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Wird "Social Eating" der nächste Streaming-Trend?

mukbang social eating
mukbang social eating (©Youtube/KEEMi 2016)

Fremde essen etwas – und alle schauen dabei zu: Das sogenannte Social Eating boomt in Südkorea schon länger. Der Streaming-Anbieter Twitch will das Phänomen bald weltweit etablieren. Auch in Deutschland fasst der Trend mittlerweile Fuß.

Beim Streaming-Service Twitch, der eigentlich auf Videospiel-Streams spezialisiert ist, gibt es seit Juli dieses Jahres einen Kanal für Social Eating. Hier verzehren Menschen ihr Essen vor der Kamera, streamen das Ganze live und locken damit teils hunderte Zuschauer an.

Vorreiter Südkorea

Ursprünglich stammt der Social Eating-Trend aus Südkorea. Bereits seit Anfang der 2010er Jahre betreiben Internetnutzer hier das sogenannte Mukbang, was auf Deutsch so viel wie "Essens-Sendung" bedeutet. Typisch für die südkoreanische Variante sind enorm große Mengen an Essen, die die Stars der Szene förmlich in sich hineinstopfen. Dabei unterhalten sie sich oft mit ihrem Publikum. Manche Nutzer machen damit ein Vermögen: Der 15-jährige BJ ( kurz für "Broadcast Jockey") Patoo verdiente laut Angaben des Business Insiders im Jahr 2013 mehr als 250.000 US-Dollar mit seinen Essens-Streams. YouTuberin Keemi erzielt mit ihren Mukbang-Videos regelmäßig mehr als 100.000 Zugriffe.

Was fasziniert so sehr am Essen der Anderen?

Was genau Menschen dazu bewegt, anderen übers Internet beim Essen zusehen zu wollen, kann sich Twitch-Chef Emmett Shear auch nicht erklären. "Ich bin vorsichtig damit geworden, etwas vorzeitig abzuschreiben", sagte er aber zum Start des "Social Eating"-Channels seiner Plattform dem Business Insider. Dass sich ein Millionenpublikum für Let's Play-Livestreams von Videospielen finden würde, sei ja schließlich auch nicht vorhersehbar gewesen.

Mittlerweile hat das Social  Eating auch hierzulande Nachahmer gefunden: Der deutsche Streaming-Kanal Rocket Beans TV veröffentlicht seit Juli regelmäßig Social Eating-Videos und erreicht damit bei YouTube fünfstellige Zuschauerzahlen. Das Publikum der Videos schätzt den sozialen Aspekt, den manche mit gemeinsamem Essen an einem Tisch vergleichen. Manche Zuschauer integrieren die Videos offenbar sogar in einen Diätplan – nach dem Motto "Wer anderen beim Essen zuschaut, stillt seinen eigenen Appetit gleich mit."

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