Kolumne

TURN ON Innovation: Segways Drift W1 als Rollerblades der Zukunft?

Ungewohnter Anblick: Segways Drift W1 sind eine Mischung aus Rollerblades und Hoverboard.
Ungewohnter Anblick: Segways Drift W1 sind eine Mischung aus Rollerblades und Hoverboard. (©Segway Ninebot 2018)

Rollschuhe, Inlineskates, Hoverboards & Co.: Die Bestrebungen, uns Menschen direkt am Schuh zum Rollen zu bringen, ist ungebrochen. SegwayNinebot spinnt den Traum weiter und bringt die E-Skates Segway Drift W1 auf den Markt. In unserer Kolumne TURN ON Innovation nehmen wir die futuristischen Roller genauer unter die Lupe.

Das selbstbalancierende, elektrische Transportmittel ist wie eine Mischung aus Rollerblades und Hoverboard. Für Hersteller SegwayNinebot ganz klar "der nächste große Trend", wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Segways Drift W1 sind ein Hybrid

Im Gegensatz zu Rollerblades sind die Drift W1 nicht an den Füßen des Benutzers befestigt. Vielmehr stellst Du Dich wie bei einem Hoverboard auf die E-Skates – nur, dass es in diesem Fall aus zwei Teilen besteht, quasi ein Skate für jeden Fuß. Bewegen lassen sich die E-Skates durch Gewichtsverlagerung. Lehnst Du Dich nach vorne, bewegt sich das Drift W1 vorwärts, verlagerst Du das Gewicht nach hinten, fährst Du rückwärts.

Um die Skates nach links oder rechts zu lenken, musst Du Dich mit dem ganzen Körper in die Wunschrichtung drehen. Damit man bei diesem Balanceakt nicht auf der Nase landet, bestehen die Fußpedale aus Silikon mit Anti-Rutschbeschichtung. Und auch die Reifen sollen für zusätzliche Stabilität sorgen: Mit ihrem einzigartigen spindelförmigen Profil verbessern sie laut Hersteller die Fahrstabilität und Lenkbarkeit.

Sicher rollen bei bis zu 12 km/h

Und sollte man im Eifer des Gefechts doch einmal irgendwo gegenfahren, können die zehn Millimeter dicken Silikonstoßstangen an beiden Enden der Skates den Aufprall oder Zusammenstoß dämpfen. Und das kann bei Geschwindigkeiten von bis zu 12 km/h – und damit dreimal so schnell wie beim Gehen – auch durchaus mal nötig sein.

Aller Anfang ist schwer, doch hat man erst den Dreh raus ... fullscreen
Aller Anfang ist schwer, doch hat man erst den Dreh raus ... (©Segway Ninebot 2018)
... kann man sich mit den Drift W1 mit bis zu 12 km/h fortbewegen. fullscreen
... kann man sich mit den Drift W1 mit bis zu 12 km/h fortbewegen. (©Daisy van Knotsenburg/Segway Ninebot 2018)
Auch Kinder können sich an den E-Skates ausprobieren. fullscreen
Auch Kinder können sich an den E-Skates ausprobieren. (©Daisy van Knotsenburg/Segway Ninebot 2018)
Die handlichen Skates können dank Gummibändern bequem getragen werden. fullscreen
Die handlichen Skates können dank Gummibändern bequem getragen werden. (©Segway Ninebot 2018)

Doch keine Sorge: Abgesehen von der eigenen Ungeschicklichkeit ist es gut zu wissen, dass den Drift W1 nach Qualitäts- und Sicherheitstests internationale Zertifikate wie UL und CE verliehen wurden. Ohne entsprechende Sicherheitsausrüstung und vor allem einem Helm sollten sie dennoch nicht in Betrieb genommen werden, worauf auch Segway Ninebot selbst hinweist. Unterstützend und zusätzlich wohl auch zur Zierde sind RGB-Lichter an Bord, die in drei Modi leuchten können.

E-Skates wiegen nur sieben Kilogramm

Komplett aufgeladen können Nutzer bis zu 45 Minuten dahinrollen. Damit dabei alles glattgeht, ist ein Battery Management System (BMS) an Bord, das den Akku vor Überhitzung, Kurzschlüssen und Co. schützt. Ist man am Ziel angelangt und möchte etwas seine Beine bewegen, sollte das auch kein Problem sein. Mit einem Gesamtgewicht von sieben Kilogramm für beide Skates und mithilfe der Gummibänder an den Enden der E-Skates lassen sie sich auch bequem in der Hand tragen.

Apropos Gewicht: Dass es so gering ist, liegt auch daran, dass der Rahmen der E-Skates aus einer leichten Magnesiumlegierung besteht, die dennoch mit Härte besticht. Angetrieben wird das Ganze von einem kraftvollen 200-Watt-Nabenmotor, der das spindelförmige Profildesign nutzt, um bei geringem Widerstand eine responsive Steuerung und Kontrolle zu ermöglichen.

Indiegogo ist auf den Trend aufgesprungen

Obwohl bereits auf der IFA 2018 vorgestellt, will der Hersteller offenbar durch eine Indiegogo-Kampagne noch weitere Aufmerksamkeit für die Drift W1 generieren. Auf der Crowdfunding-Plattform ist das elektrische Transportmittel bereits zu 2139 Prozent finanziert. Hier können sich Trendsetter die Skates zum Vorzugspreis von umgerechnet rund 316 Euro sichern. Im Handel sollen sich Segways Drift W1 399 Euro kosten lassen. Ob die E-Skates dann tatsächlich das Zeug zum nächsten großen Trend haben, wird die Zeit zeigen.

Innovation
Jede Woche Donnerstag nehmen wir ein neues spannendes Crowdfunding-Projekt genauer unter die Lupe und berichten darüber ausführlich in TURN ON Innovation. Vergangene Themen unserer Innovations-Kolumne findest Du in dieser Übersicht.

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