Kolumne

TURN ON Innovation: Bagel – das smarteste Maßband der Welt

Das Kickstarter-Projekt Bagel will sich als smartes Maßband etablieren.
Das Kickstarter-Projekt Bagel will sich als smartes Maßband etablieren. (©Facebook/Bagel Labs 2016)

Der digitale Wandel erreicht jetzt auch das klassische Maßband: Das Kickstarter-Projekt Bagel will nichts Geringeres als das smarteste Maßband der Welt sein. Verschiedene Modi erlauben unterschiedliche Messverfahren, die Daten können anschließend an das Smartphone übertragen werden. Was Bagel sonst so besonders macht, klären wir jetzt.

Das Crowdfunding-Projekt Bagel schickt sich an, die Eier legende Wollmilchsau unter den Maßbändern zu werden. Die Macher haben ein ambitioniertes Ziel und versprechen das "smarteste Maßband der Welt". Und schaut man sich das innovative Produkt des südkoreanischen Startups genau an, hat man kaum einen Grund, die Aussage im Kern zu bezweifeln. Alte Zollstöcke oder Papiermaßbänder können in der Schublade verschwinden, denn Bagel verfügt für unterschiedliche Messanforderungen über drei integrierte Modi. Denn Bagel misst nicht nur gerade Flächen, sondern auch den Bauchumfang oder per Laser sogar weiter entfernte Flächen.

Das sind die Specs des Bagel

Doch zunächst wollen wir uns einmal mit den Hardware-Specs beschäftigen. Das Gadget selbst verfügt über Abmessungen von 80 x 80 Millimeter und bringt 118 Gramm auf die Waage. Neben einigen Sensoren sind am Gerät einige physische Hardware-Buttons angebracht, etwa, um Bagel einzuschalten, zu resetten oder Messwerte zu speichern. Die Daten werden auf einem OLED-Screen mit 0,96 Zoll Bildschirmdiagonale dargestellt, die Auflösung beträgt 128 x 64 Pixel. Der integrierte Akku verfügt über eine Kapazität von 500 mAh, bei konstanter Nutzung hält Bagel bis zu acht Stunden durch, danach muss das Gerät per microUSB aufgeladen werden. Der interne Speicher bietet 32 MB Platz – das reicht für 100 Messungen samt Sprachmemos. Für die Synchronisation der Daten werden iOS und Android unterstützt.

Einfache Handhabung und drei unterschiedliche Mess-Modi

Die Bedienung von Bagel ist denkbar einfach: Zunächst den passenden Modus wählen, dann das gewünschte Objekt messen und die Daten per Knopfdruck speichern – fertig! Bei Bedarf kannst Du zusätzlich eine Sprachnachricht aufnehmen, um die Messwerte besser zuordnen zu können. Wenn Du Bagel dann das nächste Mal mit Deinem iPhone oder Android-Smartphone verbindest, werden Deine Spracheingaben in Text umgewandelt und auf dem Endgerät abgelegt. Um optimale Messergebnisse zu erzielen, kannst Du auf drei unterschiedliche Mess-Modi zurückgreifen: String Mode, Wheel Mode und Remote Mode.

String, Wheel und Remote: Das sind die Unterschiede

 Der Remote Mode misst per Laser den Abstand zu einem Objekt. fullscreen
Der Remote Mode misst per Laser den Abstand zu einem Objekt. (©Bagel Labs 2016)

Dabei gleicht der String Mode im Grunde dem klassischen Maßband: Das Dyneema Seil kann bis maximal drei Meter ausgezogen werden und zeigt den gemessenen Wert unverzüglich auf dem OLED-Bildschirm von Bagel an. Der Wheel Mode eignet sich hingegen ideal auch für gekrümmte Oberflächen und lässt sich perfekt mit nur einer freien Hand nutzen. Bagel wird dann einfach wie ein Rad gerollt und misst Distanzen von bis zu 10 Metern. Doch insbesondere der sogenannte Remote Mode ist interessant: Mit ausgefeilter Laser-Technik kannst Du in dieser Einstellung auch den Abstand zu Objekten messen, die sonst gar nicht oder nur schwer zu erreichen sind. So kannst Du per Laserstrahl Distanzen von bis zu fünf Metern messen.

Bagel synchronisiert sich mit dem iPhone und Android

 Die Messwerte können an eine App für iOS und Android übertragen werden. fullscreen
Die Messwerte können an eine App für iOS und Android übertragen werden. (©Kickstarter/Bagel Labs 2016)

Was Bagel außerdem so smart macht, ist die Synchronisation mit dem iPhone oder einem Android-Smartphone. Die App wird kostenlos für beide Systeme als Download bereitstehen und zeigt Dir alle gemessenen Werte, die per Spracheingabe getaggt wurden, übersichtlich in einer Liste an. Außerdem bietet Dir die App die Möglichkeit, die gespeicherten Daten als CSV-Datei zu exportieren – so lassen sich die Werte einfach am Computer einsehen und weiterverarbeiten.

Zudem können die Daten analysiert werden, so lassen sich Änderungen beispielsweise am Bauchumfang in einer grafischen Übersicht unkompliziert ablesen. Für möglichst exakte Werte haben die Macher einen eigenen Sensor entwickelt, der den hohen Ansprüchen genügen soll. Außerdem verspricht das Startup unter normalen Raumtemperaturen eine maximale Fehlertoleranz von 0,5 Prozent. An einer noch niedrigeren Quote werde intensiv gearbeitet, künftige Firmware-Updates sollen diesen Wert weiter senken.

Finanzierungsziel weit übertroffen, Auslieferung ab November

Als Finanzierungsziel haben die Entwickler einen Betrag in Höhe von 30.000 US-Dollar ausgerufen, dieser wurde innerhalb kürzester Zeit nicht nur erreicht, sondern weit übertroffen. Weit mehr als 100.000 US-Dollar sind bereits zusammengekommen – und die Finanzierung dauert noch mehr als einen Monat an. Wer das Projekt noch unterstützen will, sollte sich beeilen: Das günstigste Paket für 49 US-Dollar ist bereits vergriffen, derzeit kannst Du noch für 59 US-Dollar einsteigen. Der finale Verkaufspreis soll schließlich 90 US-Dollar betragen, die Auslieferung ist für den November geplant.

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