Kolumne

TURN ON Innovation: Joto – smartes Display mit Zeichenstift

Joto ist ein cooles Gadget mit jeder Menge Understatement.
Joto ist ein cooles Gadget mit jeder Menge Understatement. (©Joto 2017)

Ein smartes mit dem Internet verbundenes Display, das per Stift Bilder zeichnet: Joto soll das weltweit erste Zeichengerät dieser Art sein und sucht jetzt auf Kickstarter nach Geldgebern, die sich für die etwas ungewöhnliche Idee begeistern können.

Ok, ich gebe es zu, so richtig brutal nützlich und effektiv ist das Kickstarter-Projekt Joto nun wirklich nicht: Ein schwarzer Stift malt automatisch Zeichnungen etwa vom Smartphone auf eine Plastiktafel. So ganz überzeugt ist auch die Geldgeber-Gemeinschaft auf Kickstarter von dem Vorhaben noch nicht. 28 Tage vor dem Ende des Finanzierungszeitraums fehlen immerhin noch um die 45.000 Pfund zur erwünschten Summe von 100.000 Pfund. Dabei hat dieses Display trotz aller Innovation doch ohne Frage einen gewissen Retro-Charme.

Joto: Wie ein Bild an der Wand aber doch ein Display

Joto wird wie ein Bild an die Wand gehängt und ist in der Lage, auf Anforderung alles Denkbare auf die Plastiktafel zu malen – von einfachen Skizzen über geschriebene Nachrichten bis hin zu komplexen Zeichnungen. Gemalt wird mit einem schwarzen Filzstift, also alles sehr einfach. Die Erfinder sagen: "Joto ist nicht einfach ein anderes Display, sondern geht den umgekehrten Weg. Es verwandelt Bilder und Wörter von deinem Screen in Stiftzeichnungen aus Tinte." Also so eine Art einfacher Plotter, zu Deutsch "Kurvenschreiber".

 Man kann auch einfach nur eine Nachricht hinterlassen. fullscreen
Man kann auch einfach nur eine Nachricht hinterlassen. (©Joto 2017)

Sobald der angeschlossene Nutzer eine passende Zeichnung an Joto sendet, fängt das Gerät an zu malen. Das Gerät hat eine Löschfunktion und eine Art Dock, sodass man immer eine leere Fläche hat – wenn man denn möchte – und auch der Stift nicht austrocknen kann. Natürlich ist es ebenfalls möglich, eine Zeichnung oder eine Nachricht einfach für längere Zeit stehen zu lassen. Und wie Joto malt, sieht ziemlich spannend aus, weil man eben zu Beginn erst einmal nicht weiß, was aus den ersten Strichen werden wird – außer natürlich, man hat die Zeichnung selbst in Auftrag gegeben.

Joto wird mobil oder per PC gesteuert

Gesteuert wird Joto natürlich per App, entweder auf dem Computer oder von einem mobilen Gerät. Mit der App lassen sich die Jots genannten Zeichnungen entdecken, man kann selber welche erschaffen und natürlich teilen. Die App bietet verschiedene Methoden, wie sich Bilder und Text in für den Filzstift geeignete Zeichnungen verwandeln lassen.

 Joto ist die ideale To-Do-Liste für den Tag. fullscreen
Joto ist die ideale To-Do-Liste für den Tag. (©Joto 2017)

Ok, und wozu soll das nun gut sein? Denkbar ist der Einsatz als eine Art Pinnwand für Nachrichten, die auch aus der Ferne steuerbar ist. Joto kann Deine To-Do-Liste zeigen oder auch ein Rezept, das Du gerade kochen willst. Man kann Kindern, Eltern oder Freunden Nachrichten senden, oder das Gerät auch als eine Art kleines Whiteboard für Meetings nutzen.

Jeden Tag mit einem anderen Kunstwerk aufmachen

Es ist möglich, jeden Tag mit einem anderen gezeichneten Kunstwerk aufzumachen und Freunde und Bekannte dürften nicht schlecht staunen, wenn das Gerät wie von Geisterhand gesteuert plötzlich mit dem Malen einer Picasso-Zeichnung loslegt. Es ist ebenfalls möglich, verschiedene Inhalte den Tag über nach einem festen Turnus immer wieder anzeigen zu lassen. Das macht alles die App. Dank dieser kann man auch Grüße von überall auf der Welt schicken, auch zwischen zwei Joto-Geräten, sodass eine Art gemalter Chat möglich ist.

 Aus diesen Einzelteilen wird Joto zusammengebaut. fullscreen
Aus diesen Einzelteilen wird Joto zusammengebaut. (©Joto 2017)

In Sachen Technik besteht Joto aus einer Plastiktafel, an der bewegliche Arme angebracht sind, die eine Art Schlitten haben, an dem ein Filzstift befestigt werden kann. In dem Gerät sind WLAN und Bluetooth eingebaut, sodass es mit dem heimischen Netz verbunden werden kann. So können eben auch Nachrichten von unterwegs auf Joto übertragen werden. Damit der Stift nicht austrocknet, wird er nach Gebrauch immer ins Dock gefahren, und das Löschen von Zeichnungen geschieht, indem eine Art trockener Schwamm über die Plastiktafel gezogen wird. Die Tafel ist etwa 40 x 50 Zentimeter groß und wird normal ans Stromnetz angeschlossen.

Erfinder aus London wollen Ende des Jahres liefern

Die Erfinder aus London sagen, dass sie die fertigen Geräte, sofern das Projekt finanziert wird, Ende des Jahres an die Unterstützer senden wollen. Wer mitmachen und Geld für die Entwicklung des Zeichengeräts investieren will, ist im Moment mit 190 Pfund inklusive Versand dabei. Solange Großbritannien noch in der EU ist, fällt auch kein Zoll an, sodass Joto etwa knapp 220 Euro kostet. Nicht ganz billig, aber vielleicht das Geschenk für den Freund, der sonst schon alles hat?

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