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Licht in dunklen Jahreszeiten: Das bringen Tageslichtlampen

Tageslichtlampen (hier ein Modell von Philips) können im Winter Depressionen vorbeugen.
Tageslichtlampen (hier ein Modell von Philips) können im Winter Depressionen vorbeugen. (©Philips 2016)

Vielen Menschen schlagen die dunklen Herbst- und Wintermonate aufs Gemüt. Verlockend, sich die Sonne mit Tageslichtlampen einfach in die Wohnung zu holen. Doch was ist zu beachten, damit die Leuchten ihre Wirkung optimal entfalten?

Wenn die Tage kürzer und bedeckter werden, sorgt das bei vielen Menschen für schlechte Stimmung. Manche verfallen sogar in regelrechte Winterdepressionen, die in unterschiedlichen Stärken auftreten können und als ernst zu nehmende psychische Erkrankung behandelt werden. Zur Linderung der Symptome werden seit den 1980er Jahren sogenannte Tageslichtlampen eingesetzt, die mit sehr hellem Licht die Sonnenlichtzufuhr imitieren und ergänzen sollen. Dadurch wird die Ausschüttung des als "Glückshormon" bekannten Stoffes Serotonin erhöht und die des "Schlafhormons" Melatonin gesenkt.

Lichttherapie hilft bei leichter Winterdepression

Dass das tatsächlich funktioniert, bestätigt der Psychiater Prof. Helge Frieling gegenüber der Zeitschrift Apotheken-Umschau: Die sogenannte Lichttherapie mit Tageslichtlampen wird deshalb "vor allem bei leichter bis mittelschwerer Winterdepression empfohlen" und führt bei sechs bis neun von zehn Patienten zu einer Verbesserung des Gemütszustandes. Bei schweren Winterdepressionen oder anderen Formen der Depression sollte die Lichttherapie laut Frieling aber nur unterstützend zur Psychotherapie und der Einnahme von Antidepressiva eingesetzt werden. Wer über eine Lichttherapie nachdenkt, sollte sich in jedem Fall vorher mit einem Arzt beraten.

Ideal: 30 Minuten bei 10.000 Lux

Die eigentliche Durchführung der Therapie ist unkompliziert: In einem Abstand von etwa 80 Zentimetern sitzen die Patienten vor der Tageslichtlampe und lassen sich je nach Beleuchtungsstärke eine halbe Stunde oder länger bestrahlen. Dabei reicht es, ab und an zur Lampe zu schauen, sodass die Therapiesitzung problemlos beim Frühstück oder beim Lesen abgehalten werden kann. Der Schlafmediziner Dr. Dieter Kunz empfiehlt eine Lichtdusche zwischen sieben und zehn Uhr morgens. Wer sich zu früh vor die Lampe setzt, riskiere eine Verschiebung seines Tag-Nacht-Rhythmus und eine Art Jetlag.

Ausreichende Helligkeit ist der wichtigste Faktor

Beim Kauf einer Tageslichtlampe ist – logisch – vor allem eine ausreichende Helligkeit wichtig. 10.000 Lux Beleuchtungsstärke gelten als idealer Wert, bei dem eine halbe Stunde pro Tag ausreicht. Weniger als 2500 Lux sollte die Lampe aber nicht haben. Zum Vergleich: Die normale Zimmerbeleuchtung hat meist zwischen 300 und 500 Lux. Wie die Stiftung Warentest in einem Test herausfand, sind teure Geräte dabei nicht unbedingt leistungsfähiger als günstigere Alternativen. Der Test stammt allerdings bereits aus dem Jahr 2003, eine neuere Überprüfung aktueller Geräte wurde bisher nicht durchgeführt. Wer über die Anschaffung einer Tageslichtlampe nachdenkt, sollte sich daher am besten vor dem Kauf ärztlich über mögliche Geräte beraten lassen.

Gibt es Nebenwirkungen?

Laut dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen gibt es "keine Hinweise auf Schäden" durch die Lichttherapie mit Tageslichtlampen. Als leichte Nebenwirkungen können – bedingt durch das helle Licht – Kopfschmerzen, trockene Augen oder Reizungen von Haut und Schleimhäuten auftreten. Insbesondere Menschen mit Hautkrankheiten oder erhöhter Lichtempfindlichkeit (etwa durch die Einnahme von Medikamenten) sollten die Therapie laut Prof. Frieling aber gründlich mit einem Arzt absprechen.

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