Kolumne

TURN ON Innovation: VEIU – Smart-Home-Türklingel mit Video & WLAN

Türspion und Bildschirm sind per WLAN vernetzt.
Türspion und Bildschirm sind per WLAN vernetzt. (©Eques 2017)

Eigentlich müssen manche Dinge nicht neu erfunden werden – und der Türspion gehört dazu. Oder doch nicht? Auf Kickstarter läuft derzeit eine sogar recht erfolgreiche Finanzierung für den smarten Türspion VEIU, der eigentlich eine Kamera plus Türklingel ist. Per App wird das Gerät mit allerlei interessanten Zusatzfunktionen ausgestattet.

Das Bedürfnis nach Sicherheit plus Smart Home ist auch in der Kickstarter-Finanzierungs-Community klar vorhanden: In kurzer Zeit hat die smarte Video-Türklingel VEIU von dem kalifornischen Unternehmen Eques das selbst gesteckte Finanzierungsziel von 30.000 US-Dollar locker genommen und liegt jetzt bei knapp 86.000 Dollar.

Kamera hat die Auflösung eines HD-Ready-Fernsehers

Das Gerät besteht aus einer Kamera, die mit guten 720p auflöst – das ist soviel wie bei einem HD-Ready-Fernseher –, einen 180-Grad-Panoramablick anbietet und nachts per Infrarotlicht das Dunkel vor der Tür durchdringt. Auf der anderen Seite, wo das Bild ankommt, befindet sich ein berührungsempfindlicher 5-Zoll-Bildschirm. Das Gerät ist mit 2 GB internem Speicher ausgerüstet und die Batterie soll bis zu zwei Monate durchhalten.

 Per VEIU ist eine Überwachung der Tür von überall möglich. fullscreen
Per VEIU ist eine Überwachung der Tür von überall möglich. (©Eques 2017)

Clou bei VEIU ist aber vor allem die App: Sie bietet eine Zwei-Wege-Tonübertragung zwischen der Türklingel und dem Smartphone an. Das bedeutet, man kann mit dem Menschen sprechen, der dort steht. Finde ich praktisch, gerade vielleicht bei Häusern und größeren Wohnungen – oder auch, wenn man nicht gut zu Fuß ist. Als ich mir vor anderthalb Jahren den Fuß gebrochen hatte, hätte ich so ein Gerät gut gebrauchen können. So war der Paketbote immer schon weg, bevor ich an der Tür war.  Die App überträgt außerdem das Videobild der Kamera aufs Smartphone und sendet Alarmmeldungen, wenn jemand vor der Tür steht und klingelt.

Zugriff von unterwegs per App möglich

Natürlich hat man damit auch Zugriff von unterwegs. Das ist praktisch, sollte man sich verspäten und eine wichtige Verabredung steht vor der Tür und bearbeitet verzweifelt den Klingelknopf. Mit VEIU hätte man die Möglichkeit, den Besucher um etwas Geduld zu bitten, bis man da ist. Um die Verbindung sicherzustellen, betreibt der Hersteller dauerhaft kostenlos ein entsprechendes Cloud-Portal. Dort ist es auch möglich, Videos von Besuchern aufzuzeichnen, die vor der Tür stehen.

Es geht jedoch ebenso komplett ohne App: Die smarte Türklingel funktioniert auch ganz alleine so. Der Bildschirm zeigt den Besucher vor der Tür und natürlich dieselben Videos, die in der App zu sehen sind. Und per Display kann man die aufgezeichneten Videos und Bilder sogar teilen. WiFi braucht das Gerät theoretisch nicht, allerdings sind die vernetzten Smart-Home-Funktionen dann natürlich nicht verfügbar.

Bewegungssensor meldet Besucher vor der Tür

Damit das alles technisch klappt, ist VEIU mit vielen technischen Feinheiten ausgestattet. So gibt es einen Bewegungssensor, der bei Bewegungen vor der Tür bestimmte Aktionen auslöst. Es kann ein Foto gemacht werden, es wird eine Nachricht an ein Smartphone gesendet oder die Videoaufzeichnung gestartet. Verbunden ist das Gerät per WLAN. Daher ist es sogar möglich, mehrere Spione parallel zu betreiben. Der Akku ist wiederaufladbar und soll laut Hersteller bis zu zwei Monate Stand-by-Betrieb gewährleisten.

 Der Einbau des Geräts ist einfach. fullscreen
Der Einbau des Geräts ist einfach. (©Eques 2017)

Der Einbau in die Tür soll unproblematisch sein. Das Gerät ist mit verschiedenen Türstärken zwischen 35 und 110 Millimetern kompatibel und soll sich alleine mit einem Schraubenzieher einbauen lassen. Vorausgesetzt natürlich, es gibt bereits ein Loch für den Spion. Prima Service-Idee: Der Hersteller bietet dazu auf Anfrage passende Bohrer an, die am Ende der Finanzierung bestellt werden können. Ideal für einen unkomplizierten Einbau ist natürlich der Akku. So braucht man keine Verkabelung, die man irgendwie an der Tür festtackern müsste. Wer aber zum Laden ein Kabel nehmen möchte, wird ebenfalls versorgt. Ein drei Meter langes Ladekabel wird mitgeliefert. Und sollte trotz vorschriftsmäßiger Installation des Geräts etwa die Außenkamera gestohlen werden, bietet der Hersteller kostenlosen Ersatz an.

Keine Kosten für Steuern und Zoll

Wer einsteigen will, bekommt das Gerät im Moment noch zum Einführungspreis von 199 Dollar plus 15 Dollar Versandkosten. Allerdings ist die Stückzahl zu diesem Preis begrenzt und es sind vermutlich bald schon keine so günstigen Geräte mehr vorhanden. Danach muss man 249 Dollar zahlen, und es kommen noch 15 Euro Versandkosten hinzu. Da der Hersteller aber auch aus London versendet, fallen keine weiteren Kosten für Zoll und Steuern an. Natürlich nur so lange, wie Großbritannien noch in der EU ist, aber bis zum Austritt sollte die Bestellung abgewickelt sein. Der Hersteller sichert eine Lieferung im Juli 2017 zu. Das geht fix und steht ebenfalls für die durchaus beachtliche Servicementalität, die ich bei dem Projekt neben dem interessanten Konzept und dem spannenden Produkt sehe.

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