News

Studie: Weibliche Schaufensterpuppen "ungesund" & "unrealistisch"

Kein gutes Vorbild: Laut einer britischen Studie sind die Körpermaße von Schaufensterpuppen alles andere als wünschenswert.
Kein gutes Vorbild: Laut einer britischen Studie sind die Körpermaße von Schaufensterpuppen alles andere als wünschenswert. (©ThinkstockPhotos/zhudifeng 2017)

Welche Frau kennt das nicht: An den Schaufensterpuppen sah ein Kleidungsstück noch toll aus, bei der Anprobe sitzt das Teil hingegen katastrophal. Schuld sind die unrealistischen Maße der Puppen, befindet eine neue Studie – die ultradünnen Plastikmenschen sollen sogar Essstörungen fördern.

Die Körper weiblicher Schaufensterpuppen seien "zu dünn und vermitteln ein unrealistisches Körperideal", lautet die Ausgangsthese von Dr. Eric Robinson und Paul Aveyard in ihrer Studie im Journal of Eating Disorders. Gemeinsam nahm das Forscher-Duo verschiedenste Fashion-Shops in zwei britischen Städten unter die Lupe – mit erschreckendem Ergebnis. "Wir haben kein einziges weibliches Mannequin gefunden, das normale Körpermaße aufwies", so Robinson im Gespräch mit BBC Newsbeat. Hätten echte Menschen dieselben Maße, würden sie als "medizinisch ungesund eingestuft" werden.

Kein Umdenken in Sicht

Leider musste die Studie einzig anhand visueller Merkmale festgemacht werden, erklären die Forscher in ihrem Artikel, keine der Modeketten in den Städten Coventry und Liverpool habe den Wissenschaftlern die Erlaubnis gegeben, ihre Schaufensterpuppen exakt zu vermessen – und das vermutlich aus gutem Grund. Schließlich beteuerten zahlreiche Ketten in der Vergangenheit, künftig auch Mannequins mit realistischeren Körpermaßen zu nutzen, eine Veränderung, deren Umsetzung die beiden Forscher nicht feststellen konnten. Dabei haben die Mager-Puppen verheerende Konsequenzen: "Es gibt klare Beweise, die belegen, dass das ultradünne Ideal zur Entwicklung von mentalen Gesundheitsproblemen und Essstörungen beiträgt", schreibt Robinson in der Studie.

Anders bei den männlichen Puppen

Ganz anders fielen die Ergebnisse bei den männlichen Schaufensterpuppen aus: Weniger als eine von zehn männlichen Mannequins würde als echter Mensch als untergewichtig eingestuft werden. Was bei der Untersuchung dennoch ins Auge stach, waren unrealistisch muskulös dargestellte Körperpartien. Auch diese könnten zu einer Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führen, lautet das Urteil der Studie. Zwar würde eine Änderung der Puppen nicht alle Probleme der Jugend mit Körperidealen lösen, doch zumindest könnte die momentane Verstärkung dieser Probleme eliminiert werden.

Neueste Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben