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Strom, Gas, Induktion: Das beste Kochfeld für Dich

Für jeden Koch gibt es die passende Herdplatte!
Für jeden Koch gibt es die passende Herdplatte! (©Thinkstock/Jupiterimages 2016)

Du liebst es, Dich in Deiner Küche an neuen Gerichten zu versuchen? Der richtige Herd mit dem passenden Kochfeld für Deine Bedürfnisse ist dabei ein entscheidender Faktor. Doch auch finanzielle Kriterien können die Entscheidung für Strom, Gas oder Induktion beeinflussen.

Wie die Profiköche auf einem Gasherd kochen, hat schon was für sich. Aber der einfache Elektroherd tut es doch auch. Oder ist tatsächlich Induktion jetzt das Maß aller Dinge? Die Wahl zwischen den verschiedenen Geräten, mit denen in der Küche gekocht oder gebraten wird, fällt gar nicht so leicht. Wer zur Miete wohnt, benutzt meist den Herd, der schon vorhanden ist. Doch gerade für begeisterte Hobbyköche lohnt sich unter Umständen die Anschaffung eines neuen Geräts, das täglich Freude bereitet.

Der Elektroherd: Klassiker mit mäßiger Ökobilanz

Er ist in den meisten Küchen zu finden: der Herd mit Elektrokochfeld. War das Kochfeld früher noch mit gusseisernen Herdplatten ausgestattet, kommen zeitgemäße Modelle mit einem eleganten Ceranfeld daher. Übrigens ist Ceran ein Markenname, der sich inzwischen umgangssprachlich für alle Kochfelder aus Glaskeramik durchgesetzt hat.

Kochfelder aus diesem Material funktionieren über Wärmestrahlung. Unter dem Ceranfeld aus Glaskeramik liegen ringförmige Strahlungsheizkörper. Diese erhitzen über das Ceranfeld die Unterseite des Topfes. Anders als beim Induktionsherd ist dabei kein spezielles Kochgeschirr notwendig. Die glatte Oberfläche der Kochfläche sieht nicht nur gut aus, sondern lässt sich mit einem nassen Lappen leicht von Fett und anderen Rückständen befreien. Ein weiterer Vorteil: Die ebene Platte kann als zusätzliche Arbeitsfläche dienen – natürlich nur, wenn sie ausgekühlt ist.

 Kühle Eleganz zeichnet das Ceranfeld aus. fullscreen
Kühle Eleganz zeichnet das Ceranfeld aus. (©Pixabay 2016)

Das ist jedoch auch ein großer Nachteil des Elektroherds: Nach dem Ausschalten bleiben die Platten noch relativ lange warm. Dadurch kann das köstliche Lieblingsgericht leider schnell anbrennen, wenn es auf der Platte belassen wird. Zudem geht dabei natürlich kostbare Energie verloren. Wer die Umwelt schonen möchte, sollte daher auch die Restwärme beim Kochen mitnutzen und den Herd rechtzeitig ausschalten. Auch wenn das Ceranfeld im Unterschied zu gusseisernen Herdplatten etwas schneller aufheizt, dauert es ein Weilchen, bis es die Wunschtemperatur erreicht hat. Nach Angaben von Stiftung Warentest vergehen sieben bis acht Minuten, bis 1,5 Liter Wasser auf diesem Herd kochen. Damit liegt er bei der Schnelligkeit im Mittelfeld. Der Energieverbrauch des Elektroherds ist im Vergleich der vorgestellten Kochfelder am höchsten: Nach Angaben von Stiftung Warentest kommen bei zehn Jahren intensiver Nutzung schon Stromkosten von 1.000 bis 1.200 Euro zusammen.

Für wen geeignet? Wenn Du nur ab und an kochst, reicht ein Elektroherd vollkommen aus. Auch wenn ein Induktionsherd auf lange Sicht energiesparender ist, ist die Anschaffung nämlich relativ teuer. Selbst nach zehn Jahren intensiver Nutzung lohnt sich das in der Regel nicht.

Gasherd: Volle Leistung in Sekunden

Richtig über Feuer kochen – das spricht Urinstinkte im Menschen an. Dieses Erlebnis kannst Du nicht nur beim Grillen erleben, auch beim Gasherd kommt eine offene Flamme zum Einsatz. Gerade bei professionellen Köchen, aber auch unter ambitionierten Hobbyköchen erfreut er sich nach wie vor großer Beliebtheit. Nach Angaben des Nachrichtensenders n-tv ist der "Marktanteil zwar gering, aber konstant".

Vieles spricht für das Kochen mit Gas. So erbringt das Kochfeld in kürzester Zeit volle Leistung und lässt sich zudem stufenlos und leicht regulieren. Die Flamme des Gasherdes bleibt dabei konstant auf einer Temperatur. Doch über eine Steuerfunktion am Gerät lassen sich die Ausmaße der Flamme regulieren. Je nach Wunsch erfasst die offene Flamme mehr oder weniger Fläche. Ein weiterer Vorteil: Selbst unebene alte Töpfe lassen sich auf dem Gasherd noch wunderbar verwenden. Außerdem sind Gasherde umweltfreundlicher als ihre stromfressenden Konkurrenten: Bei der Verbrennung von Gas entstehen nämlich nach Angaben der Energie Baden-Württemberg (EnBW) wesentlich weniger schädliche Treibhausgase als bei der Produktion von Strom. Zudem ist Erdgas auch noch kostengünstiger als Strom. In zehn Jahren verbraucht der Gasherd nur etwa 420 bis 580 Euro, so Stiftung Warentest.

