztee wurden generell eher wenige Schadstoffe gefunden. Besonders streng wurden außerdem sogenannte Arznei- und Babytees getestet, denn diese müssen erhöhten Anforderungen gerecht werden. Für Babys bestimmte Kräutertees wurden daher zusätzlich auf Nitrat untersucht, das bei Säuglingen Blausucht verursachen kann. Die gute Nachricht: in diesem Punkt waren alle getesteten Tees sicher.

Obwohl es unter den untersuchten Kräutertees durchaus einige gab, die nur mit ausreichend bewertet wurden, fiel nur der Kusmi Tea Kamille der Firma Orientis wirklich negativ auf. Hier waren die gefundenen PA-Werte dermaßen hoch, dass Stiftung Warentest den Hersteller umgehend informierte, woraufhin das Produkt vom Markt genommen wurde. Insgesamt geht der Test davon aus, dass Erwachsene von jedem der übrigen untersuchten Tees bedenkenlos vier bis acht Beutel am Tag konsumieren können. Und das, ohne die empfohlene Höchstgrenze für Schadstoffe zu überschreiten.

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