Kolumne

TURN ON Innovation: Das irre Instrument ist ein Klangkünstler

Mit Dualo können auch Musiker professionell Musik machen.
Mit Dualo können auch Musiker professionell Musik machen. (©Dualo 2016)

Selber Musik machen ist ist eine feine Sache – wenn man es kann. Mit dem du-touch S sucht jetzt ein verrücktes Instrument auf Kickstarter nach Geldgebern, dem auch Laien professionell klingende Töne entlocken können. Aber auch für Profis ist der Klangkünstler durchaus einen Blick wert.

Die Firma Dualo bringt das du-touch zwar schon seit 2014 auf den Markt, sucht aber jetzt per Kickstarter nach Geldgebern für eine komplett neue Variante. In dem Klangkünstler steckt jede Menge Technologie, die das weltweit wohl verrückteste Instrument nicht nur zum Hingucker machen, sondern auch für Laien eine interessante Möglichkeit schaffen, relativ leicht professionell klingende Töne zu produzieren. Aber auch für Musik-Profis ist das irre Instrument vielleicht eine richtig spannende Angelegenheit. Das neue Modell, das per Kickstarter finanziert werden soll, heißt du-touch S und bietet einige interessante Funktionen.

Das verrückte Instrument ist völlig mobil

Das Gerät ist mobil und kann völlig autonom benutzt werden. Man braucht keinen Computer, sondern kann seinen Kopfhörer oder einen Lautsprecher direkt in die dafür vorgesehene Buchse stecken. Man benötigt für das Instrument auch keinen Computer und kein Tablet. Insgesamt enthält das Klang-Gerät 52 Instrumente, hat etwa acht Stunden Akkulaufzeit und passt bequem in jeden Rucksack.

Wer damit komponieren möchte, bekommt laut Hersteller ein mächtiges Werkzeug in die Hände. Das Gerät spielt etwa die Klänge von Gitarre, Piano, Bass oder Schlagzeug klangvoll ab. Der besondere Pfiff ist dabei der 7-Spur-Looper, mit dem man eigene Loops kreieren und dann leicht in seine Songs einbauen kann. Durch die Gestaltung des Geräts  soll man nicht nur leicht an die Einstellungen kommen, sondern vor allem das eigentliche Spielen soll kinderleicht sein. Der Hersteller verspricht, dass es auch möglich sein soll, live zu spielen und mit seinen Musiker-Freunden zusammen etwas zu "jammen".

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Das irre Instrument lässt sich auch mit einem Computer verbinden. (©Dualo 2016)

Noten werden nur als einfach Formen dargestellt

Da alle Noten und Akkorde durch einfach Tasten und Formen dargestellt werden, soll es besonders leicht sein, auf dem du-touch S spielen zu lernen. Erstens liefert Dualo dazu Lernvideos mit und zweitens wird beim Spielen durch Lichtsignale auf den Tasten angezeigt, welcher Ton als Nächstes kommen muss. Noten sind jedenfalls nicht nötig.

Die Idee zum du-touch S wurde von einem Musiker und einem Mathe-Genie entwickelt – und so sieht das Gerät schließlich auch aus. Heute sitzen etwa zehn Mitarbeiter daran, die Geräte immer weiter zu perfektionieren. Zunächst wurde 2014 ein du-touch mit fünf Oktaven Umfang auf den Markt gebracht. Der du-touch S jetzt ist kleiner und umfasst nur drei Oktaven, was aber für die Bedienbarkeit erhebliche Erleichterungen bringen soll. Und die Erfahrungen aus dem Vorgänger-Modell fließen jetzt natürlich auch in das neue Gerät mit ein.

Jeder soll mit dem du-touch S klarkommen können

Das du-touch S ist vor allem darauf ausgelegt, dass möglichst jeder damit zurecht kommt und keine Katzenmusik komponiert. Selbst Menschen ohne musikalischen Hintergrund sollen etwas damit anfangen können – und sogar etwas über Musik lernen, so der Hersteller. In nur wenigen Monaten soll man per Selbststudium dazu in der Lage sein, Klavier oder Gitarre so zu spielen, als wäre man ein Könner auf diesen Instrumenten. Ein Versprechen, das sich in meinem Ohren allerdings sehr vollmundig und zu optimistisch anhört.

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Das du-touch S hat eine simple und eingängige Form. (©Dualo 2016)

Hinbekommen wollen die Macher dieses musikalische Wunder dadurch, dass die Tasten auf dem Instrument immer in Dreierblöcken angeordnet sind, wodurch man sehr leicht Akkorde spielen können soll. Die einfachen geometrischen Formen machen es leicht, diese zu identifizieren, und man kann spielen, indem man mit den Fingern einfach über die Tasten streicht. Man versteht angeblich einfach, was man spielt ohne groß darüber nachdenken zu müssen.

Songs per Software ins Netz hochladen

Zusammen mit dem portablen Instrument wird eine Software ausgeliefert, mit der man auf seinem Computer Lieder speichern kann. Diese lassen sich auch ins Internet hochladen und mit den Kreationen anderer Besitzer eines Dualo-Instruments vergleichen. Die Speichermöglichkeit im Netz kann man auch nutzen, wenn der interne Speicher des Geräts voll sein sollte.

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Das Spielen soll kinderleicht zu erlernen sein. (©Dualo 2016)

Auf Kickstarter kommt die Story gut an. Wer will nicht alle möglichen Instrumente – oder wenigstens eines – gut spielen können, ohne dafür jahrelang üben zu müssen. Ich als Instrumenten-Muffel finde das ziemlich cool. Die Frage ist eben, ob es wirklich funktioniert? Viele Kickstarter-Teilnehmer glauben das und haben bislang über 127.000 Euro zusammengetragen, obwohl nur 50.000 verlangt sind. Da es noch 19 Tage bis zum Ende des Finanzierungszeitraums sind, dürfte die Summe weiter steigen. Verfügbar sind derzeit nur noch Geräte ab 349 und 399 Euro, da aber der Versand aus Europa erfolgen dürfte, da es sich um ein französisches Projekt handelt, fallen nur noch Versandkosten von 30 Euro an – und keine zusätzlichen Steuern.

Ob sich das Versprechen mit dem Lernen der Instrumente wirklich einlösen lässt – wer weiß? In jedem Fall geben sich die Macher alle Mühe und können auch über Erfahrung in dem Bereich verfügen. Ich finde das Gerät aber auch so cool genug, und wer Musik machen möchte, sollte sich die Anschaffung auch überlegen, da man in jedem Fall ein sehr vielseitiges und universell einsetzbares Instrument bekommt.

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