 Ein Gasherd setzt die Hitze sofort frei und schont dabei die Umwelt. fullscreen
Ein Gasherd setzt die Hitze sofort frei und schont dabei die Umwelt. (©Pixabay 2016)

Wer allerdings niedrige Temperaturen benötigt – wie zum Beispiel zum Schmelzen von Schokolade oder Butter – hat mit einem Gasherd das Nachsehen. Auch die Reinigung ist aufwendiger als bei einem Kochfeld mit Ceranfeld. Wer sich einen Gasherd anschaffen möchte, sollte zudem sichergehen, dass entsprechende Leitungen vorhanden sind. Das ist häufig nur in Großstädten gegeben. Eine Alternative dazu sind Gasflaschen. Wegen des offenen Feuers sollte außerdem eine gute Lüftung sichergestellt werden. Im Unterschied zum Elektroherd benötigt der Gasherd schon 13 bis 14 Minuten, um 1,5 Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Damit braucht er von den drei vorgestellten Herdarten am längsten, um Speisen zu erhitzen.

Für wen geeignet? Möchtest Du das Kochen zelebrieren, wirst Du wahre Freude an einem Gasherd haben. Das Erwärmen und Kochen mag etwas länger dauern als bei Elektro- oder Induktionsherd, dafür kannst Du mit einem Gasherd ganz intuitiv kochen und ohne Stress nebenbei Gemüse schnippeln. Zusätzlich spart Kochen mit Gas Energie. Wer sich gar nicht entscheiden mag, kann auf Modelle ausweichen, die Glaskeramik und Gas kombinieren.

Induktionsherd: Nur mit dem passenden Kochgeschirr

Die dritte Variante, die immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist das sogenannte Induktionskochfeld. Äußerlich kaum von einem herkömmlichen Ceranfeld zu unterscheiden, verbirgt sich eine raffinierte Kochtechnik unter der Glaskeramik. Kupferspulen erzeugen hier ein elektromagnetisches Wechselfeld, das direkt im Boden des Kochgeschirrs elektromagnetische Wirbelströme entstehen lässt. Als Folge heizt sich der Topf auf. Dabei wird das Induktionskochfeld selbst nicht warm. Verbrannte Pfoten beim Kochen oder Eingebranntes auf der Herdplatte gehören damit der Vergangenheit an. Gleichzeitig ist das Kochen mit Induktion laut Stiftung Warentest bis zu 20 Prozent sparsamer als mit dem Elektroherd.

 So aufregend sieht es unter der Platte eines Induktionsherdes aus. fullscreen
So aufregend sieht es unter der Platte eines Induktionsherdes aus. (©picture alliance / dpa Themendienst 2016)

Die besondere Schnelligkeit beim Kochen – 1,5 Liter Wasser kochen schon nach fünf bis acht Minuten – kann jedoch auch ein Nachteil sein. Zwischendurch entspannt am Wein nippen ist nicht mit einem Induktionskochfeld. Da muss alles bereitstehen, wenn das gute Menü nicht verderben soll. Der Topf darf im Gegensatz zum langsameren Elektroherd also keine Minute unbeaufsichtigt gelassen werden.

Doch kannst Du damit tatsächlich Geld sparen? Leider kaum, denn die Anschaffung von Induktionsherden ist mit relativ hohen Kosten verbunden. Das rechnet sich nicht allzu schnell. In zehn Jahren entstehen Stromkosten von 800 bis 950 Euro. Hinzu kommt, dass nicht jedes Behältnis für diese Methode geeignet ist. Spezielles Kochgeschirr muss meist gemeinsam mit dem Herd angeschafft werden. Damit die Induktion funktioniert, muss der Topfboden nämlich magnetisch und absolut eben sein. Einigen Verbrauchern machen außerdem die magnetischen Streu­felder Sorge, die während der Induktion freigesetzt werden. Doch wenn die vom "Bundes­amt für Strahlen­schutz" vorgegebenen Grenzwerte eingehalten werden, gäbe es keine Gefahr, so Stiftung Warentest.

Für wen geeignet? Menschen, die sich ohnehin eine neue Küche anschaffen und auf lange Frist Energie sparen möchten, können getrost zu einem Induktionsherd greifen. Allerdings sollten die Kosten nicht der entscheidende Faktor sein. Auch die Schnelligkeit der Induktion spricht viele Menschen an.

Fazit

Letztlich gibt es nicht den einen Nonplusultraherd, der jeden glücklich macht. Vielmehr muss jeder seine Ansprüche und das eigene Kochverhalten genauer unter die Lupe nehmen. Auch wenn der Elektroherd nicht so energiesparend ist wie ein Induktionsherd, hat er doch durchaus seine Berechtigung. Gerade für Menschen, die nur gelegentlich kochen, reicht dieser Herd vollkommen aus. Viele Hobbyköche schwören jedoch auf den Gasherd. Preisgünstiges, umweltschonendes Kochen überzeugt. Die offene Flamme in der Küche ist jedoch nicht jedermanns Sache. Wer zudem nicht viel Zeit fürs Kochen zur Verfügung hat, wird mit dem Gasherd nicht froh. Hier punktet der ultraschnelle Induktionsherd. Bei einer Neuanschaffung sollte er definitiv in die engere Wahl kommen. Induktion ist nicht nur schnell, sondern auch energiesparender als ein Elektroherd. Allerdings wird das passende Kochgeschirr benötigt.

Es wird mehr als deutlich: Faktoren wie das Kochverhalten, Ansprüche an Schnelligkeit und die Energiebilanz spielen alle in den Entscheidungsprozess für den Herd mit ein.

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