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Espressokocher-Anleitung: So brühst Du Kaffee auf dem Herd

Mit dem Espressokocher kannst Du Kaffee am Herd zubereiten.
Mit dem Espressokocher kannst Du Kaffee am Herd zubereiten. (©Gangis_Khan/iStock/Thinkstock 2017)

Der Kaffee aus dem Italienurlaub schmeckt Dir am besten? Dann hol Dir la dolce vita mit einem Espressokocher nach Hause! Eine einfache Anleitung für die Benutzung der raffinierten Kanne findest Du hier.

Meist ist der Espressokocher an seiner typischen achteckigen Form zu erkennen. Dieses Design verdankt er seinem italienischen Erfinder Alfonso Bialetti, der die Espressokanne fürs Heim in der Nachkriegszeit populär machte. Bestand das Original aus Aluminium, sind inzwischen auch Geräte aus Edelstahl im Handel erhältlich. Je nachdem, wie hoch der Verbrauch ist, bietet sich eine andere Variante an. So gibt es größere und kleinere Modelle der Espressokanne für drei bis neun Tassen Kaffee.

Wie funktioniert der Espressokocher?

Der Kocher besteht grob aus drei Teilen: der oberen Kanne inklusive Steigrohr, einem Trichtereinsatz und dem unteren Teil der Kanne, der als Kessel bezeichnet wird. Der Kaffeebereiter funktioniert nach dem Prinzip der Perkolation. Der Begriff beschreibt den Vorgang des Durchfließens von Wasser durch ein festes Substrat, in diesem Fall Kaffee. Das passiert im Espressokocher unter Druck von etwa 1,5 Bar. Das Wasser aus dem Kessel wird erhitzt und beginnt, langsam zu verdampfen. Bei diesem Vorgang entsteht ein Überdruck, der das Wasser nach oben durch den mit Kaffeepulver befüllten Filtereinsatz drückt. Das Wasser durchdringt das Pulver und löst seine Aromen heraus. Der auf diese Weise entstandene Kaffee fließt durch das Feinsieb an der unteren Seite des Kännchens nach oben und läuft über das Steigrohr in die obere Kanne.

Genau genommen kocht der Espressokocher keinen Espresso, sondern Kaffee. Espresso wird mit einem Druck von neun Bar erzeugt, die der Kocher nicht erreicht. Das macht sich abgesehen vom Geschmack auch in der fehlenden Crema bei dieser Art der Zubereitung bemerkbar.

 Der Espressokocher besteht aus der Kanne, dem Kessel und einem Trichtereinsatz. fullscreen
Der Espressokocher besteht aus der Kanne, dem Kessel und einem Trichtereinsatz. (©ermate/iStock/Thinkstock 2017)

Anleitung für die Benutzung

Zunächst schraubst Du die Kanne auseinander und nimmst den Trichtereinsatz heraus. Fülle den Kessel nun bis maximal zum unteren Rand des Überdruckventils mit Wasser. Verwende möglichst warmes – doch nicht zu heißes – Wasser, das Du schon mithilfe eines Wasserkochers erwärmt hast. Jetzt kommt der Trichtereinsatz zurück auf den Kessel. Befülle ihn bis zum Rand mit dem Kaffee und streiche ihn glatt, jedoch ohne ihn allzu stark hineinzupressen. Ansonsten kann das Wasser am Aufsteigen gehindert werden.

Der ideale Mahlgrad des Kaffees ist übrigens abgängig von der Siebgröße des Espressokochers. Generell gilt jedoch, dass Du die Kaffeebohnen gröber mahlen kannst als bei Siebträgermaschinen. Du kannst Dich in etwa an dem Mahlgrad orientieren, der auch für einen Handaufguss mit Filter verwendet wird. Achte darauf, dass beim Befüllen möglichst keine Pulverreste am Rand der Kanne zurückbleiben. Diese können nämlich einbrennen und Flecken hinterlassen.

Zubereitung auf dem Herd

Jetzt kannst Du Ober- und Unterteil wieder zusammenschrauben. Auch der Deckel sollte natürlich verschlossen sein. Dann geht es auf die eingeschaltete Kochplatte. Prinzipiell ist jeder Herd für die Verwendung des Espressokochers geeignet. Besonders gute Ergebnisse erzielst Du jedoch mit einem Gasherd, da eine hohe Temperatur den Prozess beschleunigt. Wer einen Induktionsherd besitzt, muss beim Kauf des Espressokochers darauf achten, dass er induktionsgeeignet also magnetisch ist.

Steht die Espressokanne auf dem Herd, sollte nach einer Weile ein Röcheln oder Gurgeln zu hören sein: Das ist das Zeichen dafür, dass das gesamte Wasser den Weg durch den Trichtereinsatz bewältigt hat. Nimm die Espressokanne sofort vom Herd. Wartest Du zu lange ab, können sich Bitterstoffe aus dem Kaffee lösen. Schenke den fertigen Kaffee ein und serviere ihn.

 Ein Gasherd eignet sich besonders gut für die Kaffeezubereitung mit dem Espressokocher. fullscreen
Ein Gasherd eignet sich besonders gut für die Kaffeezubereitung mit dem Espressokocher. (©Nektarstock/iStock/Thinkstock 2017)

Espressokocher reinigen und entkalken

Damit Du lange etwas von Deinem Espressokocher hast, solltest Du ihn nach Gebrauch möglichst von Hand reinigen. Das ist schnell gemacht: Warte, bis er vollständig abgekühlt ist, und zerlege ihn dann in seine Einzelteile. Spüle ihn anschließend einfach mit klarem, heißem Wasser gründlich aus. Andere Reinigungsmittel solltest Du möglichst nicht verwenden, da Rückstände den Geschmack des Kaffees beeinflussen lassen. Nach dem Trocknen kannst Du den Espressokocher wieder zusammensetzen.

Sollte sich über die Jahre Kalk abgelagert haben, musst Du den Espressokocher entkalken. Verwende dazu möglichst Hausmittel wie Zitronensäure oder Essig. Fülle den Kessel bis zum Rand mit einer Lösung aus dem gewünschten Hausmittel und lass sie einwirken, bis sich der Kalk löst. Gieße nun einen Teil der Lösung ab und koche sie im Espressokocher mehrmals auf. Hinterher sollte der Kocher gründlich mit Wasser gereinigt werden.

Zusammenfassung

  • Der Espressokocher besteht aus drei Teilen: der Kanne, einem Trichtereinsatz und dem Kessel
  • Der Kaffee entsteht durch Perkolation
  • Der Kessel wird mit warmem Wasser gefüllt, das beim Verdampfen einen Überdruck erzeugt, der das Wasser durch den mit Kaffee gefüllten Trichtereinsatz in die Kanne drückt
  • Wenn ein Röcheln zu hören ist, ist der Kaffee fertig
  • Der Espressokocher sollte nur mit klarem Wasser ausgespült werden, um Rückstände zu vermeiden

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