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Smartes Heizen mit WLAN-Thermostat: Kosten sparen via App

Das Münchner Start-up Tado bietet eine smarte Heizungssteuerung per App.
Das Münchner Start-up Tado bietet eine smarte Heizungssteuerung per App. (©Facebook/tado.dach 2016)

Spätestens in der kalten Jahreszeit werden die Heizkosten wieder ein Thema. Bewusstes Heizen dank Thermostat soll nicht nur für ein warmes Heim sorgen, sondern auch Umwelt und Geldbeutel schonen. Smarte WLAN-Thermostate, die sich per App bedienen lassen, sollen hier die langfristige Lösung sein.

Nach Angaben der Bundesregierung entfallen 85 Prozent des Energiebedarfs in deutschen Haushalten allein auf Heizung und Warmwasser. Grund genug, sich Gedanken um Einsparungen beim Heizen zu machen. Mechanische Thermostate werden dabei immer mehr von digitalen Geräten verdrängt, die sich auch aus der Ferne bedienen lassen.

Klassische Heizung versus Heizungsteuerung

Bei einer klassischen Heizung lässt sich die Temperatur über ein mechanisches Thermostatventil regeln. Auf Stufen von 0 bis 5 kann man die Wohlfühltemperatur zwar einstellen, jedoch nicht auf die Gradzahl genau. Beim Verlassen der Wohnung stehen Besitzer zudem vor einer schwierigen Entscheidung: Heizung aus und (vermeintlich) Energie sparen oder die Heizung laufen lassen, damit es auch abends beim Heimkommen muckelig warm ist. Die eine Methode lässt das Heim auskühlen und es dauert wieder unnötig lang, bis sich die kalten Räume erwärmen. Bei der zweiten Variante wird unnötig Energie an den leeren Wohnraum verschwendet.

 Wird das klassische Heizkörperthermostat bald überflüssig? fullscreen
Wird das klassische Heizkörperthermostat bald überflüssig? (©Pixabay 2016)

Eine Lösung für dieses Problem sind digitale Heizungsteuerungen. Die smarten Thermostate verbinden sich meist über Funk mit einer Kommandozentrale beziehungsweise dem Heimnetzwerk. Auf dieses kann der Nutzer über WLAN mithilfe einer App zugreifen und die Heizung auch aus der Ferne steuern. Die entsprechende App ermöglicht es nicht nur, die Temperaturen im Eigenheim aufs Grad genau festzulegen, sie kann zudem individuell an den Tagesablauf der Bewohner angepasst werden. Die digitalen Thermostate lassen sich aber auch nach wie vor händisch umstellen.

Je nach Hersteller unterschiedliche Extras

Das Netatmo Thermostat ermittelt zum Beispiel anhand eines Fragebogens einen Heizplan, der mit der Zeit immer mehr an Feinschliff gewinnt. Dabei werden auch Variablen wie die Isolierung der eigenen vier Wände sowie die Vorlaufzeit des eigenen Heizungssystems berücksichtigt. Einige Modelle wie das Wärmepaket RWE SmartHome oder das System EQ-3 MAX! enthalten zudem sensible Fensterkontakte, die bei geöffnetem Fenster automatisch die Heiztemperatur senken. EQ-3 MAX! punktet darüber hinaus mit Zwischensteckdosen, die es ermöglichen, auch elektrische (Heiz-)Geräte in das Smart Home zu integrieren. Dabei lässt sich die Temperatur jedes Raumes zum Beispiel bei Honeywell-Evohome oder beim österreichischen Konkurrenten Loxone einzeln einstellen.

Ganz besonders smarte Lösungen präsentiert das Münchner Startup Tado. Die Heizungssteuerung aus diesem Hause ermöglicht es mehreren Nutzern gleichzeitig, sich in das Heimnetzwerk einzuloggen und das aus gutem Grund: Auf Grundlage der Positionsdaten auf dem jeweiligen Handy ermittelt das Smart Home den Standort aller Hausbewohner. Verlassen Kind und Kegel das Haus, regelt sich die Heizung runter. Sobald sich aber der erste Bewohner auf den Heimweg macht und sich somit dem Heim nähert, wird automatisch wieder aufgeheizt.

 HomeMatic automatisiert nicht nur die Heizung. fullscreen
HomeMatic automatisiert nicht nur die Heizung. (©Facebook/homematicip 2016)

Einbau und Preise der smarten Thermostate

Doch was so hoch technisiert klingt, ist im Einbau wenig umständlich. Das WLAN-Thermostat lässt sich fest – je nach Hersteller auch mobil – einbauen. Dazu ist in der Regel kein Fachmann vonnöten. Für den Einbau bieten sich naturgemäß die Sommermonate an, wenn die Heizung nicht in Betrieb ist. Wer mehrere Standorte kontrollieren möchte, sollte entsprechend viele Thermostate auf seinen Wohnraum verteilen. Im Gegensatz zu mechanischen Heizkörperthermostaten sind die digitalen Geräte natürlich teurer in der Anschaffung.

Während die mechanische Variante lediglich mit Kosten von 8 bis 17 Euro zu Buche schlägt, bewegen sich smarte Heizungssysteme im dreistelligen Bereich. Der Preis für die Startersets mit Thermostaten und unterschiedlichen Extras wie Fensterkontakten oder Funkoptionen kosten in der Regel 160 bis 290 Euro – mit viel Luft nach oben. Die Thermostate allein bewegen sich preislich zwischen 20 und 250 Euro. Doch auf Dauer soll sich die Anschaffung lohnen. So rechnet Anbieter Netatmo mit Energieeinsparungen von bis zu 37 Prozent. Ohne Frage ist das Smart Home die Zukunft und kann über die Geldersparnis hinaus einen gesteigerten Wohnkomfort bieten.

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