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TURN ON Innovation: Dank Armband mit dem Finger telefonieren

Sgnl
Sgnl (©Facebook/Innomdle Lab 2016)

Smartphone am Ohr ist Dir zu langweilig? Dann schau Dir einmal das neue Kickstarter-Projekt Sgnl an. Dank des Armbands kannst Du wie ein Geheimagent telefonieren.

Auch im Smartphone-Zeitalter muss man beim Telefonieren noch das Handy ans Ohr halten – oder per Freisprecheinrichtung ins Mobiltelefon beziehungsweise die Smartwatch brüllen. Das Kickstarter-Projekt Sgnl will eine deutlich elegantere – und auch etwas nerdigere – Alternative bieten. Sgnl ist ein smartes Armband, das entweder mit einer normalen Uhr oder mit einer Smartwatch kombiniert werden oder als eigenständiges Armband getragen werden kann. Via Bluetooth empfängt das Gerät Anrufsignale vom Telefon. Benötigt wird ein iPhone mit iOS 8 oder neuer beziehungsweise ein Android-Gerät mit Version 4.4 oder höher.

Und nun der Twist: Das Sgnl hat keinen eigenen Lautsprecher – stattdessen muss der Nutzer die Hand, an der sich das Armband befindet, ans Ohr legen. Durch eine sogenannte Body Conduction Unit (BCU) im Sgnl werden die Töne als Vibrationen durch die Hand ans Ohr weitergeleitet. Ein Mikrofon fürs Sprechen ist aber natürlich verbaut. Im Endeffekt ist das Kickstarter-Projekt also ein Bluetooth-Headset – nur viel cooler.

Und das soll funktionieren?

Laut Entwickler Innomdle Lab soll die Tonübertragung via Vibration nicht nur tadellos funktionieren, durch den Finger auf dem Ohr würden auch gleichzeitig Umgebungsgeräusche blockiert – besonders praktisch natürlich beim Telefonieren an lauten Orten. Da zudem nur der Sgnl-Träger selbst den Anruf hört, ist ein Telefonat deutlich privater als mit einer Smartwatch mit Freisprechfunktion. Ganz so futuristisch, wie die Weiterleitung von Tönen über Vibrationen zunächst klingt, ist die Idee übrigens gar nicht. Sgnl arbeitet mit dem Prinzip der Knochenleitung, das beispielsweise auch vom Militär für spezielle Headsets verwendet wird. Der Armband-Hersteller betont zudem, dass die Vibrationsweiterleitung nicht schädlich für den menschlichen Körper sei.

Die sogenannte Body Conduction Unit (BCU) im Armband arbeitet mit zwei unterschiedlichen Technologien. Zum einen enthält sie einen kleinen Verstellmotor, der besonders energiesparend leitfähige Vibrationen erzeugt. Zudem verstärkt ein Audio-Algorithmus die empfangenen Sprachsignale mit der passenden Wellenlängenmodulation. Der Akku des Sgnl soll im Stand-by sieben Tage durchhalten, bei der reinen Gesprächsdauer werden vier Stunden erreicht. Das Aufladen via Micro-USB-Anschluss soll eine Stunde dauern. Das Armband ist außerdem nach IP56 zertifiziert und somit geschützt vor Staub und eindringendem Wasser bei vorübergehender Überflutung.

Sgnl funktioniert laut dem Entwickler als Stand-alone-Produkt, in Kombination mit einer klassischen Armbanduhr und in Verbindung mit einer Smartwatch. Das Armband soll mit vielen verschiedenen Smartwatches wie der Apple Watch, der Samsung Gear oder der Pebble Time zusammenpassen. Der Austauch der Armbänder soll laut Innomdle Lab kinderleicht vonstatten gehen.

Armband ist gleichzeitig auch Activity-Tracker

Doch damit nicht genug: Neben der Bluetooth-Funktion bietet das Sgnl-Armband dank eines Beschleunigungsmesser auch Features eines Fitness-Trackers. Ausgereifte Daten wie bei Garmin Vivoactive HR und Co. darf man natürlich nicht erwarten – für die Anzeige der pro Tag zurückgelegten Schritte dürfte es jedoch reichen. Ausgewertet werden die Fitness-Daten dann mit der Sgnl-App auf dem Smartphone.

Sgnl kommt im Februar 2017

Sgnl wurde vom Start-up  Innomdle Lab, einer Ausgliederung von Samsung. Das coole Agenten-Gadget trifft bei der Kickstarter-Community offenbar auf großes Interesse. Obwohl die Crowdfunding-Kampagne noch 37 Tage läuft, haben mehr als 860 Unterstützer bereits mehr als 110.000 US-Dollar gespendet. Das ursprüngliche Ziel waren lediglich 50.000 Dollar. Vom Sgnl-Armband sind derzeit noch Frühbucher-Versionen ab 109 US-Dollar verfügbar. Das finale Produkt wird 139 US-Dollar kosten. Ausgeliefert werden die ersten Armbänder im Februar 2017. In welcher Farbe – Schwarz, Navy oder Weiß – das Sgnl auf den Markt kommt, soll nach Abschluss der Kickstarter-Kampagne durch eine Umfrage geklärt werden.

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