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Studie beweist: Intervallfasten zum Abnehmen wird überschätzt

Beim Intervallfasten wird die Kalorienzufuhr an bestimmten Tagen streng gedrosselt.
Beim Intervallfasten wird die Kalorienzufuhr an bestimmten Tagen streng gedrosselt. (©MaleWitch/iStock/Thinkstock 2017)

Dem Intervallfasten werden viele Vorzüge nachgesagt. Durch die stark reduzierte Nahrungszufuhr an festgelegten Fastentagen in der Woche soll die Gesundheit profitieren und auch das Abnehmen begünstigt werden. Allerdings ist das kurzzeitige Fasten offenbar nicht effektiver als eine täglich reduzierte Kalorienzufuhr wie bei anderen Diäten.

Das belegt die bislang größte und längste Studie zum Thema Intervallfasten. Sie wurde an der University of Illinois in Chicago durchgeführt und begleitete 100 übergewichtige Menschen über ein Jahr bei ihren Abnehmbemühungen.

Drei Gruppen wurden für ein Jahr begleitet

Die Teilnehmer wurden dafür im Vorwege in drei Gruppen geteilt. Die Fastengruppe durfte im Wechsel einen Tag nur 25 Prozent des Energiebedarfs zu sich nehmen, am Folgetag dafür aber 125 Prozent. Eine zweite Gruppe musste täglich eine kalorienreduzierte Ernährung von nur 75 Prozent des jeweiligen Bedarfes befolgen. Die dritte Vergleichsgruppe durfte wie zuvor alles essen, was sie wollte. Um die Ergebnisse nicht zu verfälschen, sollten die Teilnehmer ihre physischen Lebensumstände nicht verändern, also zum Beispiel nicht plötzlich einem Fitnessstudio beitreten. Die einjährige Studie wurde in eine sechsmonatige Gewichtsverlustphase und eine ebenso langen Phase des Gewichthaltens aufgeteilt.

Intervallfasten versus kalorienreduzierte Ernährung

Das Ergebnis der Studie ist für Fans des Intervallfastens ernüchternd. Der Gewichtsverlust bei der Fastengruppe und der Gruppe mit der kalorienreduzierten Zufuhr war mit etwa sechs Prozent nahezu identisch. Selbst bei den Gesundheitsfaktoren wie Blutdruck, Herzfrequenz, Insulinwerten und Co. machte sich die unterschiedliche Ernährungsweise beider Abnehmgruppen nicht signifikant bemerkbar. Das mag zunächst verwundern, doch wenn wir einen Blick darauf werfen, wie das Durchhaltevermögen der Teilnehmer war, wird einiges klarer. So aßen die Teilnehmer der Fastengruppe an Fastentagen mehr, an Folgetagen jedoch weniger als vorgeschrieben und glichen sich damit der kalorienreduzierten Gruppe an. Letztere konnte ihre Ziele in der Regel besser umsetzen.

Hohe Ausstiegsrate bei der Langzeitstudie

Das Intervallfasten erwies sich für einige Teilnehmer offenbar als so anstrengend, dass 38 Prozent der Abnehmwilligen aus der Studie ausstiegen. Bei der Gruppe mit kalorienreduzierter Nahrungszufuhr gaben immerhin nur 29 Prozent auf. Doch selbst die Kontrollgruppe musste auf 26 Prozent seiner Teilnehmer verzichten. Doktor Krista A. Varady, eine der Forscherinnen der Studie schließt: "Wir können sagen, dass Intervallfasten nach einem Jahr zu klinisch signifikantem Gewichtsverlust führt, aber es ist nicht besser als eine typische kalorienreduzierte Diät", zitiert die Verbraucherorganisation Consumer Reports die Ernährungswissenschaftlerin.

Die Studie wurde in der wissenschaftliche Zeitschrift JAMA International Medicine veröffentlicht.

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