Story

Fitter werden: Diese Sportarten waren mal voll im Trend

Jane Fonda machte Aerobic so richtig populär.
Jane Fonda machte Aerobic so richtig populär. (©Getty Images 2016)

Was haben wir nicht alles schon ausprobiert, um den Klassiker unter den Neujahrsvorsätzen in echte Muskelmasse zu verwandeln. Zwischen Aerobic und Zumba war reichlich Platz für so manches schräge Fitnessprogramm. Den echten Helfern auf dem Weg zu mehr Power haben wir hier mal die Trendsportarten der letzten sieben Jahrzehnte im Schnelldurchlauf an die Seite gestellt. Das relativiert so manche goldene Fitnessregel.

1950er: Hula-Hoop

Obwohl die meisten Leute bei diesem Stichwort an die Zeit des ewig lächelnden US-Girls denken, das in großer Limousine vorfährt und Elvis-Songs hört, haben ihn schon die alten Griechen und Ägypter benutzt: den Hula-Hoop-Reifen. 1958, im ersten Jahr nach Markteinführung, wurden über 100 Millionen Reifen verkauft. Dauerhulahoopen war plötzlich der Sport für Kinder und Erwachsene – und die meist behandelte Sportverletzung zu dieser Zeit: Bandscheibenbeschwerden.

NUR FÜR MAGAZIN fullscreen
Hula-Hoop-Reifen waren in den 1950ern total angesagt. (©Getty Images 2016)

1960er: Wackelnde Gürtel

Der beste Sport? Rumstehen, in einem Gürtel, der wackelt. Das Fett sollte so weggerubbelt werden. Zu Beginn des Jahrzehnts waren Kurse populär, in denen gezeigt wurde, wie man sich richtig in den Gürtel legt. Die Idee: nicht schwitzen, denn das geziemte sich nicht für die Frau. Wackelnde Gürtel hielten sich komischerweise bis in die 1980er. Schlank geworden ist davon aber niemand.

NUR FÜR MAGAZIN fullscreen
Mit solchen Gürteln wollte man in den 1960ern abnehmen. (©Getty Images 2016)

1970er: Bodybuilding

Alle waren Hippies, und ein Österreicher machte was ganz Verrücktes: Bodybuilding. Er ließ die Muskeln spielen in Gold’s Gym, das zwar schon 1965 eröffnet worden war, 1977 aber mit dem Film "Pumping Iron" – und mit Arnold Schwarzenegger – zum Mekka des Bodybuilding wurde. Zu der Zeit war der Mucki-Kult besonders in den USA schon voll im Trend, dank der Erfindung eines gewissen Joe Weider: ein Heimtrainer, der jeden zum Mister (oder zur Miss) Universum machen sollte.

NUR FÜR MAGAZIN fullscreen
Der Inbegriff des Bodybuilding: Arnold Schwarzenegger. (©Getty Images 2016)

1980er: Aerobic

Sport war, wie alles andere auch, nur mit heftig dauergewelltem Haar erlaubt: Big Hair dominierte das Jahrzehnt so sehr wie Aerobic. Der Sport wurde zwar schon knapp 20 Jahre zuvor erfunden (von der NASA fürs Weltall), aber das interessierte erst mal niemanden – bis sich Jane Fonda in knallenges Spandex zwängte. Bald hatte man vergessen, dass sie eigentlich Schauspielerin war – sie auch. Im Zuge dessen zu Ruhm aufgestiegen: Ski-Gymnastik und Trimmy. Mit allen drei begann der Unterschenkelwärmer, eine Art Stirnband für die Beine, seinen kurzen Siegeszug.

1990er: Bootcamps

Intervalltraining mit eiserner Disziplin, den Körper stählen, an die Grenze gehen, alles mit dem Feldwebelgebrüll des Übungsleiters im Ohr. Bootcamps. Sport, bei dem man sich anschreien lässt und gruppendynamisch durch die Gegend springt. Bekanntester Vertreter dieser Art: Tae Bo, eine Mischung aus Karate, Boxen, Tanz und Hip-Hop, erfunden von einem Karateweltmeister in Los Angeles. Früh im Jahrzehnt wurde auch Inlineskating vom Sport zum nervigen Event.

2000er: Spinning

Wie alle Trendsportarten hatte auch Spinning ein paar Jahre Vorlauf: 1990 wurde es in Santa Monica von einem Radrennfahrer erfunden, der keine Lust hatte, vor die Tür zu gehen, wenn es regnet (in Kalifornien?). Wer gerade nicht auf einem Fahrrad saß, tanzte: "Streetdance" kam aus Schulen direkt in die Studios. Überhaupt fühlte sich alles mehr nach Ausgehen an als nach Sport: Zumba kam auf und mischte Salsa, Mambo, Soca, Merengue, Samba und Hip-Hop. Passend, dass dabei alle den iPod im Ohr hatten.

NUR FÜR MAGAZIN fullscreen
Spinning wurde von einem Kalifornier erfunden. (©Shutterstock 2016)

2010er: Alles ist möglich

Neben Crossfit (aus Seattle, 2000) und Freeletics (aus München, 2013), bei denen man Athletik mit Gymnastik mischt und sein eigenes Körpergewicht durch die Gegend wirft, dominiert nicht so sehr eine Sportart – viel wichtiger ist, dass andere Menschen einen beim Sport, zum Beispiel beim Körbewerfen, sehen (einmal bitte "Cardio Bunnies" googeln und alle wissen, wovon die Rede ist). Auch angesagt: das "Self-Tracking" durch Sensoren. Heute zu viel gesessen? Nach 10.000 Schritten ist alles verbrannt.

NUR FÜR MAGAZIN fullscreen
Heute muss jede Bewegung mit Sensoren getrackt werden,. (©Shutterstock 2016)

Diese und weitere Geschichten findest Du auch in der aktuellen Ausgabe des TURN ON Magazins 06/16, das in allen SATURN Märkten kostenlos ausliegt.

Artikel-Themen

Weitere Artikel zum Thema

close
Bitte Suchbegriff eingeben