Kolumne

TURN ON Innovation: Shape ist Fitness-Tracker & Trainer

Mit Shape wird auf Kickstarter jetzt ein persönlicher Trainer fürs Handgelenk angeboten.
Mit Shape wird auf Kickstarter jetzt ein persönlicher Trainer fürs Handgelenk angeboten. (©Atlas Wearables 2017)

Fitness-Tracker sind nun wirklich nichts Neues mehr: Als Armband oder Clip an Jeans oder BH, baumeln die elektronischen Helfer an trainingswilligen Freizeitsportlern und zeichnen fleißig jeden Schritt und jede verbrannte Kalorie auf. Per Kickstarter sucht jetzt ein Armband nach Investoren, das nicht nur das Training aufzeichnet, sondern komplett organisiert.

Wer sich in einem Fitness-Studio einen Personal Trainer leisten will, der verrät wie Speckröllchen am schnellsten abschmelzen oder die Ausdauer auf Tour-de-France-Niveau zu bekommen ist, zahlt dafür in der Regel reichlich. Die Macher des Kickstarter-Projekts Shape versprechen nun, diesen Service digital und damit auch viel billiger anzubieten. Dahinter steckt übrigens die Firma Atlas, die bereits einen Fitness-Tracker plus Auswertungen und entsprechender Community im Angebot haben.

Keine Chance für Trainingsmuffel: Shape zeichnet alles auf

Um zu verstehen, was der Träger des Shape-Armbandes den ganzen Tag so treibt, wird alles aufgezeichnet. Und mit jeder Interaktion mit dem Träger soll Shape besser verstehen, welche Art von Workout besonders geeignet sind, um die Fitness seines Besitzers besser zu steigern, damit dieser seine Ziele auch wirklich erreichen kann. Gerade für Trainingsmuffel wie mich können solche Hinweise vielleicht sehr wertvoll sein, um überhaupt ins Training zu starten.

 Jede Aktivität wird aufgezeichnet. fullscreen
Jede Aktivität wird aufgezeichnet. (© 2017)

Das muss man sich dann so vorstellen, dass Shape während des Trainings mit dem Sportler spricht und versucht mit den Hinweisen die Form zu verbessern und die Intensität zu steigern. Und zwischen den Trainingseinheiten chattet Shape mit dem Sportler, als ob das Armband ein echter persönlicher Trainer wäre. Das soll dann laut den Shape-Machern dazu führen, dass man immer weiß, was man trainieren soll, weil Shape einem die entsprechenden Tipps dazu gegeben hat. Das Trainingsprogramm soll auf den Sportler und seine Ziele perfekt abgestimmt sein.

Training auch ohne Geräte: Muckibude muss nicht sein

Es ist dabei auch nicht nötig, seine Trainingseinheiten mit dem Fitness-Tracker in der Muckibude zu absolvieren, worauf etwa ich absolut keine Lust habe. Zwischen den ganzen schwitzenden Pumpern ist mir immer etwas unwohl, sodass ich das Shape-Programm wählen würde, das keine Foltergeräte erfordert. Das Training ist dabei ebenso gestaltet, um den Puls hochzuhalten und dabei etwa die anaerobe Fitness mit täglicher Kalorienverbrennung zu gewährleisten. Später dann soll Shape immer mehr erweitert werden und ein breites Spektrum an Aktivitäten bieten – auch mit Geräten.

 Man muss nicht unbedingt mit Geräten trainieren. fullscreen
Man muss nicht unbedingt mit Geräten trainieren. (©Atlas Wearables 2017)

Als Grund, warum Sportler Shape vertrauen können, wird die digitale Trainings-Bibliothek der Herstellerfirma Atlas ins Feld geführt. Dort sind über eine Million Trainingseinheiten der Nutzer gespeichert, 100.000 Rekorde und Bestleistungen und bislang über 100 Übungen. Und diese Bibliothek wächst täglich weiter an. Mit diesem Datenmaterial wird auch Shape gefüttert und sucht dann für den jeweiligen Nutzer die richtigen Trainingseinheiten heraus und versucht auch die passende Motivation anzubieten, damit man sich immer weiter steigern kann.

Liegestütze oder Klimmzüge? Die KI weiß alles!

Technisch gesehen funktioniert Shape im Grunde wie jedes Smartphone: Die Bewegungen werden aufgezeichnet und eine Software versucht dann zu erkennen, was der Träger des Armbands genau macht. So ist es möglich, etwa Kniebeugen von Liegestützen oder Klimmzügen zu unterscheiden und entsprechende Hinweise zu geben, falls etwas daran nicht passt. Das besorgt dann eine künstliche Intelligenz. Und nachts ist Shape ebenfalls aktiv und zeichnet den Schlaf auf.

 Auch im Schlaf verrichtet Shape seinen Dienst. fullscreen
Auch im Schlaf verrichtet Shape seinen Dienst. (©Atlas Wearables 2017)

Das Armband selbst ist wasserdicht bis zu einem Meter Tiefe und verfügt über ein gut ablesbares Display. Es soll sich laut Hersteller gut ans Handgelenk anpassen und auch unter Kleidung mit langen Ärmeln gut sitzen. Es ist mit iOS und Android kompatibel und der Akku hält zwei Tage, wenn alle Aktivitäten aufgezeichnet werden.

Shape: Riesige Datensammlung ist der große Pluspunkt

Vor allem durch die große Datensammlung von Atlas sieht Shape wie eine gute Sache aus, die sowohl für Sportler wie auch für gesundheitsbewusste Nutzer, die durch Bewegung abnehmen wollen, interessant sein dürfte. Auf Kickstarter sehen die Geldgeber das offenbar auch so und haben 19 Tage vor dem Ende der Finanzierungskampagne schon über 65.000 US-Dollar beigesteuert. Das ursprüngliche Ziel lag bei 50.000 Dollar. Davon wird sich gewiss kein Trainings-Armband finanzieren lassen, sodass man davon ausgehen darf, dass Kickstarter in diesem Fall eher als Marketing-Instrument dient. Aber das macht das Projekt nicht weniger interessant.

Wer einsteigen möchte, kann dies derzeit noch zum recht günstigen Preis von 59 Dollar tun. Mit Versand wird das Armband dann 69 Dollar kosten, was inklusive Steuern etwa rund 80 Euro sein könnten. Im Laden wird Shape wesentlich teurer sein und sicher mit um die 150 Euro zu Buche schlagen. Der Versand des Geräts soll schon im Juni starten, also noch rechtzeitig für einen fitten Trainings-Sommer.

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