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Weinproben beanspruchen mehr Gehirnregionen als Matheaufgaben

Wer hätte das gedacht: Weinproben fordern das Gehirn in hohem Maße.
Wer hätte das gedacht: Weinproben fordern das Gehirn in hohem Maße. (©tetmc/iStock/Thinkstock 2017)

Eine Weinprobe ist nicht nur für wahre Kenner ein Genuss. Das Schnüffeln am und die Untersuchung des Weines sind auch ein gutes Training für die grauen Zellen – und laut eines Neurowissenschaftlers sogar anspruchsvoller als manch ein mathematisches Problem.

Das fand Doktor Gordon Shepherd von der Yale School of Medicine im Rahmen seiner Forschung heraus. Das Erschnüffeln und Analysieren des Weins, bevor man ihn trinkt, erfordere "eine exquisite Kontrolle über einen der größten Muskeln im Körper", zitiert der Independent den Neurowissenschaftler.

Die Zunge wird bei der Weinprobe gefordert

Damit ist in erster Linie der ausgeprägte Einsatz der Zunge während der Weinverkostung gemeint. Durch das Schlürfen und die langsame Bewegung des Weines im Mund müssen alle komplexen Muskeln in der Zunge gemeinsam mit Tausenden von Geschmacksrezeptoren volle Arbeit leisten. Das fordert das Gehirn in einer Weise, die selbst das Lösen von Matheaufgaben oder auch das Zuhören von Musik übersteigt, so Shepherd.

Der Geschmack wird individuell erfahren

Das Forschungsgebiet des Wissenschaftlers befasst sich mit der Art und Weise, wie das menschliche Gehirn Geschmacksrichtungen verarbeitet. Dabei fand er unter anderem auch heraus, dass das Geschmacksempfinden eine sehr individuelle Erfahrung ist. Sie ist stark abhängig von den eigenen Erinnerungen und Empfindungen und auch dem unserer Gefährten. Zudem spielen das Alter und Geschlecht hier mit rein. Seine Ergebnisse hat Shepherd in der Publikation "How The Brain Creates The Taste of Wine" zusammengetragen.

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