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Wissenschaftler finden Lösung für Heißhungerattacken

Eine neue Behandlung könnte den Kreislauf aus Hungerattacken durchbrechen.
Eine neue Behandlung könnte den Kreislauf aus Hungerattacken durchbrechen. (©Thinkstock/evgenyatamanenko 2017)

Bisher gab es nur die Möglichkeit, Essstörungen wie Bulimie mit einer Verhaltenstherapie zu bekämpfen. Doch jetzt sind Forscher der Wurzel des Übels auf der Spur und konnten mit elektrischer Stimulation des Gehirns erste Erfolge in der Therapie erzielen.

Es handelt sich um eine nichtinvasive Methode, die die Hauptsymptome von Bulimie wie Heißhungerattacken merklich lindert, wie The Independent berichtet.

Äußere elektrische Stimulation des Gehirns

In einer Studie unterzogen sich 39 Erkrankte einer Prozedur namens Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS). Bei dieser Behandlung werden Elektroden am Kopf platziert und bestimmte Gehirnregionen gezielt stimuliert. Die Beobachtungen der Behandlung wurden mit einer Placebo-Gruppe verglichen. Das Ergebnis ist erstaunlich. So konnten die Forscher einen signifikanten Rückgang der Bulimie-Symptome bei den Teilnehmern feststellen, die mit der tDCS-Therapie behandelt wurden. Die Heißhungerattacken sanken um 31 Prozent.

Reduzierung der Bulimie-Symptome

Die leitende Forscherin Dr. Maria Kekic des Institute of Psychiatry, Psychology & Neuroscience am King's College fasst zusammen: "Unsere Studie legt nahe, dass eine nichtinvasive Technik der Hirnstimulation den Drang für Heißhungerattacken unterdrückt und die Heftigkeit anderer üblicher Symptome von Menschen mit Bulimie zumindest vorübergehend reduziert." Die Forscher haben die Vermutung, dass die Behandlung die kognitive Kontrolle über zwanghafte Merkmale der Erkrankung verbessere.

Nun möchten die Wissenschaftler rund um Dr. Kekic mit einer größeren Teilnehmerzahl und mehrfachen Sitzungen über einen längeren Zeitraum herausfinden, ob sich der Effekt noch verstärken lässt. Die Ergebnisse der Studie wurden im Onlinejournal Public Library of Science ONE veröffentlicht.

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